Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Performance in dunklen Kellern

Der größere Sensor der Gopro macht sich im täglichen Gebrauch schnell bemerkbar. Ich habe die Kamera bei Wanderungen, Fahrradtouren, Autofahrten, Innenaufnahmen und Nachtaufnahmen ausprobiert.

Der Unterschied zu klassischen Actioncams zeigt sich vor allem dann, wenn das Licht schlechter ist. Innenräume wirken sauberer, dunkle Bereiche brechen weniger schnell auseinander und Abendaufnahmen sehen natürlicher aus.

Low Light statt Action

Besonders auffällig war das in einer dunklen Garage. Klassische Actioncams produzieren dort schnell matschige Details, aggressives Rauschen oder starkes Nachschärfen. Die Mission 1 Pro bleibt zwar sichtbar eine kleine Kamera, hält allerdings viele Details und Farben zusammen. Gesichter oder beleuchtete Bereiche sehen natürlicher aus.

Gopro kombiniert den größeren Sensor mit einem neuen Prozessor namens GP3. Der bringt mehr Leistung und längere Laufzeiten. Laut Gopro sind mit der Mission 1 Pro über fünf Stunden Aufnahmezeit bei 1080p30 möglich. Bei 4K30 sollen es noch rund drei Stunden sein. Mein Eindruck ist, dass die Angaben ungefähr stimmen.

Praktisch ist außerdem das schnelle Laden. Der neue 2.150-mAh-Enduro-2-Akku soll laut Gopro in gut 20 Minuten rund 80 Prozent geladen werden können. Kurz beim Frühstück anstecken reicht damit oft schon für viele weitere Aufnahmen. Das klingt banal, macht aber einen Unterschied.

Angenehm: Die älteren Akkus von Gopro sind kompatibel, mit etwas geringerer Laufzeit. Und wer den neuen Stromspeicher in seiner Hero verwenden möchte, kann das ebenfalls und bekommt etwas längere Laufzeiten.

Das Thema Überhitzung war jahrelang eines der größten Probleme vieler Actioncams. Gerade bei hohen Auflösungen oder warmem Wetter konnten Aufnahmen plötzlich abbrechen. Gopro scheint das Problem diesmal besser im Griff zu haben. Selbst längere Aufnahmen in 4K oder 8K liefen stabil. Die Kamera wurde nie kritisch heiß, wenngleich warm.

8K, Open Gate und extreme Zeitlupe

Technisch gehört die Mission 1 Pro momentan zu den extremen Actioncams. Die Kamera schafft 8K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, 4K mit bis zu 240 fps und sogar 1080p mit 960 fps. Gerade Letzteres klingt zunächst wie eine Marketingzahl, sieht in der Praxis aber dennoch spektakulär aus.

Wasser, Staub oder schnelle Bewegungen wirken damit fast surreal langsam. Dieser Modus, im Menü etwas verwirrend als "Serienfoto" bezeichnet, nimmt nur zehn Sekunden am Stück auf, bei Wiedergabe mit 30 fps werden daraus allerdings rund fünf Minuten und 20 Sekunden Zeitlupe. In 4K kann die Mission 1 Pro dauerhaft mit bis zu 240 fps aufnehmen.

Die normale Mission 1 fällt etwas abgespeckter aus. Maximal schafft sie 8K30, 4K120 und 1080p240. Für viele Nutzer dürfte das trotzdem mehr als genug sein.

Ebenfalls wichtig: Die neuen Gopros haben einen Open-Gate-Modus. Die Kamera nutzt die komplette Sensorfläche statt des klassischen 16:9-Ausschnitts. Dadurch kann ich den gleichen Clip später ohne sichtbare Qualitätsverluste flexibel für Youtube, Tiktok oder Instagram zuschneiden.

Gerade Creator, die Inhalte parallel für mehrere Plattformen produzieren, dürften das schätzen. Gleichzeitig hilft die größere Sensorfläche auch der Stabilisierung. Die Kamera hat mehr Spielraum, um Bewegungen elektronisch auszugleichen, ohne sofort stark ins Bild hineinzucroppen.


Relevante Themen