Mit eigenen ARM-CPUs: Microsofts Cobalt-200-VMs sollen 50 Prozent mehr leisten
Selbst entwickelte ARM-Prozessoren gehören mittlerweile selbstverständlich zum Repertoire großer Cloudanbieter. Microsoft hat mit Cobalt 200(öffnet im neuen Fenster) im November 2025 seine zweite CPU-Generation auf Basis von ARMs Neoverse-V3-Kernen vorgestellt. Kunden können sie nun als Preview nutzen(öffnet im neuen Fenster).
Maximal erlaubt Microsoft VMs mit bis zu 128 Kernen, die jeweils auf einen physischen Kern abbilden. Jeder Kern verfügt über 3 MByte L2-Cache, jede der zwei CPUs auf einem Mainboard kommt auf 132 Kerne.
Angeboten werden fünf Varianten, die sich in RAM- und SSD-Ausstattung unterscheiden. Maximal sind 16 GByte RAM pro Kern möglich, dann ist die VM allerdings auf 84 Kerne begrenzt. Lokal stehen maximal 23 TByte NVMe-SSD-Speicher zur Verfügung.
Mehr Auswahl bei Instanzen
Microsoft führt mit Cobalt 200 zwei neue Kategorien ein: Die Mp-Varianten sind für hohen RAM-Bedarf ausgelegt, etwa bei großen In-Memory-Datenbanken, die Lp-Varianten verfügen hingegen über viel lokalen und damit schnellen SSD-Speicher. Letztere sind zudem die einzige Variante, die nicht ohne lokalen SSD-Speicher konfiguriert werden kann.
Die Netzwerkanbindung erfolgt mit einer Bandbreite von maximal 70 GBit/s bei der Mp-Variante, alle anderen erlauben bis zu 85 GBit/s. Das Storage-Netzwerk ist separat mit bis zu 46 und 70 GBit/s angebunden.
| Name | vCPUs | RAM/Kern | max. lokaler NVMe-SSD-Speicher |
|---|---|---|---|
| Dplsv7/Dpldsv7 | 1 - 128 | 2 GByte | 7 TByte |
| Dpsv7/Dpdsv7 | 1 - 128 | 4 GByte | 7 TByte |
| Epsv7/Epdsv7 | 1 - 128 | 8 GByte | 7 TByte |
| Mpsv4/Mpdsv4 | 1 - 84 | 16 GByte | 4,4 TByte |
| Lpsv5 | 1 - 128 | 8 GByte | 23 TByte |
Bis zu 50 Prozent mehr Leistung im Vergleich zum Vorgänger
Gegenüber der Vorgängergeneration Cobalt 100 verspricht Microsoft deutliche Leistungszuwächse: rund 50 Prozent mehr CPU-Leistung, 20 Prozent mehr IOPS und 10 Prozent höherer Durchsatz bei Remote NVMe und 15 Prozent höhere Netzwerkbandbreite.
Microsoft hat nach eigenen Angaben anhand der bei Azure-Instanzen beobachteten Lasten eigene Benchmarks entwickelt. Die wurden für den Entwurf der Cobalt-200-CPUs genutzt, weshalb die neue Prozessorgeneration besser auf typische Cloudanwendungen optimiert sein soll als ihre Vorgänger und Standard-CPUs.
Zudem sind Beschleuniger für Kryptografie und Datenkompression integriert, die etwa für das eigene Azure SQL genutzt werden. Sie sollen die CPU-Kerne entlasten, wodurch die Leistungszuwächse hier nochmals deutlich stärker ausfallen können.
Auch wenn Microsoft selbstverständlich KI-Agenten als Nutzungsszenario bewirbt, liegen die Stärken der Cobalt-200-VMs doch bei üblichen Cloudanwendungen. Die verschiedenen Varianten weisen klassische Server und Datenbanken als typische Anwendungsfälle aus.
Verfügbar sind Cobalt-200-Instanzen in fünf US-Regionen (Central US, West US2 und US3, Est US und US2), zwei europäischen (Spain und Sweden Central) sowie Indonesien (Indonesia Central). Weitere sollen folgen, Cobalt-100-CPUs hat Microsoft nach eigenen Angaben aktuell weltweit in 34 Rechenzentren installiert.
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