Minisforum MS-A1 und MGA-1: Die Mini-Workstation mit eGPU
Der Hongkonger Hersteller Minisforum ist seit einigen Jahren auf dem Mini-PC-Markt etabliert. Einer seiner aktuellen PCs ist der MS-A1(öffnet im neuen Fenster) , der neben anderen kompakteren Geräten eher die Brücke zu leistungsfähigeren Workstations wie dem MS-01(öffnet im neuen Fenster) schlägt.
Im Gegensatz zu Letzterem kommt der MS-A1 mit einem AMD-Chipsatz und ohne PCIe-Anbindung auf dem Board. Eine interne Grafikkarte fällt also flach. Ob das ein Problem darstellt, wollen wir mit dem Test der Kombination aus MS-A1 und der eGPU MGA-1(öffnet im neuen Fenster) vom gleichen Hersteller herausfinden.
Unser Testmuster kam voll ausgestattet mit einem AMD Ryzen 7 8.700 G, der eine Radeon 780m-APU, 32 GByte RAM sowie eine 1 TByte fassende SSD mit Lizenz für Windows 11 mitbringt. Den Barebone-Rechner kann man aber nach Wunsch auch selbst bestücken. Je nach Konfiguration kommen so zwischen 250 und 900 Euro zusammen.
Unser Modell liegt bei rund 830 Euro und macht mit seinen rund 20 cm im Quadrat und 5 cm Höhe auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Neben drei USB-3.2-Anschlüssen und einem USB-C-Port sind noch ein paar USB-2-Buchsen, HDMI, Displayport sowie gleich zwei 2,5-GBit/s-Ethernet-Schnittstellen verbaut.
Einen Kopfhöreranschluss per Miniklinke gibt es an der Frontseite des über zwei Kilogramm schweren Rechners auch noch.
Das Gewicht mag vom robusten metallischen Gehäuse herrühren, aber als wir die acht Schrauben des Gehäuses herausgedreht haben, finden wir auch einen recht vollgepackten Innenraum vor.
Kompakt und still
Das mag dann auch der Grund sein, warum hier weder PCIe-Anschlüsse in voller Größe noch 2,5-Zoll-SSDs vorgesehen sind. Wir bestücken den Rechner mit zwei NVME-SSDs, um Windows und Linux auszuprobieren. Platz wäre für vier Stück davon. An den mit 2.600 MHz getakteten RAM kommen wir ohne Entfernen des Kühlkörpers für die CPU nicht heran – dafür ist mehr Schrauberei nötig.
Nach dem Einschalten und dem ersten Bootvorgang gibt der Rechner über die interne Grafiklösung per HDMI 2.1, Displayport 2.0 und die USB-C-Schnittstelle ein Videosignal mit bis zu 4K Auflösung bei bis zu 120 Hz Bildwiederholrate aus. Dabei zieht der Rechner ohne Last 20 Watt aus dem voluminösen und auf bis zu 240 Watt ausgelegten externen Netzteil. Schauen wir uns Videos an, steigt der Verbrauch auf 30 Watt. Unter Volllast maßen wir 100 Watt.
Dann springt mitunter auch mal der ansonsten komplett stille Lüfter an und pustet vernehmbar, aber nicht unangenehm hochfrequent. Gaming ist mit der integrierten Grafiklösung möglich, aber nicht unbedingt spektakulär. In Gravitymark(öffnet im neuen Fenster) schafft sie 6.524 Punkte.
Hier kommt eine von zwei möglichen externen Lösungen zum Einsatz.
Oculink für externe Grafikbeschleunigung
Das MGA1 eGPU Dock(öffnet im neuen Fenster) kann per Oculink-Kabel(öffnet im neuen Fenster) angeschlossen werden und beschleunigt den Kompaktrechner im gleichen Benchmark auf 23.897 Punkte.
Ebenfalls von einem robusten, rund 1.400 Gramm wiegenden Metallgehäuse umschlossen, arbeitet hier eine AMD-7600M-XT-Grafikkarte. Sie ist inklusive Netzteil auf 25 x 13 x 4,5 cm untergebracht und bringt weitere Anschlüsse mit. Ein HDMI 2.1-, zwei Displayport 2.0 und drei USB-3.2-Schnittstellen sowie ein 65-Watt-USB-C-3.1-Anschluss finden sich auf der Rückseite der eGPU.
