Mit Gehirnzellen: Chip mit menschlichen Neuronen spielt Doom
Das australische Start-up Cortical Labs(öffnet im neuen Fenster) , das bereits einen Chip mit 800.000 Neuronen ausgestattet hatte, hat eine neue Version seines biologischen Prozessors Doom spielen lassen. Im Vergleich zum Vorgänger, der lediglich Pong spielen konnte, ist das ein bemerkenswerter Fortschritt.
Dass der Ego-Shooter durch die Ansammlung von menschlichen Gehirnzellen gespielt werden kann, liegt laut New Scientist(öffnet im neuen Fenster) an einer verbesserten Schnittstelle und der Möglichkeit, den Chip mittels Phython zu trainieren. Das Resultat soll zumindest besser sein als bei einer rein zufälligen Steuerung.
Deutlicher Fortschritt und viele Fragen
Im Vergleich zur ersten Chipgeneration wurde die Anzahl der Neuronen von 800.000 auf 200.000 gesenkt. Im menschlichen Gehirn sind annähernd 500.000-mal so viele Neuronen aktiv. Umso bemerkenswerter sei es, dass statt Pong das wesentlich komplexere Doom gespielt werden kann. Laut Brett Kagan, Forschungsleiter bei Cortical Labs, ließ sich das System wesentlich schneller trainieren als klassische Systeme auf Basis von Silizium.
Das noch nicht ganz überzeugende Ergebnis lässt sich im Video von Cortical Labs nachverfolgen.
Steve Furber von der Universität von Manchester warnt gegenüber New Scientist, Vergleiche zum menschlichen Gehirn zu ziehen. Noch gäbe es viele unbekannte Mechanismen. So sei unklar, wie die Neuronen das Spiel spielen, wie sie die Spielwelt wahrnehmen und wie sie die nächste Aktion planen.
Bemerkenswert sei vor allem, dass das biologische System in Echtzeit reagieren kann und scheinbar den wahrscheinlichsten nächsten Schritt plant. Anwendungen wie die Steuerung eines Arms durch einen biologischen Chip oder hybrid Computer könnten dadurch in Zukunft realisiert werden.
- Anzeige Hier geht es zu Doom - The Dark Ages bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



