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Externe SSDs im Test: Terabytes für die Hosentasche

Kleiner, leichter, schneller – das ist das Motto der Hersteller von externen SSDs . Wir schauen, ob die Laufwerke ihre Versprechen halten können.
/ Martin Böckmann
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Bunt gemischt: Externe Festplatten werden zunehmend durch eine Vielzahl von externen SSDs abgelöst. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bunt gemischt: Externe Festplatten werden zunehmend durch eine Vielzahl von externen SSDs abgelöst. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Größere Datenmengen werden häufig auf externen Festplatten oder USB-Sticks transportiert. Dank niedriger Speicherpreise und schneller Typ-C-Anschlüsse etablieren sich externe SSDs als bessere Alternative zu beiden. Mit Kapazitäten bis zu vier Terabyte sind sie selbst für kreative Anwendungen und große Steam-Bibliotheken groß genug. Wir haben ein paar aktuelle Modelle gegeneinander antreten lassen. Besonders Crucial/Micron verspricht bei seinen Profi-Modellen hohe Performance, während Samsung die Robustheit der T7-Shield hervorhebt.

Alle SSDs werden per USB Typ-C angeschlossen und setzen entweder auf USB 3.2 Gen2x2 mit 20 GBit/s oder USB 3.2 Gen2x1 für 10 GBit/s. Getestet haben wir sie mit einem AMD Ryzen 7 7800X3D, mit 32 GByte DDR5-6000 CL30 Arbeitsspeicher und Windows 11 22H2 auf einem Asus X670E Hero, der je einen schnellen USB 3.2 Gen 2x2 auf der Rückseite und für die Gehäusefront bietet.

Bereits die Testumgebung stellte uns vor die erste Herausforderung, da wir Hardware normalerweise auf einem Benchtable testen, also kein Gehäuse verwenden. Fast alle Mainboard-Hersteller entschieden sich aber dafür, den schnellsten USB-Typ-C-Anschluss für die Vorderseite des Gehäuses bereitzustellen. Unser Asus-Mainboard war das einzige Mainboard in der Redaktion, was einen passenden Anschluss auf der Rückseite hat.

Wir testen auch größere Kopiervorgänge

Abseits der niedrigeren Geschwindigkeit kann man bei keiner der getesteten SSDs erkennen, ob sie gerade an einem langsameren USB-Anschluss stecken als vorgesehen. Wir hätten uns dafür beispielsweise eine mehrfarbige Status-LED gewünscht. Generell denken die Hersteller aber mit, denn der Anschluss vorne am Gehäuse dürfte am häufigsten genutzt werden.

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Wir haben die SSDs zunächst im Crystal Disk Mark mit 5x 64 GByte laufen lassen. Die sequenzielle Lese- und Schreibrate ist bei den meisten SSDs hoch, sie erreichen bis zu 2 Gigabyte pro Sekunde. Unser 1,2-Terabyte-Testordner hingegen verrät, dass bei längerer Belastung die Versprechen der Hersteller selten gehalten werden. Auch die Profi-Modelle von Crucial kommen hier an ihre Grenzen.

Dauerlast zeigt die Grenzen der Technik

Abseits von Spielebibliotheken ist die Performance einer externen SSD immer dann wichtig, wenn große Datenmengen kopiert werden. Die werbewirksamen Aussagen der Hersteller treffen dabei fast ausschließlich auf die sequenzielle Leistung in Benchmarks zu. Wer hauptsächlich große 4K-Videos transportiert, kann sich grob an diesen Zahlen orientieren. Die Praxis kann aber auch anders aussehen.

Wir haben uns einen Testordner mit insgesamt 200.000 Dateien gebaut. Darunter befindet sich eine Musikbibliothek mit Hunderten Titeln, mehrere Tausend Bilder, eine über 500 GByte große Steam-Bibliothek und einige Videoaufnahmen mit mehreren Gigabyte Dateigröße. Der gesamte Ordner kommt auf 1,2 Terabyte. Die große Datenmenge kombiniert mit gemischten Dateigrößen bringen alle getesteten Modelle an ihre Grenzen.

Die schnellsten SSDs im Testfeld schafften den Kopiervorgang in rund 30 Minuten. Dabei handelte es sich um die Crucial X10 Pro und die WD Black P50. Auch die Samsung T7 Shield und die Crucial X9 schneiden trotz USB 10 Gbit/s noch relativ gut ab. Die WD Black P40 hat allerdings Probleme, während die ältere Teamgroup M200 vollkommen überfordert ist. Nach knapp 400 GByte ist der SLC-Puffer aufgebraucht, danach geht es mit maximal 220 MByte pro Sekunde weiter. Erst nach einer Pause schafft die SSD wieder höhere Geschwindigkeiten.

Kleine Hitzköpfe

Ein Faktor, der die schnelleren SSDs beim Kopieren ausbremst, ist eine hohe Betriebstemperatur nach ein paar Minuten. Besonders die beiden Western Digital SSDs und die Crucial X10 Pro werden regelrecht heiß und drosseln sich immer wieder auf unter 200 MByte/s, die Teamgroup M200 sogar auf knapp 50 MByte/s. Bei großen Kopiervorgängen sollte daher darauf geachtet werden, die SSD nicht abzudecken.

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Fazit: Mit akzeptablen Lesegeschwindigkeiten bei zufälligen Zugriffen ist es bei allen getesteten SSDs möglich, direkt auf dem externen Laufwerk zu arbeiten und auch Spiele direkt von dort zu starten. Auch wenn interne SSDs objektiv meistens noch einmal deutlich schneller sind, lässt sich subjektiv kaum ein Unterschied feststellen. Häufiges hin- und herschieben von großen Datenmengen ist deshalb nicht notwendig.

Die Speicherpreise schlagen glücklicherweise auch auf externe SSDs durch. Die Samsung T7 Shield mit 4 TByte gibt es bereits ab rund 240 Euro. Die schnellste SSD im Test, die Crucial X10 Portable kostet in der zwei Terabyte-Variante ab 190 Euro, die X9 Pro mit 2 Terabyte gibt es ab 120 Euro.

Einen Aufpreis für die Portabilität zahlt man also in jedem Fall. Dafür bekommt man allerdings SSDs, die in jede Hosentasche passen, durchweg solide gebaut sind und keinerlei Einbau erfordern. Alle getesteten SSDs sind bereits im Handel erhältlich.


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