Das mit einem gewebten Schutz umwundene Oculink-Kabel wirkt im Gegensatz zu den häufiger anzutreffenden USB-C-Thunderbolt-Kabeln bei Intels Lösungen eher wenig vertrauenerweckend. Es ist auch nicht überall erhältlich und als Standard wenig etabliert.
Mit 60 Zentimetern fällt es nicht unbedingt länger aus als ein vergleichbares Thunderbolt-3-Kabel für eine eGPU von Sonnet (G+). Dafür rastet es sicher in die Schnittstelle ein und kann nicht einfach herausgezogen werden.
Stromverbrauch steigt mit eGPU mäßig
Mit der eGPU steigert sich auch der Stromverbrauch unserer Kompaktrechenanlage: Wir sind jetzt bei 40 Watt Idle, bis zu 50 Watt bei Videos und 200 Watt bei Volllast. Das ist natürlich noch immer stromsparender als die meisten normalen Gaming-PCs.
Zum Arbeiten taugt die Kombination hervorragend. Renderaufgaben wie unsere Testszene in Blender beschleunigt die GPU dank HIP enorm. Wir messen 13 Sekunden, was Gleichstand mit einem aktuellen M4-Macbook bedeutet.
Hier gab es allerdings einen Haken: Das alles funktionierte nur unter Windows problemlos.
Wir konnten zwar die GPU unter Linux für Gaming ansprechen, fanden aber keinen Weg, die externe Grafiklösung auch produktiv in Blender zu nutzen. In Spielen zeigte sich die Kombination beispielsweise unter Pop-OS(öffnet im neuen Fenster) aber als ebenso flott und problemlos wie unter dem mitgelieferten Windows 11.
Alternativ kann auch auf das um einiges preiswertere externe Dock(öffnet im neuen Fenster) ohne GPU und Stromversorgung zurückgegriffen werden, das Minisforum ebenfalls anbietet. Hier wären auch Nvidia-Grafikkarten möglich.
Minisforum MS-A1 und MGA-1: Verfügbarkeit und Fazit
Verfügbarkeit
Der Rechner ist unter anderem beim Hersteller selbst bestellbar(öffnet im neuen Fenster) . Ohne CPU, RAM und SSD sind 290 Euro fällig, unser Modell kostete 830 Euro, ist aber anscheinend derzeit nicht lieferbar. Das MGA1 eGPU Dock(öffnet im neuen Fenster) kostet derzeit rund 540 Euro, das einfache Dock(öffnet im neuen Fenster) ist mit 100 Euro gelistet.
Fazit
Der Minisforum MS-A1 lässt uns mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Einerseits ist der kompakte Rechner angenehm leistungsstark, leise und sehr gut verarbeitet, andererseits auch recht teuer und durch den fehlenden PCIe-Port in voller Größe eingeschränkt.
Mit der integrierten Grafiklösung kommt man zwar im Office-Alltag mehr als ausreichend über die Runden, aber dafür ist der MS-A1 eigentlich viel zu schade. Die CPU in unserem Testmodell ist stromsparend und leistungsstark, aber auch sie ist mit den meisten Büroaufgaben unterfordert.
Nehmen wir eine externe Grafiklösung hinzu, wandelt sich das Bild. Die Rechenanlage in Kombination mit dem MGA1 eGPU Dock schafft eine beachtliche Leistung in Gaming und Produktivität. Aber die Einschränkung auf eine einzige Mobil-GPU(öffnet im neuen Fenster) – die Radeon RX 7600M XT – bedeutet auch keine langfristige Erweiterbarkeit.
Die wäre lediglich mit dem wesentlich preiswerteren und sehr einfach gehaltenen PCIe-Dock gegeben. Aber dann gibt es auch kein schickes Gehäuse mehr und der Transport der Komponenten wird zum Glücksspiel.
Wer jedoch sein Anwendungsszenario findet, bekommt Qualität in Verarbeitung und Komponenten geboten – auch wenn der Preis höher liegen dürfte als bei der Konkurrenz.
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