Digital Independence Day: Machst du mit bei der Känguru-Rebellion?

Schluss mit der Abhängigkeit von wenigen superreichen Technokraten: Das ist das Ziel der Initiative, die der Autor, Kleinkünstler und Erfinder des rebellischen Kängurus(öffnet im neuen Fenster) , Marc-Uwe Kling, im Dezember ins Leben gerufen hat. Der Digital Independence Day, kurz #DID(öffnet im neuen Fenster) , findet jeden ersten Sonntag im Monat statt. Wir möchten wissen: Machst du dich auch unabhängig, zum Beispiel von US-Diensten? Erzähl uns deine Wechselgeschichten!
An der Initiative beteiligen sich Organisationen wie die Digitale Gesellschaft und Unternehmen wie Nextcloud oder Wechange. "Es vergeht kaum ein Tag, an dem sich nicht neue Organisationen auf termine.di.day registrieren, die eigene Veranstaltungen anbieten" , sagt der Koordinator und Organisator von Safe Social, Björn Staschen, im Gespräch mit Golem.
Golem : Wie ist die Initiative organisiert – in festen Strukturen, mit digitalen Tools oder dezentral durch Kooperationen?
Björn Staschen : Die treibenden Kräfte zu Beginn waren vor allem Marc-Uwe Kling, der die Idee ausformuliert hat, der Chaos Computer Club, der dem DID auf dem 39C3 dieses fantastische Forum gegeben hat, und wir bei Save Social, die ein wenig koordiniert und die Website aufgebaut haben.
Wir haben eine Signal-Gruppe, in der wir uns Aktionen und News zuwerfen, einen Call im Monat, in dem wir uns miteinander besprechen und Ideen teilen. Und Save Social führt eine E-Mail-Liste der unterstützenden Organisationen, an die wir die DID-Bilder und -Grafiken verteilen. An sich sind wir dezentral, ohne eine zentrale Stelle – eine Bewegung, die aus sich heraus wachsen soll.
Golem : Kann jede*r den DID individuell umsetzen, oder gibt es eine Plattform/Anmeldung für die Koordination?
Staschen : Die Idee ist, dass jeder macht, was er kann oder möchte. Es gibt einen Nextcloud-Ordner mit Designhilfen, den Kalender und termine.di.day für die Veranstaltungen – und ansonsten Freiheit, Kreativität und Einfallsreichtum.
Golem : Werden Helfer gesucht oder ist Eigeninitiative gefragt?
Staschen : Jeder Helfer, jede Helferin ist willkommen, sich direkt mit regionalen Initiativen zu vernetzen, die im Kalender zu finden sind. Wir können leider keine Helfer und Hilfssuchende zusammenbringen – dafür fehlt uns die Kapazität. Vielleicht gibt es dafür mal eine technische Lösung, eine Art Helferbörse?
Golem : Drehen wir das Jahr zwölf Monate weiter: Was soll nach einem Jahr DID erreicht worden sein?
Staschen : Nach einem Jahr wollen wir mehr Menschen erreichen als heute – und weniger als in zwei Jahren: Es wäre toll, wenn wir weiter wachsen, auch europaweit, zu einer Bewegung, die sich die digitale Freiheit zurückerobert. Eine Bewegung, an der auch Regierende und Politik nicht mehr vorbeikommen. Das Land Schleswig-Holstein zeigt , dass ein Umstieg auf offene Software möglich ist – es wäre toll, wenn weitere folgen und wir Vielfalt stärken. Denn damit stärken wir Resilienz und Unabhängigkeit.
Wie steht es mit deiner digitalen Souveränität? Wir sind gespannt auf deine Geschichten!
Hinweis in eigener Sache: Golem organisiert eine neue Konferenz zu IT-Souveränität! Die Rack & Stack(öffnet im neuen Fenster) findet im April statt – Tickets gibt's hier(öffnet im neuen Fenster) .



