Mit dem E-Auto in die Berge: Runter kommen sie immer

Elektroautos sind die Zukunft, aber sind sie auch die Gegenwart für den Urlaubstrip? Beobachtungen eines E-Auto-Ahnungslosen.

Ein Erfahrungsbericht von Daniel Ziegener veröffentlicht am
Konstante 120 km/h, außer bei der Ladepause.
Konstante 120 km/h, außer bei der Ladepause. (Bild: Daniel Ziegener)

Am Horizont zeichnen sich langsam die Alpen ab, das flache Land weicht den Bergen. Oberstdorf, das Ziel dieses Ausflugs, ist bald erreicht. Mit dem Flachland verschwindet allerdings auch etwas anderes: die Blitz-Symbole des Routenplaners auf dem Display unseres Polestars.

Inhalt:
  1. Mit dem E-Auto in die Berge: Runter kommen sie immer
  2. E-Mobilität bis fast zum Gipfel

Als autoloser Großstädter verlasse ich mich eigentlich bei jeder Strecke, die für ein Fahrrad zu weit ist, auf die Bahn, sei es den ÖPNV oder den ICE. Für einen Wanderausflug mit meinem Bruder bin ich über die Autobahn von Köln ins Allgäu gefahren - elektrisch.

Dabei interessierte mich, wie es um die Ladeinfrastruktur in Deutschland steht. Denn ohne sie hat man von den vielen schönen verkauften Elektroautos ja nichts. Je weiter wir uns auf dieser Fahrt Richtung Süden den Alpen nähern, desto dünner sieht es allerdings damit aus. Kickt selbst auf dem Kurzurlaub die Reichweitenangst (g+)?

Urlaub im Namen des Klimaschutzes

Eigentlich soll man im Urlaub ja nicht arbeiten, ganz kann ich mir es aber doch nicht verkneifen, auf der knapp 600 km langen Strecke von Köln nach Oberstdorf ein paar Notizen zum Zustand der E-Mobilität in Deutschland zu machen.

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Dabei geht es entspannt los. Als ersten Ladestopp für den bei Abreise fast, aber nicht ganz vollen Akku des Polestar 2 empfiehlt das Navigationsgerät einen Halt im knapp 200 km weit entfernten Nahetal. Ankunft gegen Viertel nach zehn mit bequemen 25 Prozent Restladung.

Die Fahrt führt vorbei am Ahrtal, das im Sommer 2021 von einer der heftigsten Unwetterkatastrophen in der deutschen Geschichte getroffen wurde. Bei dieser Fahrt auf fossile Brennstoffe zu verzichten, fühlt sich umso besser an, wenn man wieder an die fast aus den Medien verschwundenen Opfer der Folgen des Klimawandels erinnert wird.

Entspannter fahren mit cleverer Software

Das Navi, das uns die Planung der optimalen Ladestrategie dankbarerweise abnimmt, ist nicht das auf dem Android-Betriebssystem des Polestars vorinstallierte Google Maps. Stattdessen benutzen wir den aus dem Play Store heruntergeladenen A Better Route Planner - ein Name, der mit der Abkürzung ABRP nicht weniger sperrig wird.

Meine erste Erkenntnis als ewiger Beifahrer: Smart, wie einem Phones die Arbeit abnehmen. Denn wenn Software eines kann, dann mit Zahlen jonglieren, und das spielt bei der Herausforderung, nicht mit leerem Akku auf der A61 liegenzubleiben, eine entscheidende Rolle.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Akkustand, Verbrauch, Distanz, vielleicht noch ein Stau dazwischen? All das berücksichtigt ABPR bereits, auch wenn wir nicht einmal genau angegeben haben, wie schwer unsere Rucksäcke im Kofferraum sind. Das vorinstallierte Google Maps hingegen beherrscht so etwas nicht - und besteht darauf, dass wir mit einer Akkuladung im Minusbereich am Ziel ankommen, ohne diesem Logikfehler Bedeutung zukommen zu lassen oder gar von sich aus eine Ladesäule auf dem Weg anzusteuern.

Nichts für Autobahnraser...

Mit den fehlenden Daten für Gewicht und Co rechnet die App etwas vorsichtiger, die Vorhersagen unterbieten wir also ständig, und der berechnete Restakkustand zum nächsten Wegpunkt zeigt eher nach oben als nach unten. Das liegt auch am umsichtigen Fahrstil, den ein E-Auto fast schon erzwingt. Bei konstanten 120 km/h mit Tempomat gibt der Akkuladestand eigentlich nie Anlass zur Sorge.

Zugegeben, als ich das letzte Mal mit einem gemieteten Benziner in den Urlaub fuhr, war mein Fahrstil nicht unbedingt der von jemandem, der ansonsten ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen unterstützt. Dabei wäre so eine Fahrweise sogar für Benziner am sparsamsten.

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E-Mobilität bis fast zum Gipfel 
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Brian Kernighan 23. Aug 2022 / Themenstart

Kommt auf Strecke und Verkehr an. Ich bin früher häufiger die 630km von Berlin nach Ulm...

Brian Kernighan 23. Aug 2022 / Themenstart

Kann ich nicht bestätigen. Auch bei Spritpreisen jenseits von 2¤ wird hier gefahren was...

Brian Kernighan 23. Aug 2022 / Themenstart

Die dürfte mit einem normalen E-Auto auch ohne Probleme zu bewältigen sein. Vom Gardasee...

Flexy 22. Aug 2022 / Themenstart

Kann man machen - wenn man der Feuerwehr rechtzeitig Bescheid sagt. Mit dem Anlasser zu...

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