Mitarbeitermotivation: Tesla Grünheide baut 400.000 Autos - dafür gibt es Pizza
Die Gigafactory Berlin in Grünheide hat laut internen Chatnachrichten am 25. September 2024 das 400.000 Fahrzeug gebaut. Zur Feier des Tages hätten die Mitarbeiter eine verlängerte Pause und ein Stück Pizza erhalten, heißt es beim Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .
André Thierig, Teslas Deutschlandchef und Werksleiter der Gigafactory, nutzte bei einer Betriebsversammlung dem Bericht zufolge die Situation bei Volkswagen als warnendes Beispiel für seine Belegschaft. Er betonte die ernste Lage des Wettbewerbers und forderte seine Mitarbeiter auf, über die Zukunft des Unternehmens nachzudenken.
Obwohl die Produktion von 400.000 Fahrzeugen einen großen Meilenstein darstellten, sehe sich das Unternehmen mit Herausforderungen konfrontiert. Der ursprüngliche Plan, die jährliche Produktionskapazität auf eine Million E-Autos zu erhöhen, wurde vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben. Tesla hatte den Ausbau an eine Erholung des Elektroautomarktes geknüpft.
Die sinkende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und der Wettbewerbsdruck durch günstigere Angebote aus China bereiten dem Standort Grünheide Schwierigkeiten. Als Reaktion darauf baute das Management in den vergangenen Wochen Hunderte Stellen ab.
Interne Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Thierig äußerte bei der Betriebsversammlung Bedenken über den hohen Krankenstand im Werk. Er warnte, dass ein dauerhaft hoher Anteil von 15 bis 18 Prozent kranker Mitarbeiter zu Produktivitätsverlusten führen und sich negativ auf die Fahrzeugpreise auswirken könnte.
Nicht alle Mitarbeiter teilen Thierigs Sichtweise. Einige äußerten Zweifel daran, wie sie persönlich die Verkaufszahlen beeinflussen könnten, während andere die Lösung nicht in einer beschleunigten Produktion sähen, heißt es beim Handelsblatt.
Tesla versucht, den Absatzproblemen entgegenzuwirken, indem das Unternehmen in Deutschland nun auch Rechtslenker für die Märkte in Irland und Großbritannien produziert. Gleichzeitig stehe die Produktionsstätte für Batteriepacks dem Bericht nach aufgrund von Umbaumaßnahmen still. Tesla plant, dort ab 2025 neue Batteriepacks herzustellen.
Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Das Unternehmen arbeite auch an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Es würden Drohnen zur Überwachung von Staubablagerungen getestet, um präzisere Reinigungsintervalle festzulegen. Zur Verbesserung der Luftqualität in den Werkshallen installiere Tesla sieben neue Absauganlagen und 225 neue Dunsthauben.
Die Arbeitssicherheit steht ebenfalls im Fokus. Der Betriebsrat wies auf "sicherheitsgefährdende Rutschflächen" in einigen Produktionsbereichen hin. Tesla teste nun eine neue Beschichtung, um dieses Unfallrisiko zu minimieren.
Um zukünftige Informationslecks zu verhindern, sucht Tesla aktuell einen Security Intelligence Advisor für den Standort Grünheide. Diese Position solle sowohl proaktive als auch reaktive Ermittlungen durchführen und gegen interne und externe Bedrohungen für Teslas geschützte und vertrauliche Informationen vorgehen, heißt es in dem Bericht.
- Anzeige Hier geht es zu Elektromobilität: Grundlagen und Praxis bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



