Minidrohne: Wieso hob Zano nie ab?

Das war ein schönes Versprechen: eine kleine, günstige Kameradrohne mit tollen Funktionen. Zu schön für die vielen Unterstützer, die den Entwicklern Geld über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter gaben und am Ende leer ausgingen. Ein US-Journalist hat nach Gründen für das Scheitern von Zano gesucht.

Artikel veröffentlicht am ,
Nanodrohne Zano: fehlende technische und kaufmännische Kompetenz
Nanodrohne Zano: fehlende technische und kaufmännische Kompetenz (Bild: Torquing)

Geld ist nicht alles, das hat auch die Torquing Group erfahren müssen. Obwohl das walisische Unternehmen die erfolgreichste europäische Kickstarter-Kampagne hinlegte, war seine Mini-Kameradrohne Zano ein Reinfall. Kickstarter hat einen Journalisten engagiert, der der Geschichte nachgegangen ist.

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Es klang damals auch zu verlockend: ein handtellergroßer Quadrocopter, ausgestattet mit einer HD-Kamera, der per Smartphone gesteuert wird, aber auch selbstständig um den Piloten kreist und ihn filmt. Darauf stürzte sich die Netzgemeinde. Statt der beabsichtigten 125.000 britischen Pfund erhielt Torquing 2,3 Millionen britische Pfund, umgerechnet 3,2 Millionen Euro. Damit sollte sich die Serienfertigung auf die Beine stellen lassen.

Zano wurde gehypt

Begeistert waren aber nicht nur die Kickstarter-Unterstützer. Die Kickstarter-Mitarbeiter ernannten die Drohne zum Mitarbeiter-Tipp, das US-Onlinenachrichtenangebot Engadget zog sie in die engere Wahl für das beste Produkt auf der CES 2015 - und das, obwohl die Drohne in Las Vegas nicht flog. Das US-Magazin Popular Science listete es im Herbst als eine der Innovationen des Jahres 2015.

Doch zu dem Zeitpunkt war der Copter schon im rapiden Sinkflug. Statt wie angekündigt im Juni wurden die ersten Zanos Ende September ausgeliefert, und das auch nicht an die Kickstarter-Unterstützer, sondern an Kunden, die die Drohne über die Website bestellt hatten.

Käufer und Unterstützer waren sauer

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Grund war, dass das Unternehmen über den Kaufpreis Geld einnahm. Und so wurden die Drohnen ausgeliefert, obwohl sie nicht einsatzbereit waren. Am Ende waren beide Gruppen sauer: die Kickstarter-Unterstützer, weil sie keine Zano bekamen, und die Käufer, weil die Zano, die sie bekamen, nicht funktionierte.

  • Der Mini-Quadrocopter Zano soll Fotos und Videos im Flug aufnehmen. (Foto: Torquing)
  • Gesteuert wird das UAV per Smartphone - über Schaltflächen oder indem das Gerät gekippt wird. (Foto: Torquing)
  • Es gibt Zano in Schwarz ... (Foto: Torquing)
  • ... und Weiß. (Foto: Torquing)
  • Transportiet wird das Fluggerät in einer speziellen Box. (Foto: Torquing)
Der Mini-Quadrocopter Zano soll Fotos und Videos im Flug aufnehmen. (Foto: Torquing)

Im November schließlich meldete Torquing Insolvenz an. Zu dem Zeitpunkt hatte die Firma nicht nur die 2,5 Millionen britischen Pfund von der Crowdfunding-Kampagne ausgegeben, sondern zusätzlich eine Million britischer Pfund Schulden aufgehäuft.

Die Gehälter waren hoch, aber nicht absurd hoch

Kickstarter beauftragte den freien Journalisten Mark Harris herauszufinden, ob die Zano-Geschichte von Anfang an ein Betrug war. Das, so fand Harris heraus, war nicht der Fall. Zwar hätten sich die Chefs höhere Gehälter als nötig zugestanden und Geld für unsinnige Dinge ausgegeben. "Es gibt aber keine Anzeichen für anhaltende Extravaganz oder kriminellen Betrug."

Harris sprach mit vielen ehemaligen Mitarbeitern, die ihm von "Enthusiasmus, Hingabe und harter Arbeit" berichteten, von vielen durchgearbeiteten Nächten, in denen sie versuchten hätten, die Technik in den Griff zu bekommen. Am Ende vergeblich.

Das Unternehmen konnte Zano nicht bauen

Die Unternehmensleitung habe allerdings gravierende Fehler gemacht. So sei etwa die Konstruktion verändert worden, obwohl die entsprechenden Teile bereits bestellt waren - etwa mehrere zehntausend Rotoren, die dann nutzlos herumlagen. "Ich persönlich glaube nicht, dass die Entwickler über die technische und kaufmännische Kompetenz verfügten, die nötig gewesen wäre, um eine Zano, wie sie in der Kampagne beschrieben wurde, auszuliefern", resümiert Harris.

Allerdings sieht er auch Kickstarter in der Verantwortung. Die Crowdfunding-Plattformen sollten die Projekte besser überprüfen, um solche Fehlschläge zu verhindern. Außerdem sollten sie den Nutzern klarmachen, dass es sich um eine Plattform handele, über die Investitionen gesammelt werden, die - wie alle Investitionen - schiefgehen können. Oder, wie es Kickstarter-Gründer Yancey Strickler, umschreibt: Wer beim Kauf eines neuen Produkts sichergehen wolle, müsse es im Handel erwerben.

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twil 13. Jan 2017

Hat es ein Jahr gedauert für eine Antwort :)

OhYeah 25. Jan 2016

Anderes Beispiel: Early Access auf Steam...Beispiel: Day-Z. Wird eh nie mehr fertig und...

OhYeah 25. Jan 2016

Falsch, lies dir die Kickstarter-FAQ durch.

bernd71 25. Jan 2016

Das ist alles andere aber nicht optional.

der_wahre_hannes 25. Jan 2016

Wahrscheinlich haben sie mehr gezahlt, als in ähnlichen Branchen sonst üblich ist.



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