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Minimal Phone: Crowdfunding für minimalistisches Smartphone gestartet

Das an frühere Blackberrys erinnernde Minimal Phone hat ein E-Ink -Display sowie eine Tastatur und kommt minimalistisch daher.
/ Matthias Wellendorf
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Das Minimal Phone weckt nostalgische Gefühle. (Bild: Minimal/Montage: Golem.de)
Das Minimal Phone weckt nostalgische Gefühle. Bild: Minimal/Montage: Golem.de

Aktuelle Smartphones zeichnen sich zumeist durch große Bildschirme sowie leistungsstarke Prozessoren und Kameras aus, die klassische Kompaktkameras überflüssig machen. Es geht allerdings auch anders: Beim Minimal Phone ist der Name Programm. Die Crowdfunding-Kampagne(öffnet im neuen Fenster) ist wie im Januar 2024 angekündigt nun gestartet.

Das Gerät setzt sich schon auf den ersten Blick von den aktuellen Trends ab. Unterhalb des nur 3,5 Zoll kleinen Bildschirms ist eine Hardwaretastatur verbaut. Erinnerungen an die einstige Branchengröße Blackberry werden wach, die durch die Platzierung des Logos auf der Rückseite des schlicht gehaltenen Kunststoffgehäuses noch unterstrichen werden.

Das Display basiert auf der E-Ink-Technologie, die Bildschirminhalte werden damit nur in Graustufen dargestellt. In Kombination mit dem recht großen Akku, der eine Kapazität von 4.000 mAh bereithält, dürften sich enorme Laufzeiten ergeben. Der Hersteller Minimal spricht von mehreren Tagen Laufzeit bei normaler Nutzung.

Hard- und Software sind nicht aktuell

Als Prozessor ist ein nicht näher ausgeführtes Mediatek-6769-SoC verbaut. Die Zahlenfolge wurde bei vier Modellen der Helio-Serie (G70, G80, G85 und G88) verwendet, die allerdings allesamt auf der gleichen Architektur basieren und sich letztlich vor allem durch die Taktgeschwindigkeiten der CPU und GPU unterscheiden.

Sie setzen sich aus zwei leistungsstärkeren ARM-Cortex-A75 und sechs A55-Kernen zusammen, die in einer Strukturbreite von 12 nm gefertigt werden. Für die grafischen Berechnungen wird auf ARMs Mali-G52 gesetzt.

Beim Arbeitsspeicher wird der LPDD4X-Standard unterstützt und auch an dieser Stelle ist beim Minimal Phone der Name Programm: Er ist lediglich 4 GByte groß. Auch der Datenspeicher ist mit 128 GByte vergleichsweise klein, eine Erweiterung mithilfe einer MicroSD-Karte ist nicht vorgesehen.

Auch bei der Kommunikation zeigt sich, dass das Mediatek-SoC nicht mehr zu den neuesten Vertretern seiner Art gehört. In Mobilfunknetzen ist das minimalistische Smartphone auf die 4G begrenzt, in WLANs wird lediglich der n-Standard unterstützt. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Blick auf die Kameras. Der Frontsensor bewerkstelligt eine Auflösung von acht Megapixeln, bei der Hauptkamera auf der Rückseite sind es 16.

Reduzierte Möglichkeiten auch bei Apps

Beim Betriebssystem setzten die Entwickler des Minimal Phones auf das ebenfalls nicht mehr ganz taufrische Android 13, das bereits 2022 vorgestellt wurde. Wesentliche Anwendungen scheinen von Haus aus mitgeliefert zu werden, die Oberfläche sieht auf den Renderings minimalistisch aus. Googles Play Store kann grundsätzlich auch auf Geräten mit einem E-Ink-Display genutzt werden, das Minimal-Team spricht in den FAQs allerdings von "notwendigen Apps" , die nachinstalliert werden können.

Nach dem offiziellen Marktstart soll das Minimal Phone für 400 US-Dollar angeboten werden. Aktuell können Interessenten es für umgerechnet rund 300 Euro unterstützen, das Produkt ist noch nicht fertig produziert. Bei Crowdfunding-Kampagnen besteht immer die Gefahr, dass das Projekt trotz erfolgreicher Finanzierung nicht zustande kommt.


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