Mitarbeiter im Apple Store: Apple zahlt für Taschenkontrollen 30 Millionen US-Dollar

Jahrelang wurden die Taschen von Apple-Store-Angestellten außerhalb der Arbeitszeit kontrolliert.

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Das Anstehen beim Apple Store war für Mitarbeiter alltäglich - aber erst beim Verlassen.
Das Anstehen beim Apple Store war für Mitarbeiter alltäglich - aber erst beim Verlassen. (Bild: Jack Taylor/AFP via Getty Images)

In einer Sammelklage hat es einen Vergleich zwischen Apple und den Beschäftigten in den Apple Stores gegeben. Apple zahlt an die Kläger 29,9 Millionen US-Dollar, weil diese jahrelang gezwungen wurden, sich außerhalb der Arbeitszeit einer Taschenkontrolle zu unterziehen. Das berichtet unter anderem Bloomberg mit Verweis auf einen entsprechenden Gerichtsbeschluss.

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Im Februar 2021 entschied ein Gericht, die von Apple durchgeführten Taschenkontrollen seien unzulässig. Nun haben die Anwälte der Beschäftigten einen Bundesrichter um die Genehmigung des Vergleichs gebeten, der nach einem langwierigen achtjährigen Rechtsstreit zustande gekommen war. Eine entsprechende Sammelklage wurde 2013 eingereicht.

Die Klage betraf die Beschäftigten der 52 Apple Stores im US-Bundesstaat Kalifornien. Die Sammelklägergruppe umfasst 14.683 Angestellte; jeder von ihnen soll nun 1.286 US-Dollar aus dem Vergleich erhalten, so die Anwälte in der Gerichtsakte. Das Gerichtsurteil betrifft alle in Kalifornien tätigen Apple-Store-Mitarbeiter seit 2009. Apple gibt an, seit Dezember 2015 keine Taschenkontrollen mehr vorgenommen zu haben.

Taschenkontrollen konnten auch mal 45 Minuten dauern

Nach den Schilderungen von Angestellten kam es vor, dass Mitarbeiter fast 45 Minuten auf eine Taschenkontrolle warten mussten, wenn gerade besonders viel los war. Aber auch im günstigsten Fall dauerte eine Taschenkontrolle fünf Minuten. Innerhalb eines Jahres kamen selbst bei einer täglichen Wartezeit von nur fünf Minuten bei einer Sechs-Tage-Woche bereits mehr als drei volle Arbeitstage zusammen. Bevor die Taschen nicht kontrolliert wurden, durften die Angestellten ihren Arbeitsplatz nicht verlassen.

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Apple hatte im Februar 2021 vor Gericht argumentiert, dass die Angestellten Taschen oder ihre privaten Apple-Geräte zu Hause lassen könnten. Dann müsste auch nicht kontrolliert werden. Dabei legt Apple eigentlich großen Wert darauf, dass die Mitarbeiter die eigenen Produkte besitzen und verwenden. Das zeigen Berichte aus dem Innenleben der Apple Stores.

Gericht widersprach der Argumentation von Apple

Das Gericht bezeichnete das Argument von Apple auch als ironisch und widersprüchlich. Denn Apple selbst sehe das iPhone als "'integralen' Bestandteil des Lebens aller anderen" und betrachte das iPhone ausgerechnet für die eigenen Mitarbeiter als "unnötig", heißt es im Urteil vom Februar 2021.

Für das Gericht sei eindeutig, dass die Taschenkontrollen nur durchgeführt würden, weil es darum gehe, Diebstahl zu verhindern. Daher müsse dies als Arbeitszeit gezählt und bezahlt werden. Das Gericht verlangte von Apple, dass die Angestellten dafür finanziell entschädigt werden.

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