Abo
  • IT-Karriere:

Mirai-IoT-Botnet: IP-Kamera nach 98 Sekunden mit Malware infiziert

Droht die Netzwerkapokalypse, sobald ein unsicheres IoT-Gerät im Heimnetzwerk angeschlossen wurde? Der Sicherheitsforscher Rob Graham hat es ausprobiert - und sich innerhalb von 98 Sekunden die erste Infektion abgeholt.

Artikel veröffentlicht am ,
Wer sich ein IoT-Gerät kauft, kann sehr schnell mit Malware infiziert werden.
Wer sich ein IoT-Gerät kauft, kann sehr schnell mit Malware infiziert werden. (Bild: Jack Guez/Getty Images)

Der Sicherheitsforscher Rob Graham wollte selbst ausprobieren, wie es um die Sicherheit eines IoT-Gerätes bestellt ist. Dazu kaufte er sich eine IP-Kamera für rund 55 US-Dollar, schloss sie an sein Heimnetzwerk an und twitterte über das Ergebnis. Bis zu ersten Infektion dauerte es seine Angaben zufolge nur 98 Sekunden.

Stellenmarkt
  1. Stiftung ICP München, München
  2. Radeberger Gruppe KG, Raum Frankfurt am Main

Das Mirai-Botnetz war in den vergangenen Monaten an zahlreichen Angriffen gegen verschiedene Webdienste beteiligt, unter anderem gegen das Blog des Journalisten und Sicherheitsforschers Brian Krebs und den DNS-Dienst Dyn, der Dienste wie Twitter, Spotify und Amazon über mehrere Stunden lahmlegte. Eigentliches Ziel des Angriffes soll jedoch das Playstation Network gewesen sein.

Graham nutzte nach eigenen Angaben einen Raspberry Pi und schottete das mutmaßlich verwundbare IoT-Gerät per NAT von seinem eigenen Netzwerk ab. Bereits nach sehr kurzer Zeit war das Gerät von einem IoT-Wurm befallen, bei dem es sich aber zunächst nicht um Mirai gehandelt haben soll.

Dieser versucht zuerst, Informationen über das Gerät zu sammeln, etwa die verwendete CPU. Danach versucht das Virus, die Malware herunterzuladen, bevorzugt über Wget oder über das Trivial File Transfer Protocol (Tftp), wenn dies nicht gelingt über das Kommando "echo -ne".

Mirai installiert sich in zwei Stufen

Später wird das Gerät auch mit der Mirai-Malware infiziert, die sich in zwei Stufen installiert. Bereits kurz darauf beginnt das Gerät, in hoher Frequenz Syn-Pakete zu versenden. Außerdem wurden 150 Telnet-Pakete verschickt, um nach weiteren verwundbaren Geräten zu suchen, was Graham jedoch durch eine Firewall-Regel verhinderte.

Die meisten der durch Mirai verwundbaren Geräte haben keinen persistenten Speicher, so dass das Gerät durch Trennen der Stromversorgung von der Malware befreit werden kann. Wer also glaubt, ein infiziertes Gerät zu Hause zu haben, kann seine Firewall neu konfigurieren und etwa ausgehenden Telnet-Traffic auf Port 23 blocken und das Gerät dann neu verbinden. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die voreinstellten Passwörter für die Benutzeroberfläche zu ändern, das hilft jedoch nicht in jedem Fall: Bei Grahams Testgerät ließ sich das voreingestellte Telnet-Passwort jedenfalls nicht vom Nutzer verändern und konnte so für Infektionen genutzt werden.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 149,90€ + Versand
  2. 73,90€ + Versand

Porterex 23. Nov 2016

Auch wenn es hier um Kameras geht, haben SmartTVs nicht das gleiche Problem? Updates...

Smincke 23. Nov 2016

Du kaufst dir eine China Kamera, wo Linux drauf läuft und ein Standard Passwort hat. Wenn...

Braineh 23. Nov 2016

Blöde Frage - ich hab einfach ein- und ausgehenden Verkehr ins und vom Internet zu den...

maci23 23. Nov 2016

Wenn ich ehrlich bin, warum Viren die Geräte so schnell infizieren können, auch wenn sie...

zZz 22. Nov 2016

Sasser war bei mir der Grund, weshalb ich recht schnell bei Window 2003 Server gelandet...


Folgen Sie uns
       


Motorola One Vision - Hands on

Das zweite Android-One-Smartphone von Motorola heißt One Vision. Es hat eine 48-Megapixel-Kamera von Samsung, die vor allem auf gute Aufnahmen bei schwachem Licht optimiert wurde. Das Smartphone mit dem 7:3-Display kommt Ende Mai 2019 für 300 Euro auf den Markt.

Motorola One Vision - Hands on Video aufrufen
Minecraft Dungeons angespielt: Fehlt nur noch ein Klötzchen-Diablo in der Tiefe
Minecraft Dungeons angespielt
Fehlt nur noch ein Klötzchen-Diablo in der Tiefe

E3 2019 Von der Steuerung bis zu den Schatzkisten: Minecraft Dungeons hat uns beim Anspielen bis auf die Klötzchengrafik verblüffend stark an Diablo erinnert - und könnte gerade deshalb teuflisch spaßig werden!

  1. Augmented Reality Minecraft Earth erlaubt Klötzchenbauen in aller Welt
  2. Microsoft Augmented-Reality-Minecraft kommt zum zehnten Jubiläum
  3. Jubiläum ohne Notch Microsoft feiert Minecraft ohne Markus Persson

Ocean Discovery X Prize: Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee
Ocean Discovery X Prize
Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee

Öffentliche Vergaberichtlinien und agile Arbeitsweise: Die Teilnahme am Ocean Discovery X Prize war nicht einfach für die Forscher des Fraunhofer Instituts IOSB. Deren autonome Tauchroboter zur Tiefseekartierung schafften es unter die besten fünf weltweit.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. JAB Code Bunter Barcode gegen Fälschungen

Final Fantasy 7 Remake angespielt: Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte
Final Fantasy 7 Remake angespielt
Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte

E3 2019 Das Remake von Final Fantasy 7 wird ein Riesenprojekt, allein die erste Episode erscheint auf zwei Blu-ray-Discs. Kurios: In wie viele Folgen das bereits enorm umfangreiche Original von 1997 aufgeteilt wird, kann bislang nicht mal der Producer sagen.

  1. Final Fantasy 14 Online Report Zwischen Cosplay, Kirmes und Kampfsystem
  2. Square Enix Final Fantasy 14 erhält Solo-Inhalte und besonderen Magier
  3. Rollenspiel Square Enix streicht Erweiterungen für Final Fantasy 15

    •  /