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Schüler brauchen keine Sanktionen in Games

So hält der Lehrer Michael Fleischhacker nicht allzu viel von Sanktionsmöglichkeiten wie "freezen" oder "muten", die in die Education Edition eingebaut wurden. "Die Schüler halten sich grundsätzlich sehr gut an Regeln", sagt der Österreicher, der an der Neuen Mittelschule Kinzerplatz in Wien unterrichtet. Gleichwohl möchte Fleischhacker den Schülern beibringen, "dass auch das, was man in der virtuellen Welt macht, Konsequenzen hat". Zerstört ein Schüler also beispielsweise das Haus seines Mitschülers in Minecraft, dann wird darüber diskutiert, ganz nach dem Motto: "Hey, das ist unsere Welt, das ist unser Arbeitsmaterial". Sanktionen seien im Minecraft-Unterricht "nur der letzte Ausweg", sagt Fleischhacker.

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An seiner Schule hat der Lehrer eine EduGame Engineering Group aufgebaut, die für ihre Mitschüler mathematische Themen in Minecraft aufbereitet. Das Spiel passt gut zu Fleischhackers Philosophie vom flipped classroom, die er auch in seinem Blog und seinem Youtube-Kanal propagiert. "Der Frontalunterricht von früher verschwindet", sagt Fleischhacker. Stattdessen bereiten sich die Schüler zuhause mit kurzen Lern-Videos vor, im Unterricht beginnt dann gleich eine Übungsphase mit konkreter Fragestellung. "So können wir auch in großen, heterogenen Gruppen auf die Wissensstärken der einzelnen Schüler eingehen", sagt er.

Games sollen kein Zwang sein

Fleischhacker schätzt an Minecraft den Praxisbezug: Auf Basis der Lern-Videos konstruieren Schüler gleichschenklige Dreiecke oder üben Prozentrechnen mit Blöcken. In Fleischhackers Kursen kam bisher vor allem die Java-basierte Standard-Version von Minecraft zum Einsatz. Das hat einen ganz praktischen Grund: "Bei uns an der Schule sind die meisten Computer noch nicht mit Windows 10 ausgestattet." Fleischhacker findet es wichtig, dass die Schüler Minecraft auch zuhause nutzen und an bestehenden Projekte weiterarbeiten können: "Ich will ihnen nicht vorschreiben, wann sie Mathematik, Coding oder Biologie zu lernen haben."

Ganz grundsätzlich möchte Fleischhacker seinen Schülern Minecraft nicht aufzwingen: "Wer nicht will, muss das nicht verwenden." Die Motivation sei allerdings deutlich höher als bei Übungen mit Stift und Zettel. "Natürlich muss man mit Minecraft mehr Zeit investieren", sagt Fleischhacker, "aber das ist auch nachhaltiger, weil die Inhalte sich mit anderen Themen im Kopf vernetzen." Immer häufiger nutzt Fleischhacker an der Schule nun auch die Education Edition.

Lehrer müssen keine Technik-Genies sein

Mirek Hancl arbeitet seit Jahren mit Minecraft. Er ist überzeugt, dass Lehrer kein Technik-Genies sein müssen, um das Spiel im Unterricht zu nutzen. "Man muss eben wirklich klein anfangen", sagt er, "auch ich habe am Anfang alles eingezäunt". Sobald das Vertrauen der Schüler da sei, könne man die Grenzen des Spiels immer noch ausweiten. Ungemein wichtig findet Hancl, dass Schüler ihre Arbeiten anschließend präsentieren, "damit Minecraft nicht losgelöst dasteht". Dank Video-Schnitt und Screenshot-Funktion ließen sich die Ergebnisse auch ansprechend darstellen.

Hancl bedauert, dass sich MinecraftEdu-Welten nicht in die Education Edition importieren lassen. "Die MinecraftEdu World enthält fast zweihundert Welten, die von Lehrern erstellt und praxiserprobt sind", sagt er. Weit mehr also als die 24 Welten der Education Edition. Gerüchten zufolge arbeitet das Microsoft-Team an einem Converter, um den Weltenschatz der Vorversion nutzen zu können - konkrete Ankündigungen gibt es aber noch nicht. Grundsätzlich findet Hancl die Education Edition aber "zeitgemäßer", weil MineCraftEdu nicht mehr aktualisierbar ist und er an seiner Schule nur die inzwischen deutlich veraltete Version 1.7.10 des Spiels einsetzen kann. Und auch deshalb, weil die Education Edition in C++ programmiert ist, weniger Ressourcen als die Java Edition belegt und keinen externen Server benötigt.

Das größte Hindernis für eine flächendeckende Verbreitung der Education Edition sind laut Hancl die Kosten. "An unserer Schule haben wir Windows 10 nur vereinzelt auf Laptops", sagt er, "in der Masse ist das nicht sinnvoll einsetzbar". Auch die jährlich anfallenden Lizenzgebühren müsse irgendjemand bezahlen: "Bei 60 Schülern sind das 300 US-Dollar pro Jahr." Für seine lebenslange und unbegrenzt nutzbare MinecraftEdu-Lizenz hat Hancl seinerzeit übrigens 400 Euro bezahlt. Zwar wird MinecraftEdu nicht mehr weiterentwickelt. Doch dafür muss auch nicht ständig draufgezahlt werden. Die höheren Kosten der Education Edition schlagen sich in den Nutzerzahlen nieder. Zumindest im deutschsprachigen Raum - so unsere Recherchen - wird die Education Edition nur sehr vereinzelt genutzt.

Ins Bild passt ein Trend, der sich gerade in der deutschsprachigen Facebook-Gruppe zeigt. Dort steht gerade Minetest hoch im Kurs - - im Gegensatz zur Education Edition ein Open-Source-Programm .

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Lemo 10. Dez 2017

Absolut, aber damit wollte ich nur aufzeigen, dass es wenig Sinn macht in der Schule eine...

FreiGeistler 06. Dez 2017

Also ist es ganz ohne Modding?

stuempel 05. Dez 2017

Hier stellt sich denke ich noch die Frage nach attraktive(re)n Alternativen. Anstatt...

bombinho 04. Dez 2017

Jetzt einen Schritt zuruecktreten und mal aus einem anderen Blickwinkel schauen, fuer...

TrudleR 02. Dez 2017

Lehrer müssen entlassbar werden. Das würde schonmal diverse Probleme lösen. Eventuell...


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