Mirai: Toyota stellt Wasserstoffauto für 79.000 Euro vor

Mirai heißt das erste in Serie produzierte Brennstoffzellenauto von Toyota, das Konzernchef Akio Toyoda vorgestellt hat. Das wasserstoffbetriebene Fahrzeug soll 500 km weit kommen. Doch selbst das wird kaum ausreichen, im Alltag die wenigen verfügbaren Tankstellen für diesen Treibstoff zu erreichen.

Artikel veröffentlicht am ,
Toyota Mirai
Toyota Mirai (Bild: Toyota)

Toyota hat mit dem Mirai ("Zukunft") sein erstes Serien-Wasserstofffahrzeug vorgestellt. Es soll 2015 in den USA und Europa in den Handel kommen und auch in Deutschland verkauft werden. Nach Informationen der Wirtschaftswoche soll der Mirai 79.000 Euro kosten - viel Geld für ein Auto der Mittelklasse. Allerdings kosten Elektroautos mit Akkus ebenfalls sehr viel und werden noch durch ein anderes Problem belastet: Ihre Reichweite ist gering und das Aufladen dauert im Vergleich zum Tanken mit Benzin oder Diesel sehr lang.

Toyotas Mirai hingegen soll mit einer Tankfüllung 500 km weit kommen. Das ist ein ordentlicher Wert, zumal das Betanken mit Wasserstoff etwa fünf Minuten dauert - also vergleichbar mit dem Tankvorgang mit herkömmlichem Treibstoff. Die Brennstoffzelle im Mirai gewinnt aus dem Wasserstoff Strom für den Elektroantrieb. Das Auto ist 4,81 Meter lang und bietet Platz für vier Personen.

  • Toyota Mirai (Bild: Toyota)
  • Toyota Mirai (Bild: Toyota)
  • Toyota Mirai (Bild: Toyota)
  • Toyota Mirai (Bild: Toyota)
  • Toyota Mirai (Bild: Toyota)
Toyota Mirai (Bild: Toyota)

Wenig Wasserstofftankstellen?

Das größte Problem ist derzeit die geringe Anzahl von Wasserstofftankstellen. In Berlin gibt es zwar laut h2stations.org drei Tankstellen, doch in ganz Deutschland sollen es nur etwa 20 Stück sein, wobei nicht alle öffentlich zugänglich sind.

Aggressives Design

Der Toyota Mirai sieht den anderen Fahrzeuge des japanischen Konzerns nicht besonders ähnlich und ist aggressiver gezeichnet. Das Auto soll einen besonders niedrigen Schwerpunkt haben. Nach Angaben von Konzernchef Akio Toyoda soll es vor allem Spaß machen, damit zu fahren. "Wir befinden uns heute an einem Wendepunkt der Automobilgeschichte", sagte Toyoda. Technische Angaben zu Beschleunigungs- und Bremswerten sowie dem Verbrauch gab Toyota noch nicht bekannt. Insgesamt habe die Entwicklung zehn Jahre in Anspruch genommen, in denen sich die Erprobungsfahrzeuge und der Mirai nicht nur in allen Klimazonen, sondern auch bei Crashtests bewähren mussten.

USA erhalten kleines Tankstellennetz

In den USA will Toyota zusammen mit Air Liquide ein Netz von zwölf Wasserstofftankstellen aufbauen, die in New York, New Jersey, Massachusetts, Connecticut und Rhode Island stehen sollen. Damit entsteht ein Korridor für die Fahrzeugbesitzer von New York bis nach Boston. Für Kalifornien hatte Toyota schon im Mai 2014 angekündigt, mit FirstElement Fuels ein Netz von 19 Tankstellen aufzubauen.

Wo kommt der Wasserstoff her?

Ein Problem stellt die Gewinnung von Wasserstoff dar. Er kann unter anderem durch Elektrolyse aus Wasser, per Erdgasreformation oder aus Biomasse hergestellt werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere Verfahren. Die eingesetzte chemische, elektrische, thermische oder solare Energie ist unterschiedlich zu bewerten. Einerseits unterscheiden sich die Wirkungsgrade stark voreinander, andererseits kommt es bei der Energiegewinnung auch zu Umweltbelastungen.

2013 hatte Toyota mit dem FCV die Vorserienversion des jetzigen Mirai vorgestellt. Toyotas einheimische Konkurrenz hat mit dem FCX Clarity schon ein vergleichbar großes Brennstoffzellenauto im Programm, das allerdings in geringer Stückzahl gefertigt und nur in wenigen Ländern als Leasingfahrzeug angeboten wurde. Der Nachfolger Honda FCV soll 2016 auf den Markt kommen und auch in Europa angeboten werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


katzenpisse 24. Nov 2014

+1

bernd71 19. Nov 2014

Das ist ja in "vielen Fällen" der Fall. An öffentlichen Parkplätze muss halt mit...

Bigfoo29 18. Nov 2014

...lasst uns den Hype zurück auf Wasserstoff-Autos lenken! Die bleiben genauso...

Stefan1978GER 18. Nov 2014

Macht doch mal nen Shitstorm nur weil ein Hanswurst Hybrid nicht verstanden hat. Prius...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
OpenAI
Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store

Nur einen Tag, nachdem OpenAI ChatGPT für Entwickler geöffnet hat, lassen sich Angebote finden, die es nicht geben dürfte.

OpenAI: Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store
Artikel
  1. AVM: Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht zum Einsatz
    AVM
    Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht "zum Einsatz"

    Huawei hat einen großen Patentpool zu Wi-Fi 6. Fritzbox-Hersteller AVM hat die Patente nach eigenen Angaben in seinen Wi-Fi-6-Routern nicht genutzt, will sie aber dennoch für ungültig erklären lassen.

  2. LTE: Kaum weniger Funklöcher in Deutschland
    LTE
    Kaum weniger Funklöcher in Deutschland

    Während bei 5G viel ausgebaut wurde, haben die Netzbetreiber zu wenig LTE-Funklöcher geschlossen. Das ergab zumindest eine Auswertung von Verivox.

  3. E-Corner: Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken
    E-Corner
    Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken

    Die Hyundai-Tochter Mobis präsentiert eine Technik, mit der sich die Autoräder seitlich drehen lassen, um das parallele Einparken zu erleichtern.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /