Mit Drogen-Marktplatz: Deutscher soll im Darknet 20 Millionen Euro erlangt haben
Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen einen 31-jährigen deutschen Staatsbürger erhoben, der den Darknet-Marktplatz Archetyp Market gegründet und administriert haben soll. Wie das BKA in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) schreibt, soll der Beschuldigte durch den illegalen Handel auf der Plattform rund 20 Millionen Euro eingenommen haben.
Der Archetyp Market wurde bereits im Juni 2025 zerschlagen(öffnet im neuen Fenster). Damals galt die Plattform als weltweit größter illegaler Marktplatz für Betäubungsmittel, Cannabisprodukte, psychoaktive Substanzen und Arzneimittel. Seit November 2022 wurden über Archetyp Market laut BKA rund 2,3 Millionen Bestellungen mit einem Umsatzvolumen von 330 Millionen Euro abgewickelt.
Den Angaben zufolge wies der Marktplatz zum Zeitpunkt seiner Abschaltung mehr als 600.000 Kundenkonten und rund 17.000 Verkaufsangebote von mehr als 3.000 registrierten Verkäufern auf. Die Bezahlung wurde ausschließlich über die auf anonyme Zahlungen spezialisierte und auch von vielen anderen Darknet-Akteuren präferierte Kryptowährung Monero (XMR) abgewickelt.
Millionen durch Provision und Gebühren
Die Zahlungen wurden laut BKA jeweils über ein Treuhandsystem der Handelsplattform geleitet. Der mutmaßliche Archetyp-Marktplatzbetreiber soll darüber eine Provision in Höhe von fünf Prozent des jeweiligen Verkaufserlöses erhalten haben. Durch diese sowie weitere nicht näher spezifizierte Gebühren soll der 31-Jährige im Laufe der Jahre rund 20 Millionen Euro verdient haben.
Die ZIT wirft dem Beschuldigten vor, seit Juli 2020 unerlaubt mit Betäubungsmitteln und Cannabis in nicht geringen Mengen sowie mit Arzneimitteln und Neuen psychoaktiven Stoffen (NPS) gehandelt zu haben. Ab Juni 2022 wird ihm dabei obendrein gemeinschaftliches bandenmäßiges Handeln mit mindestens zwei weiteren Tatbeteiligten vorgeworfen.
Bis zu 15 Jahre Haft erwartet
Nach Angaben des BKA wurde der Beschuldigte am 11. Juni 2025 von der spanischen Polizei an seinem Wohnsitz in Barcelona verhaftet. Dabei konnten auch mutmaßlich mit seinen illegalen Aktivitäten verbundenes Bargeld, Kryptowährungen und Luxusfahrzeuge im Gesamtwert von rund 10 Millionen Euro beschlagnahmt werden.
Kurz nach seiner Festnahme wurde der Mann den deutschen Behörden übergeben. Er befindet sich seitdem in einer deutschen Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung droht dem 31-Jährigen eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Bisher soll er sich im Rahmen des Ermittlungsverfahrens kooperativ gezeigt haben.
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