Mimimi Games: Studio hinter Shadow Gambit und Desperados 3 schließt

Das Münchner Entwicklerstudio Mimimi Games wird keine weiteren Computerspiele produzieren: Auf der Firmenwebseite veröffentlichten die Gründer und Chefs Dominik Abé und Johannes Roth einen offenen Brief(öffnet im neuen Fenster) , in dem sie das Aus für ihr Unternehmen bekannt gaben.
Offensichtlich tun sie das nicht wegen einer Insolvenz oder aus anderen zwingenden finanziellen oder sonstigen Gründen. Vielmehr sei es "äußerst anstrengend" , das von Mimimi angestrebte Qualitätsniveau zu erreichen.
Die Arbeit habe in den letzten eineinhalb Jahrzehnten einen "hohen persönlichen Tribut für uns und unsere Familien" gefordert.
"Wir müssen auch anerkennen, dass unsere zukünftigen Produktionskosten schneller wachsen als die potenziellen Einnahmen unseres Genres. Der erhöhte finanzielle Druck und das Risikoniveau wurden unhaltbar" , erklärten Abé und Roth.
"Darüber hinaus begann jedes Mal, wenn unsere Spiele kurz vor der Veröffentlichung standen und es endlich Spaß machte, sie zu spielen, ein neuer Kampf um die Finanzierung der folgenden Projekte, was zu einem kontinuierlichen Zyklus führte."
Die beiden schreiben, dass sie ihr Team mit allen Kräften dabei unterstützen werden, neue Jobs in der Branche zu finden. Außerdem seien nach der Veröffentlichung von Shadow Gambit Boni ausbezahlt worden.
Mimimi Games veröffentlichte erst Mitte August 2023 das in einem Fantasy-Piratenszenario angesiedelte Echtzeit-Taktikspiel Shadow Gambit. Es gibt keine Verkaufszahlen, aber trotz positiver Tests ( auch auf Golem.de ) dürfte sich der Absatz in Grenzen halten: Auf Steam gibt es rund 1.200 Nutzerbewertungen(öffnet im neuen Fenster) – das ist nur mittelmäßig viel für einen derartigen Titel.
Für Shadow Gambit soll in den kommenden Monaten weiter an Verbesserungen und Zusatzinhalten gearbeitet werden; Details liegen bislang nicht vor.
Deutscher Computerspielepreis: Annahme verweigert
Mimimi Games wurde vor allem durch das im Ninja-Szenario angesiedelte Shadow Tactics (2016) bekannt. Im Jahr 2020 folgte das im Wilden Westen angesiedelte Desperados 3 und nun eben Shadow Gambit.
Das Studio sorgte 2017 für Aufmerksamkeit, weil es bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises die Annahme eines Preises verweigerte und damit auch auf 40.000 Euro verzichtete. Als Grund nannte das Unternehmen Unstimmigkeiten bei der Wahl der Jury.



