Mit RTX Pro 6000: Start-up will KI-Server in Vorgärten stellen
Große KI-Rechenzentren haben ein Problem: Selten kann das örtliche Stromnetz die benötigte Leistung ohne großen Ausbau bereitstellen. Und der nimmt viel Zeit in Anspruch, weshalb aktuell vielfach eigene Gaskraftwerke gleich mit gebaut werden. Bei Privathäusern sei häufig das Gegenteil der Fall, erklärte das Start-up Span(öffnet im neuen Fenster) (via Ars Technica(öffnet im neuen Fenster)): Ihr Netzanschluss könne mehr Leistung bereitstellen, als im Mittel benötigt werde.
Das könne man nutzen, um Server für KI oder Spielestreaming über den jeweiligen Hausanschluss zu betreiben. Dafür will Span unter dem Namen Xfra(öffnet im neuen Fenster) kleine, autonome Server-Racks in die Vorgärten stellen. Die sehen aus wie eine Wärmepumpe und enthalten auch eine solche – diese allerdings für die Kühlung der in zwei wassergekühlten 4HE-Servern verbauten 16 RTX Pro 6000 von Nvidia, vier Epyc-CPUs von AMD und 3 TByte RAM.
Die Rechenleistung will Span über ein eigenes Cloudangebot bereitstellen. Kunden sollen hier mehrere Xfra-Racks zu einem virtuellen Server aggreggieren können. Für KI-Inferenz kann das mit 768 GByte VRAM pro Server attraktiv sein. Mit Xfra will das Start-up ohne Ausbau des Stromnetzes schnell viel Rechenleistung installieren können. Ob die Kraftwerkskapazität reicht, ist eine andere Frage.
Gratis Internet und Akku-Back-up
Hausbesitzer sollen als Gegenleistung für die Aufstellung des Racks kostenlos einen Glasfaseranschluss, günstigeren Strom und ein Akku-Back-up bekommen. Außerdem gebe es noch ein Span Panel kostenlos dazu.
Denn Xfra ist für Span eigentlich nur ein Nebenprodukt. Sein Geld verdient das Unternehmen mit besagten Panels, smarten Sicherungskästen. Die können per App gesteuert werden und die über jede Sicherung abgerufene Leistung messen. Das Marketing geht hier teils in die entgegengesetzte Richtung von Xfra: Durch den Überblick über den Leistungsbedarf könne auf das Verlegen einer stärkeren Anschlussleitung, etwa nach Installation einer Wallbox oder Wärmepumpe, verzichtet werden.
Im Zusammenspiel mit dem Akku kann zudem die Leistungsentnahme aus dem Stromnetz angepasst werden, um auf Kapazitätsschwankungen zu reagieren. Davon sollen auch die Netzbetreiber profitieren. Ein Proof-of-Concept mit 100 Häusern ist laut Whitepaper (PDF)(öffnet im neuen Fenster) für 2027 geplant.
Neu ist das Konzept des Servers im Vorgarten indes nicht. Das Dresdner Start-up Cloud & Heat(öffnet im neuen Fenster) hatte eine ähnliche Idee bereits vor über einem Jahrzehnt(öffnet im neuen Fenster). Noch vor dem KI-Boom wollte es Server in Wohnhäusern installieren, allerdings im Keller statt im Vorgarten. Die Idee: Wie bei einigen Rechenzentren sollte die Abwärme zum Heizen genutzt werden.
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