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Mirai: Toyota von hoher Nachfrage nach Wasserstoffauto überrascht

Toyota erhöht entgegen dem ursprünglichen Plan die Produktion seines Wasserstoffautos Mirai. Die Nachfrage sei unerwartet hoch, so dass die bisher geplante Menge nicht ausreiche, teilte der japanische Autohersteller mit. Das Auto kostet umgerechnet rund 80.000 Euro.
/ Michael Linden
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Toyota Mirai (Bild: Toyota)
Toyota Mirai Bild: Toyota

Toyota will von seinem Wasserstoffauto Mirai deutlich mehr Fahrzeuge herstellen. Die Limousine mit Elektromotor und Brennstoffzelle wurde in Japan am 15. Dezember auf den Markt gebracht und soll in Großbritannien und anderen europäischen Ländern im Laufe des Jahres 2015 in den Handel kommen.

Um die Nachfrage zu decken, werden dieses Jahr 700 Exemplare hergestellt und im Jahr 2016 schon 2.000 Stück. 2017 sollen es dann jährlich 3.000 Mirais sein, die das Werk verlassen. Innerhalb des ersten Verkaufsmonats in Japan gingen 1.500 Bestellungen ein. Toyota hatte ursprünglich nach eigenen Angaben mit 400 Fahrzeugen jährlich gerechnet.

Der Toyota Mirai ("Zukunft") ist das erste Serien-Wasserstofffahrzeug des japanischen Herstellers. Zuvor hatte das Unternehmen 2013 mit dem FCV die Vorserienversion des jetzigen Mirai vorgestellt. Toyotas einheimische Konkurrenz Honda hat mit dem FCX Clarity(öffnet im neuen Fenster) schon ein vergleichbar großes Brennstoffzellenauto im Programm, das allerdings in geringer Stückzahl gefertigt und nur in wenigen Ländern als Leasingfahrzeug angeboten wurde. Der Nachfolger Honda FCV soll 2016 auf den Markt kommen.

Wo sind die Wasserstofftankstellen?

Der Mirai soll in Deutschland rund 79.000 Euro kosten. Im Gegensatz zu Elektroautos mit Akkus, die am Stromnetz aufgeladen werden müssen, hat der Mirai einen großen Vorteil. Seine Reichweite soll bei 500 km liegen und der Tank soll in einigen Minuten wieder voll sein. Dafür ist das Tankstellennetz sehr klein. In Deutschland sollen es derzeit nur etwa 20 Stück sein, wobei nicht alle öffentlich zugänglich sind.

Zudem kritisieren Umweltschützer, dass der Wasserstoffbetrieb nur umweltfreundlich ist, wenn die Energie aus erneuerbaren Energien stammt. Wasserstoff kann unter anderem durch Elektrolyse(öffnet im neuen Fenster) aus Wasser gewonnen werden. Auch eine Erdgasreformation(öffnet im neuen Fenster) ist neben diversen anderen Verfahren möglich.

Auch die Konkurrenz schläft nicht. Mercedes, Ford und Nissan entwickeln einen neuen Brennstoffzellen-Antriebsstrang , 2017 sollen die ersten damit ausgerüsteten Autos auf den Markt kommen.


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