Mitarbeiter Nummer 10: Betrüger verkauft gefälschten Apple-Ausweis für 946 Dollar
Auf Ebay ist kürzlich eine Auktion beendet worden, bei der ein angeblicher Mitarbeiterausweis von Sherry Livingston, der ersten Sekretärin bei Apple, für 946 US-Dollar den Besitzer gewechselt hat. Wie der Angebotsbeschreibung(öffnet im neuen Fenster) sowie den beiliegenden Fotos zu entnehmen ist, soll der Ausweis am 10. März 1977 ausgestellt worden sein. Livingston war die zehnte Person, die Apple seit Bestehen des Unternehmens einstellte.
Ein Blogger namens Cabel Sasser sah sich das Angebot jedoch etwas näher an(öffnet im neuen Fenster) und stellte ein paar Ungereimtheiten fest, die ihn zu dem Schluss kommen ließen, dass der Ausweis gefälscht ist. Einen ersten Verdacht schöpfte er schon bei genauerer Betrachtung der Abnutzungserscheinungen, beispielsweise den Kratzern, die aussehen, als sei der Ausweis mit Sandpapier bearbeitet worden.
Darüber hinaus wirkte für den Blogger auch der getippte Text auf dem Ausweis "verdächtig einheitlich" – zumindest für ein mehr als 40 Jahre altes Dokument. Untermauert wurde Sassers Verdacht von Chris Espinosa, der seinerzeit Apple-Mitarbeiter Nummer 8 war. Er gab auf Mastodon(öffnet im neuen Fenster) gleich mehrere Hinweise zu der Fälschung, etwa dass die Person auf dem Ausweisfoto gar nicht Sherry Livingston und das Bild nicht mit einer Polaroidkamera mit Blitzlicht aufgenommen worden sei.
Mal eben eine Rechnung vom DRK gefälscht
"Einer der qualifiziertesten Menschen auf dem Planeten Erde, der sagen kann, dass dies eine Fälschung ist, sagt auch, dass dies eine Fälschung ist" , schlussfolgerte Sasser und entschied sich, den Verkäufer zu kontaktieren. Letzterer erklärte, er habe den Ausweis ursprünglich vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) erworben. Ein paar Stunden später übermittelte er dem Blogger sogar Fotos von der Rechnung. Doch auch diese wirft Fragen auf.
Nachdem Sasser die Fotos auf Mastodon geteilt(öffnet im neuen Fenster) hatte, erhielt er von anderen Nutzern gleich mehrere Hinweise(öffnet im neuen Fenster) , dass es sich auch bei der Rechnung um eine Fälschung handle. Besonders auffällig(öffnet im neuen Fenster) ist etwa der wohl schlecht übersetzte Satz "Wir danken Ihnen für Ihr Unternehmen" , der ganz unten auf dem Rechnungsdokument zu sehen ist.
Darüber hinaus ist auf der Rechnung auch keine Mehrwertsteuer ausgewiesen und anstelle von PLZ ist die Postleitzahl mit ZIP abgekürzt(öffnet im neuen Fenster) , was in den USA üblich ist, nicht aber in Deutschland. Anschrift und Bankverbindung des Rechnungsstellers fehlen vollständig und auch das Datumsformat ist für eine deutsche Rechnung eher untypisch.
Auch die beiliegende Skizze ist gefälscht
Abgesehen davon wies der Verkäufer Sasser auf Details der Rechnung hin, bei denen er sich offenbar besonders viel Mühe gegeben hatte, etwa bei der Währung. Da die Rechnung angeblich aus dem Jahre 2001 stammte, war der Rechnungsbetrag in D-Mark angegeben. "Das kann nicht sein. Ein normaler Mensch würde das nicht erwähnen. Nur jemand, der stolz auf ein Detail ist, das ihm bei seiner Fälschung eingefallen ist, würde darauf hinweisen" , meinte Sasser.
Erfolgreich war die betrügerische Auktion aber dennoch. Sie endete am 12. Mai bei einem Preis von 946 US-Dollar. Neben dem Ausweis erhielt der Käufer eine von Hand gezeichnete Karte des damaligen Büros von Apple, die Chris Espinosa am 30. Januar 1978 erstellt haben soll. Doch auch diese ist laut Espinosa gefälscht. "Das ist nicht meine Originalskizze" , betonte er auf Mastodon(öffnet im neuen Fenster) .
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



