Missbrauch: Google wird in Android-Verfahren schuldig gesprochen
Das EU-Wettbewerbsverfahren gegen den Missbrauch der Marktmacht des Betriebssystems Android steht kurz vor dem Abschluss. Das berichtet die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf informierte Kreise. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager werde das Ergebnis gegen Google in dem wichtigsten von drei Wettbewerbsverfahren in den kommenden Wochen bekanntgeben.
Eine Geldstrafe wird im Android-Fall erwartet, wie hoch sie ausfällt, ist noch unklar. Die EU-Kommission ist befugt, Bußgelder in Höhe von bis zu 11 Milliarden US-Dollar zu verhängen – das sind 10 Prozent des weltweiten Umsatzes der Google-Muttergesellschaft Alphabet -, aber die Entscheidungen liegen normalerweise am unteren Ende des Spielraumes.
Bereits seit April 2016 untersucht die EU Vorwürfe, wonach Google die Dominanz des Android-Betriebssystems gegenüber Konkurrenten ausnutzt und damit dem Wettbewerb schadet. Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Geräten mit integrierten Diensten des Konzerns auch die Google-Suche und den Webbrowser Google Chrome vorinstallieren müssen. Außerdem sieht sie ein Problem darin, dass Anbieter von Smartphones mit Google-Diensten daran gehindert werden, gleichzeitig auch Geräte mit abgewandelten Android-Versionen zu verkaufen. Im März 2017 hatte das Open Internet Project (OIP) zudem einen weiteren Untersuchungsantrag eingereicht.
Google sieht sich im Wettbewerb mit iOS
Nach Angaben von Reuters vom Juli 2017 könnte die Strafe noch höher sein als die 2,4 Milliarden Euro, die wegen der Bevorzugung der eigenen Suchdienste bei der Google-Suchmaschine vor rund einem Jahr verhängt wurden. Google hat die Vorwürfe der EU-Kommission zu Android zurückgewiesen. So berücksichtige die Wettbewerbsbehörde nicht, dass Android im Wettbewerb mit Apples iPhone-System iOS stehe.
Eine dritte Untersuchung soll seit knapp zwei Jahren herausfinden, ob der Konzern Wettbewerber von Websites auf unfaire Weise ausgeschlossen hat, die seine Suchleiste und Anzeigen verwenden.

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