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Missouri: Soundkanone soll Autofahrer zur Räson bringen

Mit einer akustischen Waffe, die bislang dem US-Militär und Spezialeinheiten der Polizei vorbehalten war, sollen Autofahrer in Missouri nun verwarnt werden, wenn sie zu schnell durch Baustellenabschnitte auf dem Highway fahren.
/ Andreas Donath
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LRAD bei der US-Straßenverkehrsbehörde von Missouri (Bild: KMBC/Screenshot: Golem.de)
LRAD bei der US-Straßenverkehrsbehörde von Missouri Bild: KMBC/Screenshot: Golem.de

Nach einem Bericht des US-Lokalsenders KMBC News will die Straßenverkehrsbehörde von Missouri eine Lärmkanone gegen Autofahrer einsetzen, die sich in Baustellen auf dem Highway nicht an die Geschwindigkeitseinschränkung halten oder eine gesperrte Spur nicht verlassen und so ihres und das Leben der Arbeiter gefährden.

Das LRAD(öffnet im neuen Fenster) (Long Range Acoustic Device) ist eine nicht tödliche Distanzwaffe, die zielgerichtet ein akustisches Signal aussenden kann. Die Waffe arbeitet auf einer Frequenz von 2.100 bis 3.100 Hertz und kann einen maximalen Schalldruckpegel von etwa 150 dB (a) erzeugen, aber auch deutlich leiser eingestellt werden. Neben einem Warnton können auch Lautsprecherdurchsagen gemacht werden.

Die Warntöne durchdringen die Karosserie des Fahrzeugs und wirken unmittelbar auf den Fahrer beziehungsweise die Insassen. Der Ton sollte selbst bei geschlossenen Scheiben und aufgedrehtem Radio gut wahrnehmbar sein. Der Abstrahlwinkel des eingesetzten LRAD ist nicht genau bekannt. Je nach Variante liegt bei etwa 15 bis 30 Grad.

In Missouri wurden nach Angaben des Fernsehsenders bereits Tests mit der Lärmwaffe durchgeführt, bei denen mit Lautsprecherdurchsagen auf die Fahrer gezielt wurde. Dabei wurde das LRAD auf einen Lastwagen montiert. Nun wurden zwei der Geräte angeschafft, die Baustellen absichern sollen.

Die Straßenverkehrsbehörde beeilte sich klarzustellen, dass die Autofahrer nicht mit der Maximalleistung des Geräts traktiert werden sollen. Dennoch dürfte der Fahrer erschrecken, wenn er plötzlich einer akustischen Attacke ausgesetzt wird. Wie er dann reagiert, bleibt offen.

Das LRAD wird beispielsweise auf Schiffen zur Piratenabwehr oder vom US-Militär und Polizeispezialeinheiten zur Auflösung von Versammlungen eingesetzt. Bei langer Exposition könnte es zu Hörschäden führen, warnen Kritiker. Mit einem Hörschutz wird die Wirkung allerdings zunichtegemacht.


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