Mission Impossible: Hardware zerstört sich durch Hitze selbst

Aus unzähligen Filmen und Serien ist Hardware bekannt, sie sich selbst zerstören kann, um keine Spuren zu hinterlassen. US-Forscher haben nun tatsächlich Elektronik entwickelt, die sich vernichten kann. Per Funkbefehl setzt Hitze eine für die Hardware fatale Reaktion in Gang.

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Wärmeelement sorgt für das Schmelzen von Wachs, in dem Säure eingeschlossen wurde.
Wärmeelement sorgt für das Schmelzen von Wachs, in dem Säure eingeschlossen wurde. (Bild: Uni Illinois)

Forscher der Uni Illinois haben nun Schaltkreise entwickelt, die durch ein Funksignal zerstört werden können. Was sich anhört wie ein Gimmick eines Agentenfilms, soll Umweltprobleme lösen. Elektronikmüll ist ein wachsendes Problem auf Mülldeponien, denn er kann nicht verrotten.

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Das soll durch die neue Entwicklung geändert werden. Ein Funksignal schaltet dabei ein winziges Wärmelement im Zentrum des integrierten Schaltkreises ein, der sich daraufhin beginnt aufzulösen. Damit verschwindet er natürlich nicht im Nichts, wird aber in Molekularstrukturen aufgelöst, die mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar sein sollen.

  • Selbstzerstörende Elektronik - das Hitzeelement wird eingeschaltet.  (Bild: Uni Illinois)
  • Selbstzerstörende Elektronik - die Säure beginnt ihr zerstörerisches Werk.  (Bild: Uni Illinois)
  • Der Schaltkreis wurde aufgelöst - zurück bleiben nur wenige Komponenten. (Bild: Uni Illinois)
Selbstzerstörende Elektronik - das Hitzeelement wird eingeschaltet. (Bild: Uni Illinois)

Das Forschungsprojekt wird von Scott R. White geleitet und arbeitet mit John A. Rogers zusammen, der schon Schaltkreise entwickelt hat, die sich beim Kontakt mit Wasser langsam auflösen. Diese sollen zum Beispiel für medizinische Kurzzeitimplantate genutzt werden. Das Ziel der Forschungsarbeit ist die Entwicklung mehrerer Auslösemechanismen wie ultraviolettes Licht, Wärme und Druck, die den Auflösungsprozess starten sollen. Das soll es den Unternehmen ermöglichen, ein leichteres Recycling der Komponenten und Materialien durchzuführen, die dann übrig bleiben.

Die Schaltkreise, die sich durch Wärme selbst zerstören, bestehen aus Magnesium, die auf sehr dünne Folien aufgedruckt wurden. Dazu kommen winzige Mengen einer schwachen Säure, die in Wachs gekapselt ist. Mit diesem Wachs wird der Schaltkreis beschichtet. Bei Erhitzung tritt die Säure aus und zerlegt die Schaltkreise. Wie schnell das funktioniert, kann mit Hilfe der Dicke der Wachsschicht und der Säurekonzentration bei der Herstellung reguliert werden. Die Forscher sprechen von 20 Sekunden bis hin zu einigen Minuten. Das induktive Wärmeelement, das die Reaktion in Gang setzt, wird über Funk aktiviert.

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Die Forscher haben unter dem Titel "Thermally triggered degredation of transient electronic devices" ein wissenschaftliches Papier zu ihrer Arbeit verfasst, das online kostenpflichtig abrufbar ist.

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