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Mirai: Toyota stellt Wasserstoffauto für 79.000 Euro vor

Mirai heißt das erste in Serie produzierte Brennstoffzellenauto von Toyota , das Konzernchef Akio Toyoda vorgestellt hat. Das wasserstoffbetriebene Fahrzeug soll 500 km weit kommen. Doch selbst das wird kaum ausreichen, im Alltag die wenigen verfügbaren Tankstellen für diesen Treibstoff zu erreichen.
/ Andreas Donath
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Toyota Mirai (Bild: Toyota)
Toyota Mirai Bild: Toyota

Toyota hat mit dem Mirai ("Zukunft") sein erstes Serien-Wasserstofffahrzeug vorgestellt. Es soll 2015 in den USA und Europa in den Handel kommen und auch in Deutschland verkauft werden. Nach Informationen der Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) soll der Mirai 79.000 Euro kosten - viel Geld für ein Auto der Mittelklasse. Allerdings kosten Elektroautos mit Akkus ebenfalls sehr viel und werden noch durch ein anderes Problem belastet: Ihre Reichweite ist gering und das Aufladen dauert im Vergleich zum Tanken mit Benzin oder Diesel sehr lang.

Toyota Mirai
Toyota Mirai (02:55)

Toyotas Mirai hingegen soll mit einer Tankfüllung 500 km weit kommen. Das ist ein ordentlicher Wert, zumal das Betanken mit Wasserstoff etwa fünf Minuten dauert - also vergleichbar mit dem Tankvorgang mit herkömmlichem Treibstoff. Die Brennstoffzelle im Mirai gewinnt aus dem Wasserstoff Strom für den Elektroantrieb. Das Auto ist 4,81 Meter lang und bietet Platz für vier Personen.

Wenig Wasserstofftankstellen?

Das größte Problem ist derzeit die geringe Anzahl von Wasserstofftankstellen. In Berlin gibt es zwar laut h2stations.org(öffnet im neuen Fenster) drei Tankstellen, doch in ganz Deutschland sollen es nur etwa 20 Stück sein, wobei nicht alle öffentlich zugänglich sind.

Aggressives Design

Der Toyota Mirai sieht den anderen Fahrzeuge des japanischen Konzerns nicht besonders ähnlich und ist aggressiver gezeichnet. Das Auto soll einen besonders niedrigen Schwerpunkt haben. Nach Angaben von Konzernchef Akio Toyoda soll es vor allem Spaß machen, damit zu fahren. "Wir befinden uns heute an einem Wendepunkt der Automobilgeschichte" , sagte Toyoda. Technische Angaben zu Beschleunigungs- und Bremswerten sowie dem Verbrauch gab Toyota noch nicht bekannt. Insgesamt habe die Entwicklung zehn Jahre in Anspruch genommen, in denen sich die Erprobungsfahrzeuge und der Mirai nicht nur in allen Klimazonen, sondern auch bei Crashtests bewähren mussten.

USA erhalten kleines Tankstellennetz

In den USA will Toyota zusammen mit Air Liquide ein Netz von zwölf Wasserstofftankstellen aufbauen, die in New York, New Jersey, Massachusetts, Connecticut und Rhode Island stehen sollen. Damit entsteht ein Korridor für die Fahrzeugbesitzer von New York bis nach Boston. Für Kalifornien hatte Toyota schon im Mai 2014 angekündigt, mit FirstElement Fuels ein Netz von 19 Tankstellen aufzubauen.

Wo kommt der Wasserstoff her?

Ein Problem stellt die Gewinnung von Wasserstoff dar. Er kann unter anderem durch Elektrolyse(öffnet im neuen Fenster) aus Wasser, per Erdgasreformation(öffnet im neuen Fenster) oder aus Biomasse hergestellt werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere Verfahren(öffnet im neuen Fenster) . Die eingesetzte chemische, elektrische, thermische oder solare Energie ist unterschiedlich zu bewerten. Einerseits unterscheiden sich die Wirkungsgrade stark voreinander, andererseits kommt es bei der Energiegewinnung auch zu Umweltbelastungen.

2013 hatte Toyota mit dem FCV die Vorserienversion des jetzigen Mirai vorgestellt. Toyotas einheimische Konkurrenz hat mit dem FCX Clarity schon ein vergleichbar großes Brennstoffzellenauto im Programm, das allerdings in geringer Stückzahl gefertigt und nur in wenigen Ländern als Leasingfahrzeug angeboten wurde. Der Nachfolger Honda FCV(öffnet im neuen Fenster) soll 2016 auf den Markt kommen und auch in Europa angeboten werden.


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