Mit ZF und Nvidia: Deutsche Post entwickelt autonome Streetscooter

Nicht nur elektrisch, sondern auch autonom: Die Deutsche Post treibt die Entwicklung eigener Lieferwagen mit dem Zulieferer ZF und dem Chiphersteller Nvidia voran.

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Soll autonom fahren können: der Streetscooter der Deutschen Post
Soll autonom fahren können: der Streetscooter der Deutschen Post (Bild: Deutsche Post)

Die Deutsche Post DHL Group will im kommenden Jahr eine Testflotte von autonomen und rein elektrischen Lieferfahrzeugen aufbauen. Wie der Zulieferer ZF Friedrichshafen AG am Dienstag mitteilte, erhalten die Lieferwagen eine Steuereinheit, die ZF zusammen mit dem Chip- und Grafikkartenhersteller Nvidia entwickelt hat. Beide Firmen hatten auf der CES 2017 eine Kooperation angekündigt, um das Nvidia Automodul Drive PX 2 zu nutzen.

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Die Deutsche Post hat den Angaben zufolge derzeit eine Flotte von 3.400 Streetscooter-Lieferfahrzeugen. Diese können mit Sensoren von ZF ausgestattet werden, vor allem Kamera, Lidar- und Radarsensoren. Die Steuerbox ZF ProAI verarbeite anschließend die Daten. Dank Künstlicher Intelligenz (KI) könnten die Fahrzeuge "später ihre unmittelbare Umgebung 'verstehen', eine sichere Route planen oder kurzfristig umplanen, sie verfolgen und das Fahrzeug eigenständig parken", heißt es in der Mitteilung. So würden Zustellungen präziser, sicherer und günstiger.

Um diese KI-Lieferfahrzeuge zu entwickeln, habe die Deutsche Post bereits ihr Rechenzentrum mit dem Nvidia-Chip DGX-1 ausgerüstet und trainiere so dessen künstliches neuronales Netz. Im Laufe der weiteren Fahrzeugentwicklung würden diese Deep-Learning-Algorithmen auf die Fahrzeugsteuerboxen auf der Nvidia Drive PX-Plattform übertragen. Ein Prototyp wurde auf der Nvidia-Entwicklerkonferenz GTC in München vorgestellt. Dabei versorgen sechs Kameras, ein Radar- und zwei Lidar-Systeme die KI mit Daten.

Die Technik solle den Fahrer nach den aktuellen Plänen nicht ersetzen, sondern ihn effizienter arbeiten lassen, sagte der zuständige Nvidia-Manager Danny Shapiro der Nachrichtenagentur dpa. "Sie werden in der Lage sein, autonom zu fahren, sie werden in der Lage sein, dem Zusteller zu folgen - so dass er nicht vor jedem Hauseingang aus- und wieder einsteigen und wenige Meter fahren muss."

Nachtrag vom 10. Oktober 2017, 16:40 Uhr

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Vergleichbare Pläne verfolgt auch der US Postal Service. Allerdings will dieser vorerst nur teilautonome Lieferwagen auf die Straße bringen. Und das erst bis zum Jahr 2025. Die Universität Michigan entwickele dazu einen "Autonomen Lieferwagen fürs Land", wie aus einem Bericht des Post-Generalinspektors hervorgeht.

Der Fahrer könnte während der Fahrt die Post sortieren und vom Fenster aus ausliefern. Allerdings muss er in der Lage sein, jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen. Dieser Lieferwagen könnte auf 28.000 ländlichen Routen eingesetzt werden. Andere Nutzungsszenarien werden ebenfalls beschrieben, allerdings werden sie dem Bericht zufolge noch nicht konkret getestet. Mit der Testflotte der Deutschen Post dürfte sich das jedoch ändern.

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