Missglückter Börsengang: Börse zahlt Facebook-Anlegern Millionen Dollar Entschädigung

Die Nasdaq bietet den Händlern 62 Millionen US-Dollar, weil es beim Facebook-Börsenstart große technische Probleme gegeben hat. Facebook gibt der Betreiberfirma Nasdaq OMX die Schuld am missglückten Börsengang.

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Missglückter Börsengang: Börse zahlt Facebook-Anlegern Millionen Dollar Entschädigung
(Bild: Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images)

Nasdaq hat Brokern, die Probleme beim Handeln mit der Facebook-Aktie hatten, eine Entschädigung von 62 Millionen US-Dollar angeboten. Das gab Nasdaq OMX, die Betreiberfirma der US-Technologiebörse Nasdaq, bekannt.

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Am ersten Handelstag der Facebook-Aktie, am 18. Mai 2012, hatte es besonders in den ersten 30 Minuten technische Probleme gegeben. Einige Händler hätten stundenlang, andere sogar tagelang nicht sehen können, ob sie Facebook-Aktien gekauft oder verkauft hatten. Händler beklagten, dass ihnen so Verluste in Höhe von hundert Millionen US-Dollar entstanden seien. Zu den Betroffenen gehören laut einem Bericht der britischen Financial Times Knight Capital, Citadel und Abteilungen der Citigroup und UBS.

Nasdaq OMX hatte im Juni 2012 Entschädigungszahlungen in Höhe von 40 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt. Jetzt wurde die Summe erheblich erhöht.

"Wir bedauern zutiefst die Probleme beim Börsengang von Facebook", sagte Nasdaq-OMX-Chef Robert Greifeld. Der Entschädigungsplan sollte am 20. Juli 2012 der US-Börsenaufsicht CES (Securities and Exchange Commission) vorgelegt werden.

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Der Kurs der Facebook-Aktie liegt seit dem Börsengang weit unter dem Ausgabepreis, was das Unternehmen auch der Nasdaq anlastet. Die Spannungen zwischen der Börse und dem Internetkonzern sind laut unbestätigten Berichten so stark, dass Facebook die Kosten eines Wechsels von der Nasdaq prüfte.

Vor dem zweiten Handelstag hatte die Nasdaq Börsenhändler informiert, dass sie bis zum Mittag finanzielle Forderungen stellen sollten. Die Aktie fiel daraufhin weiter. Facebook-Manager sind der Meinung, dass dies Aktionäre ermutigt hat, die Aktie zu verkaufen, um Verluste ausweisen zu können.

Am Sonntag nach dem Börsengang sagte Greifeld, dass die technischen Probleme nicht die Ursache für den missglückten Börsenstart gewesen seien. "Ein vernünftiger Mensch kommt zu dem Schluss, dass dies keine Auswirkung auf den Aktienkurs hatte", sagte er.

Greifeld soll sich später bei einem Treffen mit Facebook-Managern für die Äußerung entschuldigt haben. Er räumte ein, dass diese Beurteilung nicht in vollem Umfang die Psychologie des Marktes berücksichtigt habe.

Der Ausgabepreis der Aktie hatte bei 38 US-Dollar gelegen. Der tiefste Stand der Aktie wurde bisher mit 24 US-Dollar erreicht. Gegenwärtig notiert das Wertpapier des weltgrößten sozialen Netzwerks bei 28,76 US-Dollar.

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