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MINT: Werden Frauen überfördert?

Es gibt hierzulande einige Förderprogramme, die mehr Frauen für MINT begeistern und in IT-Berufe bringen möchten. Werden Männer dadurch benachteiligt?

Artikel von Valerie Lux veröffentlicht am
Girls Day im Kanzleramt - alles zu viel?
Girls Day im Kanzleramt - alles zu viel? (Bild: Carsten Koall/Getty Images)

Wenn wir über Frauen in der IT schreiben, tauchen in unserem Forum einige Argumente immer wieder auf. Wir haben uns die häufigsten vorgenommen und hinterfragt: Stimmen sie?

Diesmal: Frauen werden in der IT so stark gefördert, dass wiederum die Männer benachteiligt sind.

TLDR: Das ist unrichtig, denn die jahrhundertelange gesellschaftliche Benachteiligung der Frauen ist noch nicht komplett überwunden. Ziel ist es, Frauen nur so lange zu fördern, bis Chancengleichheit hergestellt ist.

Wer die im knalligen Orangeton gehaltene Webseite Komm-Mach-Mint öffnet, sieht als erstes Mädchen, die sich lachend auf einer Karrieremesse unterhalten. Das Förderprogramm des Bildungsministeriums sei dazu da, "junge Frauen für naturwissenschaftlich-technische Studiengänge zu begeistern", heißt es in der Selbstbeschreibung der Webseite. MINT steht für Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik, es gibt viele freie Arbeitsplätze und hohe Gehälter für Absolventen dieser Bereiche.

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Informatik wird unter "Ingenieurwesen" eingeordnet. 2018 waren laut Statistischem Bundesamt nur 22,5 Prozent aller Studienanfänger in der Informatik Frauen. Zu wenig - nicht nur aus Sicht von Komm-mach-Mint. Die Initiative hat es sich zum Ziel gesetzt, "insbesondere die Zahl der MINT-Studentinnen und -Absolventinnen zu erhöhen".

Über 300 Verbände, Unternehmen oder wissenschaftliche Institutionen gehören zu diesem "Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen", in zahlreichen Veranstaltungen und Workshops werden Mädchen umworben, sich für eines der Studienfächer in diesen Bereichen zu entscheiden. Kann man es eine Diskriminierung für Jungen nennen, wenn ein staatliches Förderprogramm ausschließlich auf Mädchen zugeschnitten ist?

Nein, sagt Timo Speith, Informatik-Ethiker an der Universität Saarland, Golem.de. Denn angesichts der jahrhundertelang eingeschliffenen Praxis des Ausschlusses von Frauen an Universitäten aus mathematisch-basierten Studiengängen könne bei jungen Frauen heute immer noch der falsche Eindruck entstehen, sie seien als Frau "nicht für Mathe gemacht" oder es sei "unweiblich", Algorithmen zu studieren. "MINT-Fächer sind leider Fächer, in denen Frauen traditionell durch Vorurteile und Rollendenken benachteiligt werden. Dementsprechend gilt es, solchen Benachteiligungen entgegenzuwirken und durch spezifische Förderprogramme erst die Grundlage einer Gleichberechtigung zu schaffen", sagt Speith.

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am (golem.de) 17. Sep 2019 / Themenstart

Da in Bezug auf diesen Artikel offenbar die sachlichen Argumente zum Thema erschöpfend...

supergurki 17. Sep 2019 / Themenstart

Nein, das ist es nicht. Der Artikel erklärt auch nicht warum, sondern schiebt Gründe vor.

LRU 17. Sep 2019 / Themenstart

Ich glaube dir, dass du es ehrlich meinst. Wenn man aus eigenem Interesse den Weg...

arthurdont 17. Sep 2019 / Themenstart

Kann ich nicht bestätigen. In der FH wurden bei uns fast alle Arbeiten mit "unbegrenztem...

ZuWortMelder 17. Sep 2019 / Themenstart

Dass bestimmte Berufe besser bezahlt werden, als jene, die gesellschaftlich wichtiger...

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