Mobile Smart Factory: Fabrik to go

Ersatzteile können unter Umständen schwer zu beschaffen sein. In der Mobile Smart Factory können sie vor Ort 3D-gedruckt werden.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Mobile Smart Factory (auf der SMM in Hamburg): Fabrik im Standardcontainer
Mobile Smart Factory (auf der SMM in Hamburg): Fabrik im Standardcontainer (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Was tun, wenn auf hoher See am Schiff etwas kaputt geht? Oder in einer Mine im australischen Outback? Warten, bis das Ersatzteil kommt? Daniel Beck hat eine bessere Idee: Er schlägt vor, das Teil vor Ort zu bauen, und zwar mithilfe einer mobilen Fabrik.

Inhalt:
  1. Mobile Smart Factory: Fabrik to go
  2. Wer kauft eine Mobile Smart Factory?
  3. Die HHLA setzt auf 3D-Druck

"Das Produkt heißt Mobile Smart Factory", sagt Beck, Geschäftsführer von Bionic Production. "Das ist im Grunde genommen ein mobiler 3D-Drucker im Container, der aber auch zerspanende Bearbeitung machen kann." Das Lüneburger Unternehmen hat ihn kürzlich auf der SMM, einer Fachmesse für Schiffbau, Maschinenbau und Meerestechnik in Hamburg, vorgestellt.

Untergebracht ist die Mobile Smart Factory in zwei 20-Fuß-Standardcontainern. In dem einen Container befinden sich das Büro und das Materiallager der Fabrik. Vom Rechner aus wird der Produktionsprozess gesteuert. Mit einem 3D-Scanner kann ein Vorbild für neue Werkstücke digitalisiert werden. Ein kunststoffverarbeitender 3D-Drucker kann bei Bedarf Prototypen herstellen.

Es können verschiedene Werkzeuge eingesetzt werden

In dem anderen Container befindet sich die eigentliche Produktionseinheit. Sie besteht aus einer 6-Achs-Maschine, in die verschiedene Werkzeuge eingesetzt werden können. Im ersten Schritt wird das Werkstück per Wire Arc Additive Manufacturing (WAAM) aufgebaut.

  • Die Mobile Smart Factory beinhaltet Werkzeuge für additive und subtraktive Bearbeitung. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • In das Sechs-Achs-System können verschiedene Werkzeuge eingespannt werden. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Mobile Smart Factory ist in einem Container untergebracht. Für die vollständige Fabrik gehört ein  zweiter dazu. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Die Mobile Smart Factory beinhaltet Werkzeuge für additive und subtraktive Bearbeitung. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Stellenmarkt
  1. Beraterinnen / Berater (w/m/d) für den Bereich "Informationssicherheitsbera- tung für den ... (m/w/d)
    Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Bonn
  2. Scientific IT Gruppenleitung (m/w/d)
    Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut EMI, Freiburg
Detailsuche

Das ist ein Warm-3D-Druckverfahren, bei dem ein Metalldraht per Lichtbogenschweißen verarbeitet wird. So wird - ähnlich wie im herkömmlichen Schmelzschichtungsverfahren (Fused Deposition Modeling, FDM) - Schicht für Schicht ein Werkstück aufgebaut. Die Maschine verarbeitet die unterschiedlichsten Metalle, Aluminium ebenso wie verschiedene Stähle.

Allerdings kann es die Präzision des Verfahrens nicht mit einem per FDM oder gar per selektivem Laserschmelzen (Selective Laser Melting, SLM) hergestellten Objekt aufnehmen. Dafür gibt es in der Mobile Smart Factory einen zweiten Produktionsschritt: In die Maschine wird eine Fräse eingesetzt, die das Werkstück feinmodelliert.

Die Fräse sorgt für mehr Präzision

"Wir haben erstmal ein relativ grobes Aufschweißverfahren - das liegt in der Natur des Verfahrens", erzählt Beck. Aber durch das Präzisionsfräsen werde eine Auflösung von 6 bis 10 Mikrometern erreicht. In der Mobile Smart Factory können Objekte mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern und einer Höhe von 450 Zentimetern Höhe gefertigt werden.

Vorteil der Fabrik sei, dass sie einfach transportiert werden könne, sagt Beck: auf einem Lkw, auf einem Schiff, per Bahn. "Das ganze System ist also hochgradig mobil." Die Energieversorgung geschieht dann über einen 63-Ampere-Anschluss. Falls es vor Ort keinen Strom gibt oder das lokale Stromnetz nicht stabil genug ist, kann ein dritter Container mit einem Generator aufgestellt werden.

Für wen ist die Mobile Smart Factory denn nun gedacht?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Wer kauft eine Mobile Smart Factory? 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cloudgaming
Google Stadia scheiterte nur an sich selbst

Die Technik war nicht das Problem von Alphabets ambitioniertem Cloudgaming-Dienst. Das Problem liegt bei Google. Ein Nachruf.
Eine Analyse von Daniel Ziegener

Cloudgaming: Google Stadia scheiterte nur an sich selbst
Artikel
  1. Elektromobilität: Superschnelles Laden mit zwölf Megawatt
    Elektromobilität
    Superschnelles Laden mit zwölf Megawatt

    Das Unternehmen Paxos hat ein Hochleistungsladegerät mit Spezialstecker entwickelt. Der Industrie genügt eine weit geringere Leistung, aber autonome Fahrzeuge könnten das ändern.

  2. E-Mail-Hosting: Wir haben laufend Probleme mit GMX und Web.de
    E-Mail-Hosting
    "Wir haben laufend Probleme mit GMX und Web.de"

    Probleme, wie sie die Bahn jüngst mit GMX und Web.de hatte, kennt der Mailprovider Tinc schon lang. Antworten bleibe GMX schuldig, sagt uns der CEO.
    Ein Interview von Moritz Tremmel

  3. Copilot, Java, RISC-V, Javascript, Tor: KI macht produktiver und Rust gewinnt wichtige Unterstützer
    Copilot, Java, RISC-V, Javascript, Tor
    KI macht produktiver und Rust gewinnt wichtige Unterstützer

    Dev-Update Die Diskussion um die kommerzielle Verwertbarkeit von Open Source erreicht Akka und Apache Flink, OpenAI macht Spracherkennung, Facebook hilft Javascript-Enwicklern und Rust wird immer siegreicher.
    Von Sebastian Grüner

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED TV 2022 65" 120 Hz 1.799€ • ASRock Mainboard f. Ryzen 7000 319€ • MindStar (G.Skill DDR5-6000 32GB 299€, Mega Fastro SSD 2TB 135€) • Alternate (G.Skill DDR5-6000 32GB 219,90€) • Xbox Series S + FIFA 23 259€ • PCGH-Ratgeber-PC 3000€ Radeon Edition 2.500€ [Werbung]
    •  /