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Mitsubishi Aircraft MRJ90: Regionaljet aus Japan soll in wenigen Monaten abheben

Mit dem Mitsubishi Regional Jet 90 wird es bald ein großes Regionalflugzeug "Made in Japan" geben. Das Rollout fand bereits statt. Nun ist der nächste große Schritt der Erstflug des MRJ90. 2017 sollen die ersten Kunden das Flugzeug einsetzen können.
/ Andreas Sebayang
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Mit dem MRJ90 und MRJ70 will Mitsubishi noch 2017 seine ersten Regionaljets in Dienst stellen. (Bild: Mitsubishi Aircraft Corporation)
Mit dem MRJ90 und MRJ70 will Mitsubishi noch 2017 seine ersten Regionaljets in Dienst stellen. Bild: Mitsubishi Aircraft Corporation

Die Mitsubishi Aircraft Corporation hat am vergangenen Wochenende den Rollout(öffnet im neuen Fenster) des neuen Flugzeugs MRJ90(öffnet im neuen Fenster) vollzogen. Mit 70 bis 90 Passagieren gehört das Flugzeug, wie der verwandte MRJ70, zu den Fluggeräten, die im Regionalverkehr eingesetzt werden. Es wird also vor allem kleine Flughäfen anbinden oder auf kurzen Strecken operieren. Zu klein darf der Flughafen allerdings nicht sein, da die Start- und Landebahn für die Kurzstreckenvarianten rund 1.500 Meter lang sein muss. Dem Flughafen Mannheim fehlen dazu beispielsweise rund 500 Meter, weswegen die Flüge nach Berlin mit der Turboprop-Variante der Dornier 328(öffnet im neuen Fenster) durchgeführt werden. Die Reichweite der Mitsubishi-Flugzeuge beträgt je nach Modell zwischen 1.530 und 3.310 km. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Mach 0,78. Insgesamt sind 3 MRJ70- und 3 MRJ90-Varianten geplant, die sich vor allem in der Reichweite unterscheiden und dementsprechend unterschiedliche Anforderungen an die Startbahn haben.

Mitsubishi Regional Jet – Herstellervideo
Mitsubishi Regional Jet – Herstellervideo (07:52)

Wie viele Flugzeugneuentwicklungen soll auch der MRJ90 sehr effizient fliegen. Mitsubishi spricht von einer Verbesserung um 20 Prozent verglichen mit den derzeit eingesetzten Flugzeugen. Das ist ein Wert, den allerdings viele Flugzeughersteller für ihre neue Generation angeben. Mitsubishis Maschine ist die erste Regionaljet-Entwicklung des Konzerns. Die Mitsubishi-Unternehmensgruppe kann aber auf eine lange Tradition des Flugzeugbaus zurückblicken und ist ein wichtiger Partner bei der Entwicklung der Boeing 787 alias Dreamliner(öffnet im neuen Fenster) .

Der MRJ90-Jet wird innen auf eine 2-2-Sitzkonfiguration setzen. Zwischen den vier Sitzen einer Reihe gibt es einen 46 cm schmalen Gang. Mit einer Ganghöhe von 2,03 Metern dürften die meisten Menschen aufrecht in dem Flugzeug laufen können. Außerdem verspricht Mitsubishi, die größten Gepäckablagen in der Regionaljetklasse zu bieten.

Viel Konkurrenz für Mitsubishi

In Konkurrenz tritt Mitsubishi mit dem MRJ90 vor allem mit den Produzenten, die sich auf Regionalflieger spezialisiert haben. Besonders erfolgreich sind in Europa etwa der brasilianische Hersteller Embraer mit zahlreichen E-Jet-Flugzeugen sowie das kanadische Unternehmen Bombardier mit seiner CRJ-Familie (Canadair Regional Jet) vertreten. Beide Flugzeugfamilien setzt hierzulande auch die Deutsche Lufthansa ein. Etwas seltener anzutreffen sind Modelle aus Russland und China. Auch der russische Sukhoi Superjet(öffnet im neuen Fenster) steht als vergleichsweise junge Regionalflugzeugfamilie mit Mantelstromtriebwerken in Konkurrenz zu den Japanern. China arbeitet zudem am Comac ARJ(öffnet im neuen Fenster) , der sich bereits in der Erprobungsphase befindet.

In ferner Zukunft will auch Airbus im Markt der Regionalflugzeuge vertreten sein. Das E-Concept sieht den Einsatz von 6 elektrisch betriebenen Mantelpropellern vor . Doch bis der Hybrid-Flieger abhebt, dürften noch ein oder zwei Jahrzehnte vergehen. Mitsubishi wird hingegen seinen Erstflug voraussichtlich im zweiten Quartal 2015 absolvieren. Bereits jetzt ist das Produkt ein Erfolg. 375 Bestellungen meldete Mitsubishi im September 2014(öffnet im neuen Fenster) . Es handelt sich allerdings zum Teil um Optionen. Dazu kommen Absichtserklärungen. An dem Flugzeug von Mitsubishi sind derzeit überwiegend Kunden aus Japan und den USA interessiert. Die ersten Flugzeuge sollen 2017 bei den Fluggesellschaften in Dienst gestellt werden.


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