Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Mindestens 93 Geschädigte: Mutmaßlicher Cyberkrimineller gefasst - 450.000 Euro Schaden

Die mutmaßlichen Komplizen wurden bereits vor zwei Jahren gefasst. Nun war der Kopf der Gruppe dran.
/ Ingo Pakalski
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Polizei hat einen mutmaßlichen Cyberkriminellen verhaftet. (Bild: Odd Andersen/AFP via Getty Images)
Die Polizei hat einen mutmaßlichen Cyberkriminellen verhaftet. Bild: Odd Andersen/AFP via Getty Images

Deutsche Ermittlungsbehörden hatten Erfolg: Diese Woche wurde ein 26-Jähriger festgenommen, der mindestens 93 Personen finanziell geschädigt haben soll. Er soll die betrügerische Verwendung virtueller Debitkarten, sogenannter digitaler EC-Karten, im großen Stil koordiniert haben – der Gesamtschaden wird auf 450.000 Euro geschätzt.

Ihm wird vorgeworfen, sich Zugangsdaten zum Onlinebanking von mindestens 93 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet verschafft zu haben. Dabei soll er fingierte Anrufe technisch unterstützt und organisiert haben. Mit den Telefonanrufen wollten die Täter den Opfern die TAN-Nummern zur Freischaltung von virtuellen Debitkarten entlocken.

Der Festnahme gingen intensive Ermittlungen der Zentralen Kriminalinspektion Braunschweig und der Zentralstelle Cybercrime Bayern voraus, die die Öffentlichkeit über den Vorgang informierten(öffnet im neuen Fenster) .

Umfangreiche verdeckte Ermittlungen führten zum Erfolg

Im Zuge der Festnahme seien am 4. Dezember 2024 zwei Objekte im nordrhein-westfälischen Ennepe-Ruhr-Kreis nach umfangreichen verdeckten Ermittlungsmaßnahmen durchsucht worden, erklärten die Ermittler. Dabei wurde der Beschuldigte festgenommen. Die Taten soll dieser zusammen mit zwei Komplizinnen und einem Komplizen begangen haben, die alle drei bereits im Dezember 2022 festgenommen wurden.

Der damals Festgenommene soll die Opfer angerufen und sich als Mitarbeiter der jeweiligen Bank ausgegeben haben. Die drei Festgenommenen wurden bereits im Februar 2024 vom Landgericht Bamberg zu Gesamtfreiheits- bzw. Jugendstrafen verurteilt. Diese wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Die Gruppe soll nach einem klar strukturierten Muster vorgegangen sein: Über betrügerische Onlineshops seien Opfer zur Preisgabe von Zugangsdaten und Kontaktinformationen verleitet worden, hieß es. Mit einem fingierten Anruf einer Bank sei dann versucht worden, die Zugangsdaten und die für die Aktivierung virtueller Debitkarten erforderlichen Freigabecodes zu erlangen.

So sollen die Täter vorgegangen sein

Mit diesen Daten sollen die Täter virtuelle Debitkarten auf ihren eigenen Geräten freigeschaltet und damit in Geschäften und Onlineshops eingekauft haben. Neben Gutscheinkarten sollen auch hochpreisige Elektronikartikel dabei gewesen sein.

Die dadurch erlangten Gutscheine sollen über einen Onlineshop des jetzt festgenommenen mutmaßlichen Haupttäters mit hohen Rabatten weiterverkauft worden sein. Der den Kontoinhabern entstandene Schaden beläuft sich nach bisherigem Stand der Ermittlungen auf rund 450.000 Euro.

Der diese Woche festgenommene Beschuldigte wurde am 5. Dezember 2024 dem zuständigen Ermittlungsrichter in Bamberg vorgeführt und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Ein weiterer Verdächtiger wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen, er soll an der Verwertung der Gutscheine beteiligt gewesen sein.


Relevante Themen