Missbrauch von Urheberrechten: DMCA-Anfragen gegen Mangione-Merchandise

Der Merchandise-Händler TeePublic sieht sich mit Urheberrechtsansprüchen nach dem Digital Millennium Copyright Act (DMCA) konfrontiert, die von einer sich als United Healthcare ausgebenden Organisation geltend gemacht werden und sich gegen künstlerische Darstellungen von Luigi Mangione richten. Mangione wird vorgeworfen am 4. Dezember 2024 den CEO von United Healthcare, Brian Thompson, erschossen zu haben.
Wie unter anderem 404 Media berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sind mehrere Plattformen mit derartigen Ansprüchen konfrontiert, was sich auch in der DMCA-Abmahnungsdatenbank Lumen(öffnet im neuen Fenster) überprüfen lässt. Weitere Urheberrechtsansprüche richten sich dem Bericht nach auch gegen Merchandise mit den Worten "Deny, Defend, Depose", welche seit dem Attentat vermehrt als Ausdruck des Protests gegen die Ablehnungspolitik US-amerikanischer Krankenversicherungen verwendet werden.
Die auf TeePublic aktive Künstlerin Rachel Kenaston erhielt vom Shop-Betreiber die Nachricht: "Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass die UnitedHealth Group Inc. eine Klage wegen geistigen Eigentums gegen dieses Design von Ihnen auf TeePublic eingereicht hat." Weiter heißt es: "Leider haben wir wegen des DMCA keinen Einfluss darauf, welche Designs bleiben und welche nicht."
Falsche Copyright-Ansprüche in den USA nicht ungewöhnlich
Letztere Aussage ist laut 404 Media nicht richtig, da Plattformen sehr wohl beurteilen dürfen, ob DMCA-Ansprüche Gültigkeit haben und angeblich rechtsverletzende Inhalte entfernt werden müssen oder nicht. Meist entfernen Plattformbetreiber in den USA aber einfach die beanspruchten Inhalte, um möglichen Klagen zu entgehen.
Es sei nicht ungewöhnlich, dass große Unternehmen Print-on-Demand-Seiten wie TeePublic mit Vorwürfen zu Urheberrechtsverstößen konfrontieren, um Künstler einzuschüchtern und unliebsame Designs entfernen zu lassen, führt Kenaston aus. Der Technologieexperte Cory Doctorow stellt zudem die Frage in den Raum "Unter welchen Umständen könnte United Healthcare das Urheberrecht an einem Aquarell des Mannes erhalten, der ihren CEO ermordet hat?" und nannte dieses Vorgehen ein Beispiel für "Kopierbetrug" .
Theoretisch sei es möglich, dass sich ein anderes Unternehmen als United Healthcare ausgibt, um die Verstöße zu melden, heißt es in dem Bericht weiter, da solche falschen Copyright-Ansprüche in den USA häufiger vorkommen. Weder United Healthcare noch TeePublic reagierten auf Anfragen von 404 Media.



