Mobile Computing: Exploit-Code für Android-Sicherheitslücke veröffentlicht
Für die in der vergangenen Woche bekanntgewordene Android-Sicherheitslücke hat der spanische Sicherheitsexperte Pau Oliva Fora auf Github Exploit-Code(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Damit lässt sich eine bestehende Android-Installationsdatei mit Schadcode versehen. Ein Angreifer muss nun nur noch das potenzielle Opfer dazu bringen, die fragliche Datei zu installieren, dann kann sich der Unbefugte einen umfangreichen Zugriff auf das Gerät verschaffen.
Entdeckt wurde das Sicherheitsloch von der Sicherheitsfirma Bluebox, die mittlerweile die Freeware Bluebox Security Scanner(öffnet im neuen Fenster) im Play Store und auch in Amazons Appstore(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht hat. Mit der App sollen Besitzer eines Android-Geräts prüfen können, ob die Sicherheitslücke bereits geschlossen wurde(öffnet im neuen Fenster). Außerdem können die auf dem Gerät installierten Apps daraufhin überprüft werden, ob diese Schadcode enthalten, der mit der Sicherheitslücke ausgenutzt werden kann.
Alle Android-Versionen betroffen
Das von Bluebox entdeckte Sicherheitsloch befindet sich in allen in Gebrauch befindlichen Android-Versionen, denn der Fehler ist seit Android 1.6 alias Donut in Googles Mobilbetriebssystem vorhanden.
Bluebox hat Google nach eigener Aussage bereits im Februar 2013 auf den Fehler hingewiesen. Im März 2013 will Google seinerseits dann die Gerätehersteller von Android-Geräten mit Patches versorgt haben, hat allerdings selbst noch keine Updates für die Nexus-Geräte veröffentlicht. Bisher soll es lediglich für das Galaxy S4 von Samsung einen Patch geben, der das Sicherheitsloch stopft. Derzeit ist nicht bekannt, wann Google und die anderen Hersteller von Android-Geräten entsprechende Updates dafür veröffentlichen.
Das Sicherheitsloch ermöglicht es Angreifern, den Code einer App zu verändern, ohne dass dabei die kryptographische Signatur modifiziert wird. Unbefugte könnten so Schadcode in eine vorhandene App einschleusen und müssten den Nutzer dann nur noch zur Installation der betreffenden Datei verleiten. Eigentlich sollte das System in einem solchen Fall darauf hinweisen, dass der Code der Installationsdatei verändert wurde.
Wenn es einem Angreifer gelingt, eine derart manipulierte Datei auf das Android-Gerät zu bekommen, erhält er Zugriff auf das Gerät. Dabei kann er all das tun, was die unveränderte App ebenfalls kann. Es hängt also von der Basis-App ab, was für Möglichkeiten der Angreifer erlangt. Eine Rechteausweitung soll nicht möglich sein.
Bei der Installation von Android-Apps sollten Nutzer vorerst besonders darauf achten, von wem die Installationsdatei stammt, rät Bluebox. Nur wenn der Nutzer ganz sicher ist, dass er dem Anbieter der App vertraut, sollte er die betreffende Datei installieren.
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