Abo
  • IT-Karriere:

Mirai-Botnetz: Drei US-Studenten bekennen sich schuldig

Also doch nicht Russland: Drei amerikanische Studenten haben vor einem US-Gericht zugegeben, im vergangenen Jahr mit Mirai eines der größten Botnetze der Internetgeschichte aufgebaut zu haben. Ihr Ziel sollen konkurrierende Minecraft-Server gewesen sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Mirai war das Werk von Studenten.
Mirai war das Werk von Studenten. (Bild: Mobotix)

Es war die bis dato wohl größte Serie von Denial-of-Service-Attacken, als im August 2016 ein Botnetz - bestehend aus Hunderttausenden IoT-Geräten - zuschlug. Unter dem Namen Mirai missbrauchten die Angreifer schlecht gesicherte und ungepachte Überwachungskameras sowie andere IoT-Geräte, und legten mit Millionen ungewollter Anfragen große Teile des Internets lahm.

Stellenmarkt
  1. diconium digital solutions GmbH, Berlin
  2. LÖWEN ENTERTAINMENT GmbH, Bingen am Rhein

Am vergangenen Freitag haben sich drei Angeklagte vor einem Bezirksgericht in Alaska schuldig bekannt, Mirai entwickelt und eingesetzt zu haben. Dies geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die nun veröffentlicht wurden. Überraschend ist, dass es sich nicht wie zuvor von vielen Experten vermutet, um russische Hacker handelt, die einen Generalangriff auf das Internet planen. Einer Recherche von Wired zufolge wurde Mirai stattdessen von drei US-Studenten mit dem Ziel entwickelt, konkurrierende Minecraft-Server auszuschalten.

Mirai begann mit Minecraft

Das zu Microsoft gehörende Computerspiel Minecraft erlaubt es Spielern, eigene Server zu betreiben, in denen sich neue Spielewelten bauen lassen. Über Micropayments können auch andere Spieler solche privaten Server nutzen. Die Konkurrenz zwischen Serverbetreibern steigt mit den Umsätzen, die diese damit machen. Laut Wired können das bei erfolgreichen Servern immerhin bis zu 100.000 US-Dollar im Monat sein.

Dass die Betreiber solcher Minecraft-Server versuchen, sich gegenseitig mit DDoS-Angriffen zu verlangsamen oder gar vom Netz zu nehmen, um sich so Kunden abzunehmen, ist nicht neu. Meist werden dazu sogenannte DDoS-as-a-Service-Dienste in Anspruch genommen, die sich im Internet buchen lassen. Mirai hat diese Form der Attacke aber durch das Einbinden Hunderttausender IoT-Geräte auf eine neue Stufe gehoben.

Von Minecraft zur Schutzgelderpressung

Mit wachsender Zahl infizierter IoT-Geräte nahm das Mirai-Botnetz auch größere Ziele in Angriff. Das französische Hosting-Unternehmen OVH mit seinem speziellen Angebot an Minecraft-Serverbetreibern war im September 2016 eines der ersten Opfer. Vor Mirai hatten große DDoS-Attacken oft eine Ordnung von 10 bis 20 Gigabit pro Sekunde, OVH wurde nach eigenen Angaben mit bis dahin unerreichten 1,5 Terabit Anfragen von über 145.000 Überwachungskameras und anderen IoT-Geräten bombardiert.

Allerdings ging es den drei Studenten nicht nur um Minecraft. Den Gerichtsdokumenten zufolge hatten sie geplant, mit einem eigenen DDoS-as-a-Service-Angebot sowie als digitale Schutzgelderpresser Geld zu verdienen. Dabei hätten sie Hosting-Providern für eine Gebühr Schutz vor ihren eigenen DDoS-Angriffen angeboten.

Zudem gaben die Entwickler zu, Mirai so programmiert zu haben, dass die Malware andere Botnetze aktiv bekämpft. Ziel sei es gewesen, konkurrierende Malware von Geräten zu entfernen oder zu deaktivieren, um so viele IoT-Geräte wie möglich unter eigene Kontrolle zu bekommen.

Den drei Studenten drohen im Falle eines Schuldspruchs bis zu fünf Jahre Gefängnis und maximal 250.000 US-Dollar Strafe.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 94,90€ + Versand mit Gutschein QVO20
  2. für 229,99€ vorbestellbar

TrudleR 04. Feb 2018

Das 3 Studenten die Welt ins Chaos stürzen können, mit einem Computer als Werkzeug...

berritorre 15. Dez 2017

"Der Begriff organisierte Kriminalität bezeichnet allgemein Gruppierungen, die kriminelle...

berritorre 15. Dez 2017

Ja, man bekommt so langsam seine Zweifel, ob das alles noch so funktioniert, wie es soll...

berritorre 15. Dez 2017

Ich verbreite Propagandamist? Ist klar. Ich habe eher den Eindruck die Hälfte des Forums...

berritorre 15. Dez 2017

Das kann er natürlich machen. Das kann er in Deutschland auch. Wenn du willst, kriegst du...


Folgen Sie uns
       


LG V50 mit Dualscreen - Hands on (MWC 2019)

LG hat auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona das 5G-fähige Smartphone V50 Thinq gezeigt. Passend dazu gibt es eine spezielle Hülle, die sich Dual Screen nennt. Darun befindet sich ein zweites Display, das sich parallel zum normalen Smartphone-Display nutzen lässt.

LG V50 mit Dualscreen - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
P30 Pro im Kameratest: Huawei baut die vielseitigste Smartphone-Kamera
P30 Pro im Kameratest
Huawei baut die vielseitigste Smartphone-Kamera

Huawei will mit dem P30 Pro seinen Vorsprung vor den Smartphone-Kameras der Konkurrenez ausbauen - und schafft es mit einigen grundlegenden Veränderungen.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. CIA-Vorwürfe Huawei soll von chinesischer Regierung finanziert werden
  2. Huawei-Gründer "Warte auf Medikament von Google gegen Sterblichkeit"
  3. 5G-Ausbau Sicherheitskriterien führen nicht zu Ausschluss von Huawei

Online-Banking: In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit
Online-Banking
In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit

Zum 14. September 2019 wird ein wichtiger Teil der Zahlungsdiensterichtlinie 2 für die meisten Girokonto-Kunden mit Online-Zugang umgesetzt. Die meist als indizierte TAN-Liste ausgegebenen Transaktionsnummern können dann nicht mehr genutzt werden.
Von Andreas Sebayang

  1. Banking-App Comdirect empfiehlt, Sicherheitswarnung zu ignorieren

Urheberrechtsreform: Was das Internet nicht vergessen sollte
Urheberrechtsreform
Was das Internet nicht vergessen sollte

Die Reform des europäischen Urheberrechts ist eine Niederlage für viele Netzaktivisten. Zwar sind die Folgen der Richtlinie derzeit kaum absehbar. Doch es sollten die richtigen Lehren aus der jahrelangen Debatte mit den Internetgegnern gezogen werden.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht VG Media will Milliarden von Google
  2. Urheberrecht Uploadfilter und Leistungsschutzrecht endgültig beschlossen
  3. Urheberrecht Merkel bekräftigt Zustimmung zu Uploadfiltern

    •  /