Missbrauch von Standortdaten: Google muss 400 Millionen Euro Strafe zahlen
Der US-Suchmaschinenkonzern Google muss wegen Verstößen gegen europäische Datenschutzvorgaben mehr als 400 Millionen Euro Strafe zahlen. Das teilte die irische Datenschutzkommission DPC am 21. September 2026 mit(öffnet im neuen Fenster). Demnach geht es um den Umgang mit Standortdaten von Nutzern zwischen 2018 und 2020.
Beanstandet wurde die Verarbeitung der Standortdaten in den Bereichen Web- und App-Aktivitäten, Standortverlauf und Standortgenauigkeit.
Betroffene Personen seien sich möglicherweise nicht darüber im Klaren gewesen, dass ihre Standortdaten beispielsweise dazu verwendet worden seien, sie mit Werbung zu beeinflussen oder Rückschlüsse auf ihre Interessen zu ziehen, und dass sie die Kontrolle über ihre persönlichen Daten hätten verlieren können, sagte der stellvertretende Leiter der Behörde, Graham Doyle, der Mitteilung zufolge. Dass die Standortdaten der Nutzer länger als erforderlich gespeichert wurden, habe diesen Kontrollverlust verschärft.
Im Jahr 2018 war bekannt geworden, dass Google trotz deaktivierter Standortverläufe die Geodaten von Smartphone-Besitzern sammelte. Im Jahr 2022 wurde das Unternehmen wegen des Vorgehens in den USA zu einer Strafe in Höhe von 391,5 Millionen US-Dollar verurteilt.
Verbraucherschützer hatten Beschwerde eingereicht
Ein Google-Sprecher teilte zu der Entscheidung der DPC mit, es gehe um frühere Praktiken, die inzwischen aktualisiert worden seien. "Seit 2019 haben wir unsere Verfahren umfassend weiterentwickelt und leistungsfähige Tools eingeführt, mit denen sich Standortdaten einfach verwalten lassen", sagte der Sprecher weiter.
Demnach könne inzwischen eingestellt werden, dass Daten automatisch in einem Abstand von 3, 18 oder 36 Monaten gelöscht würden. Zeitachsendaten werden demnach direkt auf dem Gerät gespeichert, personalisierte Werbung könne ganz abgeschaltet werden. Der Standort werde inzwischen nur noch ungefähr gespeichert und alle Informationen über den Umgang mit Standort und Kontoeinstellungen seien zudem nun an einer zentralen Stelle gebündelt.
Google hat seinen europäischen Sitz in der irischen Hauptstadt Dublin, daher sind die irischen Datenschützer zuständig. Die Untersuchung war 2020 eingeleitet worden, nachdem sich mehrere europäische Verbraucherschutzorganisationen beschwert hatten.
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