Mobile: Seit 2017 mehr als 450 Smartphone-Marken verschwunden
Seit 2017 ist die Anzahl der Smartphone-Marken weltweit von mehr als 700 auf nur noch 250 gesunken. Das meldet das Marktforschungsunternehmen Counterpoint(öffnet im neuen Fenster) , das unter anderem auch Verkäufe von Smartphone-Modellen verfolgt und über diese Statistiken auf den Markenschwund aufmerksam wurde.
Counterpoint zufolge betrifft der Markenschwund fast ausschließlich lokale Hersteller wie Meizu und Meitu in China, Micromax in Indien oder Innjoo und Xtouch im Mittleren Osten und Afrika. Mit LG zählt Counterpoint einen in Südkorea sehr erfolgreichen Hersteller zu den Opfern, der allerdings durchaus als globaler Player gesehen werden sollte. Auch in Europa waren LG-Smartphones über lange Jahre erhältlich und zwischendurch durchaus erfolgreich.
Die Anzahl der weltweit erfolgreichen Marken und Hersteller beziffert Counterpoint auf 30. Diese Anzahl soll in den vergangenen sechs Jahren stabil geblieben sein, weshalb das Marktforschungsunternehmen den Schwund fast exklusiv auf das Verschwinden lokaler Marken zurückführt.
Coronapandemie und Wirtschaftskrise haben kleinen Herstellern zugesetzt
Diese meist kleineren Hersteller wurden ab 2020 Counterpoint zufolge stärker von den Auswirkungen der Coronapandemie und den ergriffenen Schutzmaßnahmen getroffen. Eventuelle Ausfälle wie Fabrikschließungen oder auch die schlechte Verfügbarkeit von Komponenten konnten kleine Hersteller schlechter auffangen als die großen. Waren 2019 noch mehr als 610 Marken weltweit auf dem Markt, sank deren Anzahl 2020 auf 420, 2021 auf 370 und 2022 auf 290.
Seit 2022 lösten die weltweiten wirtschaftlichen Probleme die Corona-Einschränkungen ab. Die Zahl der Smartphone-Hersteller ist in diesem Jahr auf 250 gesunken. Im Jahr 2023 verkaufen fast 90 Prozent der lokalen Hersteller weniger als 100.000 Geräte, was Counterpoint als ein Zeichen für die mangelnde Strahlkraft der Marken ist.
Viele lokale Hersteller waren im Einsteiger- und Mittelklassesegment vertreten – Bereiche, in denen vor allem globale chinesische Hersteller wie Xiaomi oder Oppo seit Jahren preislich sehr attraktive Smartphones anbieten. Counterpoint geht davon aus, dass künftig weitere lokale Marken wegfallen werden. Lediglich spezialisierte Hersteller wie Fairphone mit seinen leicht reparierbaren, fairer hergestellten Smartphones könnten sich halten.
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