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Mit SAP, Ericsson und Nokia: US-Konzerne gründen die Trusted Tech Alliance

Souveränität made in USA ist derzeit nicht gefragt: Das hindert SAP , Nokia und Ericsson nicht daran, Bündnisse zu schließen.
/ Achim Sawall
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Die 42. Sicherheitskonferenz in München am 14. Februar 2026 (Bild: Johannes Simon/Getty Images)
Die 42. Sicherheitskonferenz in München am 14. Februar 2026 Bild: Johannes Simon/Getty Images

Eine Gruppe von 15 Konzernen, angeführt von Microsoft, Anthropic, AWS (Amazon Web Services) und Google Alphabet, haben bei der Münchner Sicherheitskonferenz am vergangenen Wochenende die Trusted Tech Alliance gegründet. Mit dabei sind SAP aus Deutschland, Jio Platforms aus Indien, die EU-Netzausrüster Nokia und Ericsson, das kanadische Unternehmen Cohere sowie der Netzbetreiber NTT aus Japan.

Chinesische Unternehmen sind ausdrücklich nicht eingeladen. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Trump-Regime in den USA, das sich bei der Unterdrückung demokratischer Proteste immer mehr an China angleicht, fand jedoch nicht statt. Obwohl elf Länder vertreten sind, bilden US-Konzerne den technologischen Kern, insbesondere im Bereich der Cloud-Infrastruktur und bei der generativen KI. Ergänzt wird dies durch Unternehmen aus Ländern, die eng in westliche Sicherheitsarchitekturen eingebunden sind, wie ASML aus den Niederlanden.

Börje Ekholm, Chief Executive Officer von Ericsson, sagte: Kein einzelnes Unternehmen oder Land kann allein einen sicheren und vertrauenswürdigen digitalen Technologie-Stack aufbauen. Vielmehr können Vertrauen und Sicherheit nur gemeinsam erreicht werden. Aus dem Grund haben wir gemeinsam mit gleichgesinnten Partnern aus der Branche die Trusted Tech Alliance ins Leben gerufen, eine Initiative, die sich zu überprüfbaren, vertrauenswürdigen Standards im gesamten digitalen Stack verpflichtet".

Kein kritisches Wort zum Trump-Regime

In den Prinzipien der Allianz fordern die Konzerne ethisches Handeln, sichere Technologieentwicklung, die Einhaltung globaler Sicherheitsstandards entlang der Lieferketten und die Förderung eines offenen digitalen Umfelds. Ericsson und Microsoft begannen Mitte vergangenen Jahres Gespräche über die Gründung der Allianz.

"Was bedeutet Souveränität? Wenn man sie definiert, kann sie sogar ein Handelshemmnis darstellen" , sagte Ekholm zu Reuters. "Kein Land auf diesem Planeten kann vollständig souverän sein."

Die Mitglieder der Allianz seien in den Bereichen Konnektivität, Cloud-Infrastruktur, Halbleiter, Software und künstliche Intelligenz tätig.


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