Mit hoher Energieeffizienz: MSI will ATX12VO stärker etablieren

MSI hat laut einem Bericht von Hardwareluxx(öffnet im neuen Fenster) neue Mainboards nach dem ATX-12VO-Standard (12-Volt-only) gebaut, die im nächsten Jahr vorgestellt werden sollen. Außerdem will MSI auch ein passendes Netzteil anbieten. Bei ATX 12VO liefert das Netzteil nur noch 12 Volt ans Mainboard, 3,3 und 5 Volt muss das Mainboard bei Bedarf selbst durch Wandler erzeugen.
Die kleineren Spannungen werden auf dem Mainboard selbst generiert, auf dem auch Anschlüsse für SATA-Kabel verbaut sind. Arbeitsspeicher, PCI-Express-Karten und NVMe-SSDs brauchen 3,3 Volt, ebenso einige Schaltkreise auf dem Motherboard selbst. SATA-Laufwerke und USB-Anschlüsse benötigen 5 Volt. Durch den Wegfall der Komponenten im Netzteil können diese kleiner und günstiger werden.
Bisher hat sich der Standard allerdings wenig verbreitet. ATX genießt seit der Einführung im Jahr 1995 praktisch durchgehende Kompatibilität. Mainboards und Netzteile aus verschiedenen Generationen lassen sich miteinander verwenden, entsprechend gering ist die Nachfrage nach einem neuen Standard aus dem DIY-Bereich.
Wenig sichtbare Vorteile
Für Gaming-Systeme oder für Nutzer, die auf ein besonders aufgeräumtes Innenleben ihres PCs Wert legen, bringt ATX12VO außerdem wenig Neues. Statt einem großen und unhandlichen Kabelstrang gibt es nun zwei kleinere Kabelstränge, die nach Meinung des Redakteurs in Summe genauso unhandlich wirken.
Während eine Grafikkarte 600 Watt aus einem 12-Pol-Anschluss bezieht, bekommt das Mainboard ohne Großverbraucher sogar 16 Pins, zusätzlich zum EPS-Anschluss für die Versorgung der CPU. Während es an gut sichtbaren Neuerungen mangelt, soll die Energieeffizienz um 30 Prozent besser sein als bei normalen ATX-Netzteilen. Bei hoher Last soll die Leistungsaufnahme bis zu 23 Prozent geringer sein.
Effizienzvorteil wird von OEMs schon genutzt
Gerade die hohe Effizienz bei niedriger Last zählt zu den Stärken von ATX12VO. Das macht den Standard vor allem für Büro-PCs interessant, die gerade in größeren Unternehmen von Systemintegratoren wie Dell, HP oder Lenovo beschafft werden. Dort sind 12VO-Standards schon länger üblich, bisher teilweise in proprietärer Form. Im Jahr 2020 hat Intel mit ATX12VO hierfür eine einheitliche Richtlinie geschaffen.
Für Systemintegratoren sind auch die von MSI gezeigten Mainboards primär ausgelegt. Besonders in Kombination mit einem Netzteil sieht es aber danach aus, dass auch Endkunden bald ATX12VO-Hardware erwerben können. Bisher scheitert die Verbreitung auch daran, dass es außerhalb der OEM-Zulieferer fast keine passenden Komponenten zu kaufen gibt. Selbstbauer könnten bald erstmals die Wahl haben, auf ATX12VO zu setzen.



