Verfügbarkeit und Fazit
Wenn wir schon bei der Ausstattung sind: Ein richtiger Objektivschutz direkt im Lieferumfang wäre ebenfalls schön. Wegen der großen Glasfläche vorn hätte ich mir eine echte Abdeckung gewünscht.
Standardmäßig liegt nur eine Sonnenblende bei. Eine Objektivabdeckung gibt es aktuell zusammen mit dem ND-Filter-Set. Immerhin lässt sich die Linse bei der Mission 1 Pro austauschen; was Ersatz kostet, ist bislang nicht bekannt.
Davon abgesehen wirkt die Mission 1 Pro robust genug für klassische Gopro-Einsätze. Die Kamera ist ohne zusätzliches Gehäuse bis 20 Meter wasserdicht, hält Regen, Staub und Stöße problemlos aus und lässt sich weiterhin an Helmen, Fahrrädern oder Brustgurten befestigen.
Im Herbst 2026 – einen konkreten Termin gibt es nicht – soll mit der Mission 1 Pro ILS das dritte Mitglied der neuen Kamerafamilie erscheinen. Es handelt sich um eine wetterfeste Variante mit Wechselobjektiven und Micro-Four-Thirds-Anschluss.
Trotz klassischer Kameraobjektive unterstützt die kleine Kamera weiterhin Hypersmooth-Stabilisierung. Autofokus wird nicht geboten, fokussiert werden muss manuell am jeweiligen Objektiv. Gerade bei Sport- oder Actionaufnahmen dürfte sich das oft durch passende Weitwinkelobjektive und große Schärfebereiche weitgehend kompensieren lassen.
Preise und Verfügbarkeit
Die klassische Mission 1 kostet rund 600 Euro (500 Euro für Gopro-Abonnenten), die Mission 1 Pro rund 700 Euro (600 Euro für Abonnenten). Für die Mission 1 Pro ILS mit Wechselobjektiven nennt Gopro ebenfalls rund 700 Euro (600 Euro für Abonnenten). Mission 1 und Mission 1 Pro sollen ab dem 28. Mai 2026 weltweit erhältlich sein.
Gopro(öffnet im neuen Fenster) bietet zusätzliche Mikrofone, Media-Mods, Griffe, ND-Filter und weiteres Zubehör an, auch Bundles mit für bestimmte Zielgruppen zusammengestellter Ausrüstung gibt es wieder. Bisher nicht angekündigt wurden Speziallinsen für die beiden kommenden Mission-1-Modelle.
Fazit
Ich hatte nicht erwartet, dass GoPro nach den eher vorsichtigen vergangenen Jahren noch einmal so stark zurückkommt. Die Mission 1 Pro ist keine leicht verbesserte Hero, sondern ein echter Neustart.
Die Kamera liefert bessere Bildqualität und stärkere Videomodi als die Konkurrenz und erstmals Ergebnisse, bei denen ich nicht mehr denke: richtig gut für eine Actioncam, sondern einfach: richtig gut.
Deutlich wird das bei Low-Light-Aufnahmen. Natürlich ersetzt die Kamera keine Vollformatkamera, doch für ein robustes Actioncam-artiges Gerät sehen Innenräume, Abendaufnahmen oder dunklere Szenen erstaunlich sauber aus. Bei typischen Outdoor-Aufnahmen am Tag sind die Unterschiede ebenfalls sichtbar, fallen aber weniger drastisch aus.
Neben dem größeren Sensor und dem stärkeren Prozessor punktet die Mission 1 Pro mit einwandfreier Stabilisierung, langen Akkulaufzeiten und vielen cleveren Funktionen.
Komfort-Extras wie ein interner Speicher oder ein klappbares Display fehlen mir allerdings. Das kann im Alltag manchmal wichtiger sein als ein technisch etwas besseres Bild. Immerhin ist ein GPS-Modul verbaut.
Noch spannender als die Pro finde ich die Mission 1 Pro ILS mit Wechselobjektiven. Die Idee, eine so kleine und robuste Kamera mit klassischen Kameraobjektiven zu kombinieren, könnte für kreative Videoaufnahmen oder als kleine Zusatzkamera richtig interessant werden. Das Warten dürfte sich lohnen.
Der neue Vorsprung von Gopro wird nicht ewig halten. DJI und Insta 360 haben in den vergangenen Jahren immer wieder aufgeholt und werden sicherlich schnell reagieren.
Genau das macht die nächsten Monate spannend: Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlt es sich so an, als wäre bei Actioncams wieder ein echter Technologiesprung passiert – und Gopro ist plötzlich wieder ganz vorn dabei.
Peter Steinlechner ist leidenschaftlicher Video- und Fotograf. Wenn er draußen in der freien Natur oder auf Reisen ist, hat er so gut wie immer eine Kamera, Actioncam oder Drohne im Gepäck.
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