Mini-Actioncams im Vergleich: Insta360 Go Ultra gegen DJI Osmo Nano
So viele hochwertige Actioncams wie im Jahr 2025 sind selten auf den Markt gekommen. Insbesondere die beiden chinesischen Unternehmen Insta360 und DJI haben viele neue Modelle vorgestellt – nicht nur mit optimierten Sensoren, sondern mit echten und spürbaren Innovationen und Verbesserungen, die neue Einsatzmöglichkeiten erschließen.
Sehr spannend finde ich die 360-Grad-Kameras. Aber noch mehr haben mich die neuen, quasi fernsteuerbaren Mini-Actioncams Insta360 Go Ultra und die DJI Osmo Nano begeistert.
Sie sind schnell einsetzbar, klein und leicht und mit einer Bildqualität, die zumindest bei guten Lichtverhältnissen mit den besten anderen Actioncams mithalten kann.
Ein paar Worte zum Marktbereiter und langjährigen Branchenprimus Gopro: Das Unternehmen hat 2025 zwei neue Kameras auf den Markt gebracht, nämlich die Rundum-Kamera Gopro Max 2 sowie die Lite Hero.
Letztere ist aber nur bedingt mit den beiden genannten Kameras vergleichbar, weil sie kein Dock und somit auch keine Fernbedienung hat und mit einem kleineren Sensor auskommt. Eine neue "große" Hero von Gopro ist laut Gerüchten erst im Frühjahr 2026 geplant.
Mini-Actioncams wie die Insta360 Go Ultra und die DJI Osmo Nano wollen möglichst viel Bild- und Tonqualität in ein extrem kleines, leichtes Gehäuse bringen. Beide Kameras verschwinden nahezu in der Handfläche.
| Insta360 Go Ultra | DJI Osmo Nano | |
|---|---|---|
| Sensor | 1/1.28" | 1/1,3" |
| Video Maximale Auflösung | 4K/60 fps | 4K/60 fps |
| Foto Maximale Auflösung | 8.192 x 6.144 Pixel (JPG + DNG) | 7.424 × 4.176 Pixel (JPG + DNG) |
| Maximale FOV | 156 Grad | 143 Grad |
| Akkulaufzeit Go Standalone | 70 Minuten | 90 Minuten |
| Akkulaufzeit Camera + Pod | 180 Minuten | 200 Minuten |
| Standalone Größe | 46 x 45,7 x 18,3 mm | 57,3 × 29,5 × 28 mm |
| Standalone Gewicht | 53 Gramm | 52 Gramm |
| Pod Display | 2,5 Zoll | 1,96 Zoll |
| Interner Datenspeicher | - (nur MicroSD) | 64/128 GByte (plus MicroSD) |
Außerdem lassen sie sich mit eingebauten und ziemlich starken Magneten an Zubehör, Straßenschildern, Briefkästen, Autos und mit mitgelieferten Halsbändern oder Klemmen vor der Brust sowie an der Mütze befestigen – mit klassischen Actioncams geht das nicht so einfach.
Das eigentlich Besondere: Sie werden über ein Dock gesteuert, das zugleich als Ladeeinheit dient. Das funktioniert auch, wenn dieses Dock und die eigentliche Kamera getrennt sind. Ich sehe dann also auf dem Bildschirm des Docks, was die Kamera gerade sieht, fotografiert oder filmt.
Das Display der Insta360 ist etwas größer und kann nach oben geklappt werden. Bei der DJI-Kamera lässt sich die Kamera in beiden Richtungen auf das Dock setzen, so dass man von hinten ebenso wie bei Selfies den Bildausschnitt sieht.
In der Praxis klappt das je nach Umgebung über eine Entfernung von zehn bis fünfzehn Metern, und es ist ziemlich praktisch: Man kann die Kamera irgendwo befestigen, den Bildausschnitt korrigieren und dann über die Dock-Fernbedienung alle Einstellungen vornehmen oder schlicht die Aufnahmen starten.
Natürlich geht das auch mit klassischen Kameras per Smartphone, aber mit den Docks funktioniert das Aufsetzen des Systems sehr viel unkomplizierter und schneller. Gerade bei Spaziergängen, auf Reisen oder beim Sport nimmt man so öfter eine Kamera mit, weil Gewicht und Aufwand kaum eine Rolle spielen und man oft kein separates Stativ oder sonstiges Zubehör benötigt.
Die Osmo Nano von DJI hat einen ganz praktischen Vorteil: Man kann die Kamera auch ohne Dock (und ohne Magnet) sinnvoll platzieren, etwa auf dem Boden oder auf einer Mauer. Mit der Go Ultra klappt das wegen der abgerundeten Kanten nicht, sofern kein weiteres Zubehör verwendet wird.
In den Grundfunktionen liegen beide Modelle sonst nahe beieinander. Sie filmen in 4K mit bis zu 60 fps, stabilisieren zuverlässig und haben brauchbare Mikrofone, die für Vlogs und Alltagssituationen völlig ausreichen.
Beide Kameras besitzen spezielle Nacht- und Low-Light-Modi, die in der Praxis gut funktionieren – allerdings jeweils etwas auf Kosten feiner Details, was bei derart kleinen Sensoren wenig überrascht.
Beide Kameras sind zudem bis zu 10 Metern Tiefe wasserdicht, allerdings nur in Form des reinen Kameramoduls – die Docks sind lediglich spritzwassergeschützt. Unter Wasser liefern beide brauchbare Ergebnisse, bei der Go Ultra empfiehlt sich für längere Einsätze aber die optionale Aqualens, da sie Verzerrungen durch Lichtbrechung reduziert.
