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Freie Fahrt für freie Treiber

Der Knackpunkt bei ARM-SoCs und freien Treibern ist meist der Grafikchip. Auch für die im MNT Reform verbaute GPU - eine Vivante GC7000 Lite - gibt es von Haus aus keine freien Treiber. "Die GPU kommt in den Entertainment-Systemen von Airbus- und Boeing-Flugzeugen zum Einsatz. Die Firma Pengutronix wurde vom Hersteller der Entertainmentsysteme beauftragt, einen offenen Treiber per Reverse Engineering zu schreiben", erklärt Hartmann. Doch Entertainment-Systeme und verschiedenste Programme auf Linux-Laptops seien dann doch nicht ganz das Gleiche.

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"Am Anfang hatten wir richtig viele GPU-Probleme", sagt Hartmann. Mittlerweile funktioniere jedoch das meiste bis hin zu OpenGL 2.1 mit komplett freien Treibern. Das neuere OpenGL 3 jedoch nicht. "Grafische Oberflächen und Programme, die auf [den Displayserver] Wayland setzen, funktionieren bereits problemlos."

Mit Xwayland, der Kompatibilitätsschicht zum in die Jahre gekommenen X-Server von X.org, gebe es noch mit einigen Programmen Probleme. Die meisten aktuellen Distributionen und Programme setzen jedoch bereits auf Wayland oder lassen sich wie Firefox und Chromium damit betreiben. "Kurz: Alles mit GTK3 oder aktuellen QT-Versionen läuft flüssig, mit GTK2 oder DesktopGL gibt es immer wieder Schwierigkeiten", fasst Hartmann zusammen. Die meisten Probleme seien jedoch schon gelöst. Auch die Hardwaredecodierung von H.264-Videos ist in Arbeit, mit Gstreamer funktioniert sie bereits.

Mit dem freien Grafiktreiber ist das MNT-Projekt vielen anderen ARM-basierten Projekten wie dem Pinebook oder dem Pinephone, die ebenfalls Wert auf Offenheit legen, weit voraus. Beispielsweise nutzt die Mali-Grafik des Pinebooks den proprietären ARM-Treiber und ist damit deutlich weniger frei als der MNT Reform.

Es funkt frei

Je nach Konfiguration des MNT Reform ist eine Mini-PCIe-Wi-Fi-Karte mit freier Firmware eingebaut. Der verbaute Atheros-Chip (ath9k) unterstützt Wi-Fi 4 beziehungsweise 802.11n mit 2,4 GHz. Für Wi-Fi-Karten mit neueren Funkstandards gibt es bis dato leider keine freie Firmware. Alternativ könnte der Mini-PCIe-Port auch für andere Karten genutzt werden. In einem M.2-2280-Slot findet eine NVMe-SSD Platz. In unserem Testmodell stammt diese von Transcend und umfasst 1 TByte.

  • Ein bereits zusammengebauter MNT Reform (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gehäuse ist aus CNC-gefrästen Aluminium. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auch das MNT-Logo ist auf dem Deckel. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wo bei anderen Laptops eine Kamera ist, hat der Reform eine Schraube. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Herzstück des MNT ist ein Steckmodul mit SoC, RAM und Speicher. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das SoC wird passiv gekühlt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Eine Plexiglasscheibe am Boden gibt den Blick ins Innere frei. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Akkus lassen sich einzeln tauschen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Trackball von unten (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein kleines Display über der Tastatur kann den Akkustand anzeigen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Anschlüsse auf der linken Seite. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Anschlüsse auf der rechten Seite. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Tasten können ausgetauscht und so verschiedene Tastaturlayouts realisiert werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Standardmäßig hat der Reform einen Trackball, alternativ ist aber auch ein Trackpad möglich. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Laptop bring rund 2 Kilo auf die Waage. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Eine Plexiglasscheibe am Boden gibt den Blick ins Innere frei. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Neben den Chips und Karten stechen vor allem die acht blauen Akkus ins Auge, die einzeln verbaut sind und auch einzeln gewechselt werden können. Es handelt sich dabei um Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus, die sonst eher in E-Bikes oder Solar-Powerbanks zum Einsatz kommen.

Die Technik habe den Vorteil, dass die Akkus deutlich sicherer seien und sich weniger schnell entzündeten oder explodierten, erklärt Hartmann. Zudem seien sie mit 2.000 Ladezyklen deutlich langlebiger. Herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus mit NMC-Kathoden bringen dafür rund 50 Prozent mehr Ladung unter.

