Mit Südkorea und Japan: EU soll Allianz gegen Chinas Autoindustrie planen
Die Europäische Kommission will offenbar zusammen mit anderen autoexportierenden Ländern gegen die Exportschwemme chinesischer Autos vorgehen. Das berichtet das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) ohne Angabe von Quellen. Geplant seien unter anderem Schutzzölle gegen chinesische Hybridautos.
Dem Bericht zufolge sollen sich Großbritannien, Südkorea und Japan an der Allianz beteiligen. Das würde unter anderem bedeuten, dass Autos aus diesen Ländern innerhalb der EU weiterhin durch Kaufprämien oder andere Subventionen gefördert werden können. Über entsprechende Pläne hatte die Zeitung bereits Anfang Juni 2026 berichtet(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Demnach will sie ihre Buy-European-Regeln für Dienstwagen und E-Autos aus den drei Partnerländern öffnen.
Schutzzölle gegen Plug-in-Hybride
Bei den geplanten Schutzzöllen für Hybridfahrzeuge will sich die EU offenbar an einem entsprechenden Instrument gegen globale Überkapazitäten auf dem Stahlmarkt orientieren. Von diesen Zöllen sollen die drei Partnerländer ebenfalls ausgenommen werden. In einem weiteren Punkt soll geplant sein, bei kritischen Rohstoffen enger zusammenzuarbeiten, um die Abhängigkeit von China schneller zu reduzieren. Seit November 2024 gelten bereits Strafzölle für vollelektrische Autos aus chinesischer Produktion.
Dem Bericht zufolge finden die Pläne Unterstützung im Europaparlament. "Nicht nur die EU, sondern auch Länder wie Japan und Südkorea sind von den chinesischen Überkapazitäten und der daraus resultierenden Exportschwemme betroffen", sagt der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Bernd Lange (SPD), dem Handelsblatt und fügte hinzu: "Neben den illegalen chinesischen Subventionen und den daraus entstandenen Überkapazitäten ist auch die Unterbewertung der chinesischen Währung ein großes Problem."
Lange verwies darauf, dass die Exportschwemme nicht nur der europäischen Industrie schade, sondern auch die Marktanteile der japanischen und südkoreanischen Hersteller schrumpfen lasse. Deshalb hätten die Länder ein Interesse daran, "gemeinsam gegen die chinesischen Marktverzerrungen vorzugehen".
Die Pläne könnten sich auch auf die deutsche Kaufprämie für E-Autos auswirken. In der Regierungskoalition gibt es bereits Überlegungen, vor allem Fahrzeuge mit einem hohen Anteil an europäischer Wertschöpfung zu fördern. Dadurch würden jedoch die südkoreanischen Hersteller Hyundai und Kia benachteiligt.
Ein Schutzzoll auf Plug-in-Hybride würde chinesische Fahrzeuge verteuern. Laut der ersten detaillierten Auswertung der Prämie(öffnet im neuen Fenster) (PDF) stammte allein jeder fünfte geförderte Plug-in-Hybrid von BYD. Zudem war der Seal U DM-i von BYD im Juli 2026 ein weiteres Mal der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Deutschland. Wegen der starken Konkurrenz fordert VW-Chef Oliver Blume inzwischen höhere Zölle für chinesische Plug-in-Hybride.
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