Actioncams: Verfügbarkeit, Fazit und Alternativen
Die Go Ultra nutzt einen 1/1,28-Zoll-Sensor und hat damit einen minimalen Größenvorteil gegenüber dem 1/1,3-Zoll-Sensor in der Osmo Nano. Sichtbar wird das vor allem bei Nacht oder bei sehr feinen Details. Bei Videos unterstützt die Osmo Nano dafür 10-Bit-LOG-Aufnahmen (D-Log M).
Dadurch lassen sich Schattenbereiche differenzierter bearbeiten, was die Bildqualität gerade bei kontrastreichen Motiven verbessert. Zudem schafft die Osmo Nano vierfache Zeitlupe in voller 4K-Auflösung, während die Go Ultra dafür auf 2,7K zurückgeht.
Die DJI bietet die etwas besseren Fotoserien, vor allem weil sie höher aufgelöst sind – während die Insta360 in diesem Modus eine deutlich niedrigere Auflösung verwendet. Dafür fehlt der Osmo Nano wiederum eine Foto-Intervallfunktion.
Wichtig sind die Unterschiede beim Speicher: Die Osmo Nano besitzt je nach Ausführung entweder 64 oder 128 GByte internen Speicher für Aufnahmen, zusätzlich kann sie mit einer MicroSD-Karte erweitert werden.
Die Go Ultra verzichtet komplett auf internen Speicher und setzt ausschließlich auf MicroSD – für manche praktisch, weil der Speicher flexibel bleibt, für andere ein Nachteil, weil ohne eingelegte Karte keine Aufnahmen möglich sind.
Ich gestehe: Ich bin ein Fan von fest verbautem Speicher und möchte das nicht mehr missen. Die Datenübertragung hat mit beiden Modellen auf Windows-PC und MacOS (per USB-C-Kabel) sowie drahtlos mit einem iPhone ohne jedes Problem funktioniert.
Bei beiden Kameras lässt sich der Objektivschutz im Schadensfall austauschen, was die Lebensdauer der Geräte erheblich verlängert – gerade bei Mini-Cams, die oft an ungewöhnlichen Orten befestigt oder nah an Objekte geführt werden.
Die Insta360(öffnet im neuen Fenster) Go Ultra ist ab 390 Euro verfügbar, für die DJI(öffnet im neuen Fenster) Osmo Nano sind mindestens 280 Euro fällig. Von beiden Actioncams gibt es teurere Editionen mit mehr Zubehör.
Fazit
Sowohl die Insta360 Go Ultra als auch die DJI Osmo Nano sind für mich vollwertige Actioncams mit hervorragender Bildqualität. Und selbst wenn Details minimal weniger gut erfasst werden als bei einigen größeren Kameras, machen die Knips-Knirpse diesen eher theoretischen Nachteil durch ihre Flexibilität mehr als wett.

Im direkten Vergleich hat die Insta360 Go Ultra dank größerem Sensor leichte Vorteile, ebenso wie durch das größere und klappbare Display. Dafür punktet die DJI Osmo Nano mit dem internen Speicher und der Möglichkeit, die Kamera ohne Dock einfach und stabil abzulegen. Am Ende zeigt sich: Wirklich groß sind bei beiden nur die Möglichkeiten, nicht die Kameras.
Beispieldateien: Von Golem aufgenommene, unbearbeitete Video- und Bilddateien stehen hier zum Download (rund 930 MByte) bereit.
Alternativen: Vom Klassiker bis zur innovativen Kamera-Drohne
Wer lieber eine "klassische" Actioncam (quasi im Gopro-Formfaktor) mit noch minimal größeren Sensor und Akku haben möchte, kann bei den großen Herstellern Gopro, Insta360 und DJI nur zu einem wirklich neuen Gerät greifen, nämlich der DJI Osmo Action 6 (Test auf Golem, ab 380 Euro).
Diese Actioncam bietet erstmals eine flexible Blende (f2 bis f4) sowie einen quadratischen Sensor, was mehr Flexibilität bei unterschiedlichen Videoformaten (quer vs hoch) erlaubt. Wie schon geschrieben, soll Gopro laut Gerüchteküche im Frühjahr die Hero 14 auf den Markt bringen.
Die drei genannten Hersteller haben alle neue 360-Grad-Actioncams veröffentlicht. Meine Empfehlung ist die Insta360 X5 (Test auf Golem, ab 460 Euro), die eine sehr gute Bildqualität mit erstklassiger Software verbindet – das ist in dieser Kamerakategorie wegen des nötigen Reframings besonders wichtig.
Für Fans von Luftaufnahmen gibt es ebenfalls viel Auswahl: DJI hat unter anderem die kleine und unkomplizierte DJI Neo 2 (Test auf Golem, ab 240 Euro) veröffentlicht, allerdings mit einem nicht allzu großen Sensor, was nur für eine gerade so noch ordentliche Bildqualität reicht.
Hervorragende Aufnahmen schafft die DJI Mini 5 Pro (Test auf Golem, ab 800 Euro), die mit einem sehr guten 1-Zoll-CMOS-Sensor ausgestattet ist und in vielen Situationen beeindruckend klare, detailreiche Bilder liefert.
Eine Besonderheit wiederum stammt von einer Tochterfirma von Insta360: Die Antigravity A1 (Test auf Golem, ab 1.400 Euro) ist die erste Drohne mit 360-Grad-Kamera, was per Headset ein beeindruckend freies Fluggefühl sowie neue und wirklich sinnvolle Optionen bei Filmaufnahmen erlaubt.
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