Mitarbeiter entlassen: Radiosender stellt auf KI-basierte Moderation um

Der polnische Radiosender OFF Radio Krakau will seine gesamten Inhalte fortan mithilfe künstlicher Intelligenz erstellen. Wie aus einer Mitteilung des Senders(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, soll zudem die Moderation von drei fiktiven Charakteren namens Emi(öffnet im neuen Fenster) , Kuba(öffnet im neuen Fenster) und Alex(öffnet im neuen Fenster) übernommen werden, die zwischen 20 und 23 Jahre jung sind und "vorbildliche Vertreter der sogenannten Generation Z" darstellen.
Die Charaktereigenschaften dieser Figuren seien von echten Journalisten entworfen worden, heißt es. Anschließend habe der Sender auf dieser Grundlage die Stimmen und Bilder des Moderationsteams generiert. Die von den Moderatoren vorgetragenen Inhalte würden per KI erstellt und anschließend von Journalisten geprüft.
Gleiches gelte auch für die auf der Webseite von OFF Radio Krakau veröffentlichten Artikel. Und auch bei der Auswahl der im Radio gespielten Musik soll KI dabei helfen, den Musikgeschmack junger Hörer zu treffen.
Angeblich nur ein zeitlich begrenzter Testlauf
Der Sender betont, dass es sich bei der Umstellung lediglich um einen Test handelt, mit dem die Möglichkeiten und Grenzen künstlicher Intelligenz in ihrem derzeitigen Entwicklungsstadium ausgelotet werden sollen. Dabei soll auch untersucht werden, welche Auswirkungen KI auf die Kultur, die Medien, den Journalismus und die Gesellschaft hat.
Der Mitteilung zufolge ist das Projekt zeitlich begrenzt. Der Radiosender geht davon aus, dass der KI-Testlauf maximal drei Monate andauert und danach ausgewertet wird.
Frei von Kritik bleibt das Experiment von OFF Radio Krakau derweil nicht. Wie The Register berichtet(öffnet im neuen Fenster) , habe ein früherer Moderator des Senders eine inzwischen von mehr als 20.000 Personen unterzeichnete Petition(öffnet im neuen Fenster) eingereicht, laut der vor Beginn des KI-Tests "etwa ein Dutzend Leute" entlassen wurden.
Der Sender bestreitet jedoch, dass das Ausscheiden der betroffenen Personen mit dem KI-Experiment zusammenhängt, und verweist stattdessen auf ausgelaufene Verträge, die schlichtweg nicht verlängert wurden. "Es handelte sich um Gastmitarbeiter, die einmal pro Woche Programme für uns gemacht haben" , argumentierte der Radiosender.