Mit Terahertzstrahlung: Neuer Aufkleber soll Produkte fälschungssicher machen

RFID-Tags sind für viele Produkte zu groß und können einfach umgeklebt werden. Mehr Sicherheit versprechen MIT-Forscher mit Terahertzstrahlung und besonderem Kleber.

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Ein eindeutiges Reflexionsmuster soll Fälschungen unmöglich machen.
Ein eindeutiges Reflexionsmuster soll Fälschungen unmöglich machen. (Bild: Jose-Luis Olivares, MIT)

Produktfälschungen gelten in vielen Industriezweigen als großes Problem. Daher versuchen Hersteller, ihre Produkte zumindest deutlich erkennbar zu machen, etwa durch Hologramme oder RFID-Tags. Das erhöht zwar den Aufwand, lässt sich aber dennoch umgehen. Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) wollen nun ein Verfahren entwickelt haben, mit dem sich Fälschungen sicher ausschließen lassen.

Die Grundlage bildet ein Terahertz-RFID-Chip, der bereits 2020 an der Fakultät für Elektrotechnik des MIT entwickelt wurde (PDF). Der ließe sich aber, wie andere Tags auch, von einem Originalprodukt ablösen und auf eine Fälschung kleben. Bei der Neuentwicklung verhindert das eine geschlitzte Trägerfolie in Kombination mit einem besonderen Klebstoff: Der enthält Metallpartikel, welche die Strahlung des Lesegeräts reflektieren. Das durch die Verteilung der Partikel entstehende Reflexionsmuster lässt sich nicht imitieren und wird beim Abziehen zerstört.

Nach dem Aufkleben wird das Muster ausgelesen und in einer Datenbank gespeichert, mit der Händler oder Kunden erhaltene Produkte abgleichen können. Als problematisch erwies sich allerdings die Wiedererkennung: Zunächst waren lange Messungen erforderlich, um das Reflexionsmuster eines bestimmten Tags sicher zu verifizieren. Verbessern konnten die Forscher das mit KI: Ein Machine-Learning-Modell soll ohne die aufwendigen Messungen mit einer Genauigkeit von 99 Prozent erkennen, ob ein Tag in der Datenbank auftaucht.

Praktische Anwendung kompliziert

Um die fälschungssicheren Aufkleber auszulesen, sind allerdings sehr kontrollierte Umgebungsbedingungen erforderlich: Aufgrund der hohen Dämpfung von Terahertzstrahlung funktioniert ein verlässliches Auslesen der Aufkleber nur bis zu einer Distanz von 4 cm. Auch die Ausrichtung von Sende- und Empfangsantenne muss stimmen: Der Winkel zwischen beiden darf 10 Grad nicht übersteigen.

Einen großen Vorteil hat die Verwendung von Terahertzstrahlung: Die Antennen des RFID-Chips sind so klein, dass sie auf diesem integriert werden können. Bei gängigen Tags, die meist mit 13,56 MHz arbeiten, nimmt die Antenne hingegen viel Platz ein. Das gesamte, von den MIT-Forschern entwickelte Tag hat nur eine Fläche von 4 mm2, womit es etwa auf Produkte wie Mikrochips passt – etwas weniger als die Hälfte nimmt der 2020 entwickelte RFID-Chip ein. Auch soll es sehr günstig herzustellen sein. Die praktischen Probleme wollen die Forscher in künftigen Arbeiten angehen. Ihre jetzige Arbeit veröffentlichen sie im Rahmen der IEEE Solid State Circuits Conference.

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