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Mobile Anzeigen: Vodafone dementiert Pläne für Werbeblocker auf Netzwerkebene

Chaos bei Vodafone: Nachdem Pläne für einen Adblocker auf Netzwerkebene mehrfach bestätigt worden waren, machte das Unternehmen wenig später einen Rückzieher. Nun wird alles dementiert.

Artikel veröffentlicht am ,
Vodafone hat Pläne für einen Adblocker zunächst bestätigt, dann dementiert.
Vodafone hat Pläne für einen Adblocker zunächst bestätigt, dann dementiert. (Bild: Shailesh Andrade/Reuters)

Vodafone Deutschland hat Pläne dementiert, das Blockieren von Anzeigen auf Netzwerkebene anzubieten. Das Fachmagazin Horizont hatte unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher berichtet, der kostenpflichtige Dienst Secure Net werde in den kommenden Monaten um einen Adblocker ergänzt. Ein Sprecher von Vodafone Deutschland sagte auf Anfrage von Golem.de zunächst, es sei unklar, ob das noch in diesem Jahr umgesetzt werde. Später dementierte er, dass es überhaupt solche Pläne gibt.

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Bislang schützt Secure Net die Kunden vor Viren, gefährlichen Dateien oder unsicheren Websites. Der britische Mobilfunkanbieter Three hat vor wenigen Wochen einen Werbeblocker für mobile Anzeigen angekündigt.

Ob andere deutsche Provider mobile Anzeigen blockieren wollen, ist derzeit unklar. Telefónica dementierte dem Bericht zufolge sämtliche Pläne für seine 40 Millionen Mobilfunkkunden in Deutschland. Auch die Deutsche Telekom wolle Werbung nicht komplett blockieren, hieß es. Im vergangenen Oktober hatte es bereits Berichte gegeben, wonach die Telekom mit dem israelischen Startup Shine Technologies kooperieren will, um mobile Anzeigen zu blockieren. Damals sagte die Telekom auf Anfrage von Golem.de: "Wir verfolgen alle Trends und Entwicklungen in der Branche, aber wir haben keinen festgelegten Plan in Bezug auf Werbeblocker."

Provider wollen für Traffic kassieren

Das Blockieren von mobilen Anzeigen könnte für die Werbewirtschaft ein ebenso großes Problem wie bei Desktop-PCs werden. Einer Erhebung von Globalwebindex zufolge ist der Anteil der Adblocker-Nutzer in jüngster Zeit sprunghaft gestiegen. Demnach gaben bereits 37 Prozent der Smartphone-Nutzer an, Werbeanzeigen auf ihrem Gerät zu blockieren. Weitere 42 Prozent sind der Umfrage zufolge interessiert an dem Einsatz eines Adblockers.

Provider könnten durch das Blockieren auf Netzwerkebene hingegen zusätzliche Einnahmen generieren. Nach den Vorstellungen von Three sollen nicht die Kunden, sondern die Werbetreibenden die Kosten für den Daten-Traffic der Anzeigen zahlen. Somit könnten sich die Provider von großen Konzernen wie Facebook oder Google für die Auslieferung der Daten bezahlen lassen. Im Gegenzug könnten die Konzerne dafür sorgen, dass bestimmte Kriterien für die Anzeigen eingehalten werden. So veröffentlichte Google zuletzt neue Richtlinien für App-Entwickler. Diese verbieten "irreführende" und "störende" Anzeigen in Apps des Play Store. Adblocker-Apps wurden ebenfalls explizit verboten, allerdings keine Browser-Apps mit integriertem Adblocker.

Nachtrag vom 4. März 2016, 15:44 Uhr

Vodafone-Sprecher Thorsten Höpken bestätigte auf Anfrage von Golem.de die Pläne für den Adblocker. Das Angebot solle noch im Laufe dieses Jahres in Secure Net integriert werden, vermutlich im Spätsommer oder Herbst. Weitere Details wollte Höpken nicht nennen. Er verwies darauf, dass für das bisherige Angebot der Traffic der Nutzer von einem zwischengeschalteten Server per Deep Packet Inspection (DPI) analysiert werde. Der Schutz ist laut Vodafone daher nicht aktiv, wenn man sich nicht im Vodafone-Netz befindet, die APN-Einstellungen ändert, einen fremden VPN-Client verwendet, eine HTTPS-Verbindung aufbaut sowie Speedy Connections, eine Smartphone-Datenkomprimierung oder E-Mail-Protokolle außer HTTP, POP3 oder SMTP nutzt.

Um Werbung von verschlüsselten Seiten zu unterdrücken, könnte beispielsweise der Traffic bestimmter Adserver oder bestimmter IP-Adressen geblockt werden. Die meisten Vermarkter verfügen aber ohnehin nicht über verschlüsselte Seiten.

Nachtrag vom 4. März 2016, 16:06 Uhr

Vodafone hatte ursprünglich angekündigt, den Adblocker für Secure Net in den kommenden Monaten umzusetzen. Jetzt hat das Unternehmen Golem.de mitgeteilt, es sei nicht sicher, ob das noch 2016 passieren wird. Der Text wurde entsprechend geändert.

Nachtrag vom 4. März 2016, 16:40Uhr

Ein Sprecher von Vodafone Deutschland hat nun alle Pläne für einen Adblocker für Secure Net des Unternehmens dementiert. Der Artikel wurde entsprechend angepasst.

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Arkarit 06. Mär 2016

Dann muss ich dich leider enttäuschen. Du wirst in jedem Fall auch weiterhin dafür...

Tom85 05. Mär 2016

...dass sie von heute auf morgen alle Pläne über den Haufen werfen.

MaxRink 05. Mär 2016

Sagt dir Pinning mit TOFU was? Gegeben dass du eine Website zu Hause bereits einmal...

sofries 04. Mär 2016

Da denkt wohl jemand, dass Vodafone eine kleine sechs Mann Bude ist. Die Vodafone Group...

Tuxraxer007 04. Mär 2016

Mit einen unschönen Trick ist es möglich, auch bei https-Verbindungen diese zu...


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