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Minister warnt: Russland attackiert vermehrt europäische Eisenbahnen

Den Angaben zufolge werden nicht nur Signalsysteme und Netzwerke der Eisenbahngesellschaften gestört, es finden auch Angriffe auf Fahrkartensysteme und andere Dienste statt.
/ Marc Stöckel
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Seit Februar 2022 häufen sich Angriffe auf europäische Eisenbahngesellschaften. (Bild: pixabay.com/Level_Up_Filming)
Seit Februar 2022 häufen sich Angriffe auf europäische Eisenbahngesellschaften. Bild: pixabay.com/Level_Up_Filming

Laut dem tschechischen Verkehrsminister Martin Kupka hat Russland seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 wohl "Tausende" von Versuchen unternommen, ins europäische Eisenbahnnetze einzugreifen. Ziel sei es, die EU zu destabilisieren und kritische Infrastrukturen zu sabotieren, berichtet die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf Aussagen des Ministers.

Die Hacking-Kampagne umfasse Angriffe auf Signalsysteme und auf die Netzwerke der tschechischen Eisenbahngesellschaft České dráhy. Bei früheren Angriffen seien außerdem Fahrkartensysteme außer Betrieb gesetzt worden.

Darüber hinaus steige die allgemeine Besorgnis darüber, dass erfolgreiche Eingriffe in die Signalsysteme schwere Unfälle zur Folge haben könnten.

Enisa warnt vor Angriffen prorussischer Akteure

Die Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (Enisa) warnte schon in einem im März 2023 veröffentlichten Bericht(öffnet im neuen Fenster) vor entsprechenden Bedrohungen im Transportwesen. "Hacktivisten führen immer häufiger DDoS-Angriffe auf Eisenbahngesellschaften durch, was vor allem auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine zurückzuführen ist" , hieß es darin.

Darüber hinaus ist der Schienenverkehrssektor dem Bericht zufolge auch mit Ransomwareangriffen und anderen datenbezogenen Bedrohungen konfrontiert. Betroffen sind unter anderem IT-Systeme für Fahrgastdienste und Ticketsysteme sowie mobile Anwendungen. Als Beispiele werden Angriffe auf Eisenbahngesellschaften in Rumänien, Litauen, Lettland und Estland genannt, zu denen sich angeblich prorussische Hackergruppen bekannten.

Züge in Polen per Funksignal gestoppt

Berichte über Eingriffe in Signalsysteme von Schienenfahrzeugen gab es im vergangenen Sommer auch aus Polen . Innerhalb von nur einer Woche kamen dort mehr als 20 Züge unerwartet zum Stillstand, weil ein Angreifer ein spezielles Funksignal ausstrahlte, das die Züge anweist, sofort anzuhalten.

Auch damals wurde angenommen, dass der Angriff von einem von der russischen Regierung unterstützten Akteur ausgeführt wurde. Angeblich waren die Funksignale mit der russischen Nationalhymne sowie Teilen einer Rede von Wladimir Putin unterlegt.


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