Minecraft Education Edition: Wenn Schüler richtig ranklotzen

Microsoft will sein Klötzchenspiel Minecraft an so viele Schulen wie möglich bringen. Dass die Education Edition ihr Potenzial noch nicht ausschöpft, liegt nicht am mangelnden Schülerinteresse.

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Lernen mit der Minecraft Education Edition
Lernen mit der Minecraft Education Edition (Bild: Microsoft)

Und wieder zieht der Treck gen Westen. Die Siedler haben Vorräte gekauft, Ochsen vor die Planwagen gespannt und Karten studiert. Vor ihnen liegt ein 3.500 Kilometer langer, gefährlicher und entbehrungsreicher Weg: der Oregon Trail. 2017 ist das Kult-Lernspiel für US-Schüler neu aufgelegt worden - wobei die Siedler, Ochsen und Planwagen diesmal aus bunten Klötzchen bestehen. Die interaktive Geschichtsstunde über die Besiedlung des Wilden Westens hat es in das Klötzchenspiel Minecraft geschafft, genauer gesagt: in die Education Edition von Microsoft - die bislang größte Einzelinitiative, die Games zum Teil des Lehrplans in Schulen machen will.

Inhalt:
  1. Minecraft Education Edition: Wenn Schüler richtig ranklotzen
  2. Lernen Schüler besser mit Games?
  3. Programmieren lernen mit Klötzchen
  4. Schüler brauchen keine Sanktionen in Games

The Oregon Trail ist allerdings eine von vielen Lernwelten. Von der Website der Education Edition können Nutzer derzeit 24 verschiedene "worlds" herunterladen, vom Basis-Tutorial über eine Miniaturversion von Südafrika bis hin zur voll funktionsfähigen Rube-Goldberg-Maschine. Außerdem stehen Nutzern Dutzende Lektionen aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten zur Verfügung, etwa Mathematik, Bildende Kunst, Literatur und Computerwissenschaften. Sie sind nach Altersstufen gegliedert und tragen Titel wie Addition World, The Time Machine oder Mooncraft. Das Angebot wird ständig ausgebaut.

Inzwischen haben laut Microsoft mehr als zwei Millionen Schüler und Lehrkräfte in aller Welt die Version ausprobiert. Das ist eine beeindruckende Zahl. Und doch ist die Education Edition weit von der Breitenwirkung entfernt, die sie erzielen könnte. Sie schöpft ihr Potenzial noch nicht aus. Das zeigt der Vergleich mit zwei anderen Minecraft-Versionen, die schon länger an Schulen zum Einsatz kommen - der herkömmlichen Java-Version und der Mod MinecraftEdu, die von der Firma Teacher Gaming entwickelt wurde.

Microsoft hat hehre Ziele

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Microsofts Ziel ist es, die Education Edition an möglichst viele Schulen zu bringen. Die Schüler sollten "in einer Umgebung lernen, mit der sie bereits vertraut sind", heißt es auf der Website, da ein Teil der Schüler Minecraft an PC, Konsole oder Mobilgerät kennt. Berührungsängste fallen damit weg und Lerninhalte lassen sich leichter vermitteln. Um die Education Edition an Schulen zu etablieren, hat Microsoft ein aufwendiges Mentoren-Programm gestartet, bei dem ausgewählte Lehrkräfte regelmäßig für die Community bloggen und livestreamen.

Microsoft möchte mit dem Lernspiel aber auch Geld verdienen: Nur Schulen und andere Bildungseinrichtungen können Lizenzen erwerben, das Spiel kostet 5 US-Dollar pro Nutzer und Schuljahr, was sich bei einer durchschnittlich großen Schulklasse schnell auf einige Hundert US-Dollar pro Jahr summieren kann. Außerdem läuft die Education Edition nur auf Rechnern mit Windows 10. Schulangehörige, die eine Windows-10-Lizenz erwerben, dürfen das Lernspiel 12 Monate gratis nutzen. Bis zu 30 Schüler können sich in eine Minecraft-Welt einloggen, die der Lehrer zuvor gestartet hat. Ein externer Server ist nicht notwendig.

Die Education Edition hat seit dem Start zahlreiche Features hinzubekommen. Dazu zählen Tools, die Schulklassen die Zusammenarbeit erleichtern. Im Classroom Mode etwa sieht die Lehrkraft die jeweilige Minecraft-Welt von oben, hat alle Schüler im Blick und kann die Störenfriede unter ihnen auch direkt per Chat ermahnen, "freezen" oder "muten".

  • Tag der Informatik 2014 - bauen mit Schildkröten in ComputerCraftEdu (Bild: hancl.de)
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  • Bei der Minecraft Maker Faire 2016: User steuern reale IT-Systeme aus Minecraft heraus. (Bild: hancl.de)
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  • Tracecraft: Das Minecraft-Rollenspiel soll Schüler für Themen wie Datenschutz und Datensparsamkeit sensibilisieren. (Bild: hancl.de)
  • Abiturkurs Informatik in Uelzen: Lehrer Mirek Hancl stellt Schülern die Aufgabe, Schaltnetze mit Redstone in Minecraft zu bauen. (Bild: hancl.de)
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  • Abiturkurs Informatik in Uelzen: Lehrer Mirek Hancl stellt Schülern die Aufgabe, Schaltnetze mit Redstone in Minecraft zu bauen.  (Bild: hancl.de)
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  • Tracecraft: Das Minecraft-Rollenspiel soll Schüler für Themen wie Datenschutz und Datensparsamkeit sensibilisieren. (Bild: hancl.de)
  • Die Education Edition im Einsatz (Bild: Microsoft)
  • Die Education Edition im Einsatz (Bild: Microsoft)
  • Die Education Edition im Einsatz (Bild: Microsoft)
  • Die Education Edition im Einsatz (Bild: Microsoft)
  • Die Education Edition im Einsatz (Bild: Microsoft)
  • Die Education Edition im Einsatz (Bild: Microsoft)
  • Minecraft: Bohrsches Atommodell (hancl.de)
  • Minecraft: Bohrsches Atommodell (Bild: hancl.de)
  • Minecraft: Bohrsches Atommodell (Bild: hancl.de)
Die Education Edition im Einsatz (Bild: Microsoft)

Mit border blocks lassen sich bestimmte Bereiche absperren, mit disallow blocks das Bauen auf bestimmten Feldern verhindern. Sehr nützlich sind NPCs, die Informationen oder Internet-Links bereitstellen; mit Tafeln unterschiedlicher Größe lassen sich Regeln, Formeln oder Spielziele kommunizieren. Ein besonders beliebtes Feature sind portable In-Game-Kameras, mit denen die Schüler Lösungen und Lernfortschritte dokumentieren können.

Das alles klingt recht vielversprechend. Allerdings lässt sich ganz grundsätzlich die Frage stellen, ob Games den Schulunterricht bereichern.

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Lernen Schüler besser mit Games? 
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Lemo 10. Dez 2017

Absolut, aber damit wollte ich nur aufzeigen, dass es wenig Sinn macht in der Schule eine...

FreiGeistler 06. Dez 2017

Also ist es ganz ohne Modding?

stuempel 05. Dez 2017

Hier stellt sich denke ich noch die Frage nach attraktive(re)n Alternativen. Anstatt...

bombinho 04. Dez 2017

Jetzt einen Schritt zuruecktreten und mal aus einem anderen Blickwinkel schauen, fuer...

TrudleR 02. Dez 2017

Lehrer müssen entlassbar werden. Das würde schonmal diverse Probleme lösen. Eventuell...



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