MNT gibt eine Akkulaufzeit von rund 5 Stunden an, bei einer Akkukapazität von insgesamt 46 Wattstunden. In unserem Test hielt der Laptop beim kontinuierlichen Abspielen eines Full-HD-Videos (h.264, 30 fps) bei einer Bildschirmhelligkeit von 80 Prozent rund 2,5 Stunden ohne externe Stromzufuhr durch.

Allerdings weiß das Betriebssystem im Moment noch gar nicht, dass es auf einem Laptop läuft, so lässt sich beispielsweise im Betriebssystem der Akkustand gar nicht anzeigen. Doch mit der Tastenkombination Hyper und V kann die aktuelle Akkuladung auf dem Mini-Display über der Tastatur angezeigt werden.

MNT-Logo oder Akku-Anzeige auf Knopfdruck

Das kleine Display haben wir anfangs nur für ein beleuchtetes Logo gehalten, doch es ist ein vollwertiges OLED-Display mit 128 x 32 Pixeln, das unabhängig vom Betriebssystem Informationen wie den Akkustand anzeigen kann. Natürlich ist auch dessen Funktionsweise offen, so dass eigene Funktionen programmiert und mit der MNT-Community geteilt werden können. Damit lassen sich sicher viele coole Funktionen umsetzen. Von der Anzeige der Prozessorauslastung bis hin zur Anzeige der Zahl neuer E-Mails ist vieles vorstellbar.

  • Ein bereits zusammengebauter MNT Reform (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gehäuse ist aus CNC-gefrästen Aluminium. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auch das MNT-Logo ist auf dem Deckel. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wo bei anderen Laptops eine Kamera ist, hat der Reform eine Schraube. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Herzstück des MNT ist ein Steckmodul mit SoC, RAM und Speicher. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das SoC wird passiv gekühlt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Eine Plexiglasscheibe am Boden gibt den Blick ins Innere frei. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Akkus lassen sich einzeln tauschen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Trackball von unten (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein kleines Display über der Tastatur kann den Akkustand anzeigen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Anschlüsse auf der linken Seite. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Anschlüsse auf der rechten Seite. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Tasten können ausgetauscht und so verschiedene Tastaturlayouts realisiert werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Standardmäßig hat der Reform einen Trackball, alternativ ist aber auch ein Trackpad möglich. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Laptop bring rund 2 Kilo auf die Waage. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Ein kleines Display über der Tastatur kann den Akkustand anzeigen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Am Gehäuse findet sich um die Anschlüsse nach außen extra eine abschraubbare Plastikabdeckung, damit weitere Anschlüsse einfach hinzugefügt werden können. Auf der einen Seite sind dort ein Full-Size-SD-Karten-Slot, von dem auch gebootet werden kann, eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Mikrofon und Kopfhörer, ein Gigabit-Ethernet-Port sowie eine Buchse für das Netzteil untergebracht.

Auf der anderen Seite gibt es neben dem bereits erwähnten HDMI-Anschluss drei USB-3.0-Anschlüsse Typ A. Auf USB-C sei bewusst verzichtet worden, weil die Nutzerschaft Funktionen wie Alt-Modes oder Power Delivery erwarte, die man nicht ohne weiteres erfüllen könne, erklärt Hartmann. Daher habe das MNT-Team statt auf eine halbherzige USB-C-Lösung lieber auf robuste USB-A-Ports gesetzt.

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 ARM, aber sexyEine hausgemachte Tastatur mit vielen Möglichkeiten 
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George99 02. Sep 2020 / Themenstart

Im vollen Bewusstsein hier wohl auf ein Trollposting zu antworten: Wenn du...

lemmingo123 26. Aug 2020 / Themenstart

Kommt drauf an: willst du sämtliche Hard- und Software für deinen Laptop als Open-Source...

Eheran 26. Aug 2020 / Themenstart

Vor 15 Jahren also? Dann ist das natürlich ein relevantes Problem, weswegen man die...

derdiedas 26. Aug 2020 / Themenstart

Ich habe hier das PiTop Ceed - da geht es ;-)

Daepilin 26. Aug 2020 / Themenstart

Ich seh das zwar nich ganz so krass, aber ja... Ich hab auch mehrere Rapsberry PIs zum...

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