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Ministerpräsident fordert Prüfung: Chinesische Autos in VW-Werken?

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hält es für denkbar, dass chinesische Autos künftig in deutschen Volkswagen-Werken gebaut werden.
/ Michael Linden
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Produktion Volkswagen Tayron (Bild: Volkswagen)
Produktion Volkswagen Tayron Bild: Volkswagen

Olaf Lies hat sich für eine nüchterne Auseinandersetzung mit der Frage ausgesprochen, ob chinesische Autos in VW-Produktionsstätten gefertigt werden könnten. Im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung(öffnet im neuen Fenster) sagte der SPD-Politiker, man müsse das "offen diskutieren und prüfen, ob sich daraus Chancen für die Produktionsstandorte von VW und der Zulieferindustrie ergeben könnten". Lies befindet sich derzeit auf Reisen in China. Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechtsaktien an Volkswagen und ist damit einer der einflussreichsten Anteilseigner.

Lies sieht Kooperationen als möglichen Ausweg

Der Ministerpräsident begründet seine Haltung vor allem mit dem Druck auf die Werksauslastung. Chinesische Autobauer würden ohnehin verstärkt in den europäischen Markt drängen – das sei nicht zu verhindern. Die entscheidende Frage sei daher, ob VW aus dieser Entwicklung einen Vorteil ziehen könne, anstatt ihr ausgeliefert zu sein.

"Da stellt sich ganz automatisch die Frage, welche Perspektiven sich daraus ergeben und ob man auch in Europa zusammenarbeiten könnte", sagte Lies mit Blick auf neue Modelle, die VW gemeinsam mit chinesischen Partnern entwickelt habe. Lies verwies dabei auf die Partnerschaft mit dem Elektroautohersteller Xpeng sowie die Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Rivian – beide Kooperationen seien entstanden, um Zeit zu sparen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Zölle allein reichen Lies nicht

Auf die Frage nach höheren Schutzzöllen antwortete Lies differenziert. Bei Stahl sei ein solcher Schutz berechtigt, bei Elektroautos existierten europäische Zölle bereits. Allein durch Abschottung werde man jedoch nicht erfolgreich bleiben. Chinesische Autobauer erschlössen gerade Märkte in Südamerika – dem könne Europa nur dann wirkungsvoll begegnen, wenn auch von China aus exportiert werde. "Durch Abschottung allein bleiben wir nicht erfolgreich – und schon gar nicht, indem wir sagen, wir wollen nichts miteinander zu tun haben", so Lies.

VW steht unter Druck, Lösungen zu finden

Ende 2024 hatten die Beschäftigten bei Volkswagen bereits erhebliche Zugeständnisse gemacht, um die deutschen Werke zu erhalten. Ohne neue Auftragsvolumina bleibt die Lage strukturell angespannt. Lies zeigte sich dennoch optimistisch: Volkswagen verfüge über eine weltweite Produktions- und Logistikfähigkeit, "die kaum ein anderes Unternehmen hat". Ob aus der offenen Prüfung konkrete Pläne werden, ist offen. Klar ist aber: Die Debatte darüber, wessen Autos künftig in deutschen VW-Werken vom Band rollen, hat begonnen.


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