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Der nächste Netflix-Film entsteht mit Gopro

Gopro setzt stark auf professionelle Videooptionen. Die Mission 1 Pro unterstützt 10-Bit-Aufnahmen, GP-Log2, hohe Bitraten und professionelle Audiofunktionen wie 32-Bit-Float-Aufnahmen. Letzteres bedeutet vereinfacht gesagt: Selbst sehr laute Geräusche übersteuern kaum noch. Für Motorrad-, Konzert- oder Motorsportaufnahmen ist das praktisch.

Angenehm: Vermutlich wegen des neuen Prozessors komprimiert die Kamera überraschend effizient. In meinen Tests war eine rund fünf Minuten lange MP4-Datei der DJI Osmo Action 6 teilweise etwa 5,4 GByte groß, dieselbe Szene auf der Mission 1 Pro dagegen nur rund 1,7 GByte. Das schwankt abhängig von Motiv, Bewegung und Einstellungen.

Passend dazu hebt Gopro die Datenraten an. Standardmäßig sind bis zu 240 MBit/s möglich, per Gopro Labs bis zu 300 MBit/s. Laut Hersteller entspricht das den von Netflix veröffentlichten Anforderungen an professionelle Kameraaufnahmen. Gerade bei 10-Bit-Log-Aufnahmen, 8K oder 4K240 helfen die höheren Datenraten sichtbar gegen aggressive Kompression.

Auch die vier eingebauten Mikrofone gefallen mir gut. Windgeräusche bleiben ein Thema, aber Sprache klingt sauberer als bei vielen älteren Actioncams. Zusätzlich unterstützt die Kamera Bluetooth-Audio und USB-C-Mikrofone. Somit lässt sich die Mission 1 Pro fast wie eine kleine Vlogging-Kamera verwenden.

Gopro integriert neue intelligente Aufnahmefunktionen. Die Kamera erkennt Gesichter, dunkle Szenen oder Unterwasseraufnahmen und passt Farben, Stabilisierung oder Belichtung automatisch an. Das ist gerade bei Low-Light-Aufnahmen oder schnellen Wechseln zwischen Innen- und Außenbereichen sinnvoll.

Viele clevere Details

Die Stabilisierung bleibt typisch Gopro – und das ist positiv gemeint. Hypersmooth gehört seit Jahren zu den besten elektronischen Bildstabilisierungen überhaupt. Auch die Mission 1 Pro liefert ruhige Aufnahmen, selbst beim Gehen oder auf unruhigen Wegen. Beim Mountainbike oder auf Schotterstraßen entstehen teilweise fast gimbalartige Bilder.

Das rückseitige OLED-Display ist größer und wirkt etwas hochwertiger als bei älteren Gopros. Die Menüs sind aufgeräumter, professionelle Einstellungen einfacher erreichbar.

Auch das Handling gefällt mir sehr gut. Die hervorstehenden Tasten lassen sich endlich wieder blind und mit Handschuhen vernünftig ertasten. Gleichzeitig reagiert der Touchscreen schnell und zuverlässig.

Gopro nutzt maschinelles Lernen unter anderem zur Szenenerkennung und Bildoptimierung. Die Kamera erkennt automatisch Unterwasseraufnahmen, Gesichter, schwierige Lichtverhältnisse oder schnelle Bewegungen und passt Farben, Dynamikbereich, Stabilisierung und Belichtung entsprechend an.

Die automatischen Optimierungen lassen sich weitgehend reduzieren oder abschalten. Gopro bietet weiterhin klassische manuelle Einstellungen für Farbe, Schärfung, Weißabgleich, Belichtung oder Stabilisierung an. Gerade in GP-Log2 oder mit den Pro-Profilen greift die Kamera weniger sichtbar ein.

Ein Klappdisplay vermisse ich trotzdem. Gerade bei bodennahen Aufnahmen oder ungewöhnlichen Perspektiven wären Lösungen wie bei den Ace-Pro-Kameras von Insta360 praktisch.

Interner Speicher fehlt weiterhin komplett. Wer filmen oder fotografieren will, braucht zwingend eine schnelle MicroSD-Karte. GPS ist integriert, lässt sich aber auch abschalten, um Akku zu sparen.


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