Mit Bots Tantiemen abkassiert: Musiker gesteht Millionenbetrug mit KI-Songs
Ein 54-jähriger Musiker aus dem US-Bundesstaat North Carolina hat sich schuldig bekannt, mehrere große Streamingdienste wie Amazon Music, Apple Music, Spotify und Youtube Music mit KI-generierten Tracks und einer Armee aus Bots um mehrere Millionen US-Dollar an Tantiemen gebracht zu haben. Laut Pressemitteilung der US-Staatsanwaltschaft(öffnet im neuen Fenster) hat schädigte er damit auch andere Musiker, denen das ausgezahlte Geld eigentlich zugestanden hätte.
Wie schon 2024 aus Gerichtsunterlagen hervorging, hatte der Mann mithilfe künstlicher Intelligenz Hunderttausende Songs erzeugt und diese bei den Streamingdiensten bereitgestellt. Anschließend setzte er über 1.000 Bots ein, um seine Songs milliardenfach zu streamen, so dass die Streamingplattformen ihm entsprechende Tantiemen auszahlten.
Laut einem Bericht von Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) soll der Beschuldigte sich durch diese Vorgehensweise zwischen 2017 bis 2024 um mehr als zehn Millionen US-Dollar bereichert haben. Dabei soll er von einem namentlich nicht genannten Musikpromoter sowie dem Geschäftsführer eines KI-Musikunternehmens unterstützt worden sein.
Betrugserkennung ausgetrickst
Den Angaben zufolge erstellte der 54-Jährige auf den eingangs genannten Streamingplattformen Tausende von Konten, über die er seine Bots automatisiert seine KI-Songs streamen ließ. Dabei soll er den Traffic auf viele Bots und Songs verteilt haben, um einer möglichen Betrugserkennung der Plattformen zu entgehen. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme soll er den Datenverkehr durch VPNs geleitet haben.
"Obwohl die Songs und die Hörer gefälscht waren, waren die Millionen Dollar, die [der Angeklagte] gestohlen hat, echt. Millionen von Dollar an Tantiemen, die er echten, berechtigten Künstlern und Rechteinhabern vorenthalten hat" , erklärte US-Staatsanwalt Jay Clayton. Doch das sei nun vorbei.
Der Angeklagte hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Verschwörung zum Telekommunikationsbetrug schuldig bekannt. Damit droht ihm eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Zudem soll der 54-Jährige sich bereiterklärt haben, eine Entschädigungszahlung in Höhe von etwas mehr als acht Millionen US-Dollar zu leisten. Ein finales Urteil wird am 29. Juli erwartet.
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