MMX: Japan will Proben von Marsmond zur Erde bringen
Die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa hat kürzlich ihre Marsraumsonde namens Martian Moons Exploration (MMX)(öffnet im neuen Fenster), vorgestellt und den Starttermin verkündet. Die Sonde soll am 20. Oktober 2026(öffnet im neuen Fenster) mit dem Ziel in den Weltraum aufbrechen, eine Bodenprobe vom Marsmond Phobos einzusammeln.
Der Launch soll vom Tanegashima Space Center mit der japanischen H3-Rakete erfolgen. Falls es zu technischen Komplikationen kommen sollte oder die Wetterbedingungen keinen Start ermöglichen, hat die Jaxa bis zum 7. November 2026 Zeit, um MMX auf den Weg zum Mars zu schicken.
Falls das Unterfangen gelingt, wäre Japan das erste Land, das Proben von einem Marsmond zur Erde transportiert. Zwar versuchte Russland mit seiner Phobos-Grunt-Mission dies bereits beim namensgebenden Mond, doch das Vorhaben scheiterte kurz nach dem Start im November 2011. Auch zwei 1988 gestartete sowjetische Raumsonden erreichten ihr Missionsziel nicht.
Verzögerungen und die lange Reise zum Mars
Ursprünglich sollte MMX bereits 2024 starten, jedoch musste dies aufgrund von Problemen mit der H3-Rakete verschoben werden. Da Mars und Erde nur einmal alle 26 Monate in der richtigen Konstellation für interplanetare Starts stehen, dauerte es zwei Jahre, bis sich ein neues Startfenster öffnete.
MMX wird etwa ein Jahr für ihren Weg zum Mars brauchen. Sobald sich die Sonde in der Umlaufbahn um den Roten Planeten befindet, wird die Mission dessen zwei kleine Monde kartografieren und untersuchen. Phobos ist lediglich 22 Kilometer groß und Deimos mit seinen zwölf Kilometern Durchmesser sogar noch kleiner.
Observation und Landung
Während der Vorbeiflüge soll die Sonde nach einem geeigneten Landeplatz auf Phobos suchen, wo sie den etwa 25 Kilogramm schweren französisch-deutschen Rover Idefix absetzen soll. Der kleine Roboter, benannt nach dem Hund aus den französischen Asterix-Comics, soll die Oberfläche des Himmelskörpers mit verschiedenen Instrumenten detailliert untersuchen.
Die MMX-Sonde selbst soll dann in einer spiralförmigen Bahn auf der Oberfläche landen und etwa 10 Gramm Material einsammeln. 2030 soll sie Phobos mit diesen Proben verlassen und ein Jahr später die Erde erreichen. Die Mission zielt darauf ab, Aufschluss über die Beschaffenheit und den Ursprung von Phobos und Deimos zu geben.
Anhand der Proben und Fernerkundungsbeobachtungen soll geklärt werden, ob die beiden Monde durch einen gigantischen Einschlag auf den jungen Mars entstanden sind oder es sich um Asteroiden aus dem äußeren Sonnensystem handelt, die von den Gravitationskräften des Planeten eingefangen wurden.
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