Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Mit Unhöflichkeit gegen Cyberbetrug: "Das ist nicht böse, es ist Selbstschutz"

Um sich vor Betrügern zu schützen, sollen schwedische Bürger lieber auflegen, statt sich aus Höflichkeit in Gespräche verwickeln zu lassen.
/ Mike Faust
1 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
In Schweden erbeuteten Cyberkriminelle im Jahr 2025 umgerechnet etwa 510 Millionen Euro. (Bild: Jonathan NACKSTRAND / AFP via Getty Images)
In Schweden erbeuteten Cyberkriminelle im Jahr 2025 umgerechnet etwa 510 Millionen Euro. Bild: Jonathan NACKSTRAND / AFP via Getty Images

Schweden hat eine nationale Aufklärungskampagne ins Leben gerufen, mit der prominente Persönlichkeiten die Bevölkerung dazu aufrufen, bewusst unhöflich zu reagieren, um sich vor Cyberbetrug zu schützen. Wie die schwedische Polizei erklärte(öffnet im neuen Fenster), sollen insbesondere ältere Menschen dazu ermutigt werden, Nein zu sagen und den Kontakt mit mutmaßlichen Betrügern zu unterbrechen.

Als Botschafter der Kampagne treten die Schauspieler Suzanne Reuter, Lennart Jähkel und Christina Schollin sowie der Journalist Claes Elfsberg auf. Reuter sagte: "Viele von uns sind dazu erzogen, immer höflich und zuvorkommend zu sein. Aber heute muss man es wagen, mehr Dinge in Frage zu stellen. Das ist nicht böse – es ist Selbstschutz."

Der nationale Einsatzleiter der Polizei, Robert Öhman, erklärte, Betrüger seien geschickte Social Engineers, die gezielt Vertrauen aufbauten und zeitgleich Stress und Dringlichkeit erzeugten. Ziel ist es daher, den Bürgerinnen und Bürgern die Hemmung zu nehmen, bei dem geringsten Verdacht einfach den Hörer aufzulegen.

Beute in Höhe von 5,7 Milliarden Schwedischen Kronen

Die Kampagne ist die Neuauflage einer ähnlichen Aktion aus dem Jahr 2025 und soll bis zum 11. Oktober über Printmedien, soziale Netzwerke und das Fernsehen verbreitet werden. Den Angaben zufolge erbeuteten Cyberkriminelle in Schweden im Jahr 2025 von 5,7 Milliarden Schwedische Kronen (etwa 510 Millionen Euro) und hatten es insbesondere auf Menschen über 60 Jahre abgesehen.

Zu den häufigsten Betrugsformen zählte Telefonbetrug, bei dem Kriminelle den Opfern SMS im Namen vertrauenswürdiger Institutionen wie Banken oder Behörden senden. Rufen die Betroffenen die angegebene Nummer an, werden sie von den Tätern anhand vorbereiteter Skripte getäuscht.

Eine weitere Methode sind falsche Polizeibeamte, die an der Haustür vorgeben, Wertsachen sicher aufbewahren zu wollen, diese jedoch stehlen. Die Polizei stellte klar, dass weder sie noch andere seriöse Organisationen jemals Wertsachen an der Haustür abholen, und rät dazu, bei geringsten Zweifeln sofort die Tür zu schließen.


Relevante Themen