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Militär: Rheinmetall und Deutsche Telekom wollen Drohnen-Schutzschirm entwickeln

Die Bedrohung durch Drohnen steigt, durch sie werden Sabotageakte und Industriespionage vereinfacht. Rheinmetall und die Telekom wollen einen Schutz entwickeln.
/ Tobias Költzsch und dpa
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Rheinmetall baut auch eigene Drohnen - im Bild eine FV-014 Raider. (Bild: Rheinmetall)
Rheinmetall baut auch eigene Drohnen - im Bild eine FV-014 Raider. Bild: Rheinmetall

Der Rüstungskonzern Rheinmetall und die Deutsche Telekom wollen gemeinsam einen Schutzschirm entwickeln, um feindliche Drohnen und Cyberangriffe abzuwehren. Ein entsprechendes Entwicklungsvorhaben für einen Drohnen-Schutzschild gaben die beiden Firmen bekannt(öffnet im neuen Fenster).

Drohnen sollen frühzeitig erkannt und dann durch Störsignale oder eigene Abfangdrohnen sowie möglicherweise Laserschüsse aufgehalten werden, etwa an Kraftwerken, Industrieanlagen, Brücken und anderer kritischer Infrastruktur. Um Flugabwehr-Geschütze geht es dabei nicht. Die Telekom soll ihre Kompetenz bei Handynetzen und anderen Digitalanwendungen in das Gemeinschaftsvorhaben einbringen, Rheinmetall ist für Sensorik und Effektoren, also Laser, zuständig.

"Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital", sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Zur Abwehr brauche es eine Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. "Rheinmetall und die Deutsche Telekom bündeln genau diese Fähigkeiten." Telekom-Chef Tim Höttges verweist auf die Kompetenz seiner Firma zur Konnektivität, Cloud und Datenanalyse, womit die Drohnenabwehr "auf ein neues Level" angehoben werde.

Telekom soll Technik zur Drohnenerkennung beisteuern

Bislang werden die meisten Drohnen am Himmel über Deutschland per Fernsteuerung von Piloten gesteuert. Die Funksignale lassen sich über sogenannte RF-Sensoren erkennen. Die Telekom setzt hierbei passive RF-Sensoren ein, die kein aktives Suchsignal aussenden. Wenn man sie an Funkmasten befestigt, stören sie dort Mobilfunktechnik nicht.

Rheinmetall wiederum baut nicht nur selbst Drohnen, sondern hat auch Erfahrung mit der Bekämpfung und dem Abfangen feindlicher Drohnen. Dabei greift die Firma auch auf spezielle Sensortechnologien zurück. Hierbei geht es nicht nur um den militärischen Einsatz, sondern auch um den Schutz ziviler Bereiche. So hat Rheinmetall Ende vergangenen Jahres eine Partnerschaft mit der Hamburger Polizei und dem Hamburger Hafen geschlossen, um Lösungen für mögliche Drohnen-Bedrohungen zu finden.

Deutschlands Handynetze werden besser, die Flächenabdeckung schreitet voran. Das ist grundsätzlich eine gute Sache, hat aber gewissermaßen eine Nebenwirkung: Drohnen lassen sich inzwischen auch gut über weite Strecken über das Mobilfunknetz steuern – also nicht per Fernbedienung in Sichtweite über die übliche Funkfrequenz, sondern von überall aus über das Internet.

Das wiederum stellt Firmen und Behörden vor eine neue Herausforderung. Die Telekom erforscht mit der Hamburger Bundeswehr-Universität, wie sich solche Drohnen finden lassen. Hierfür wird das Mobilfunknetz selbst zu einer Art Radar, das bestimmte Auffälligkeiten im Datenverkehr erfasst. Dadurch wiederum sollen die Drohnen frühzeitig erkannt werden. Diese neue Art der Abwehr von Mobilfunk-Drohnen soll ebenfalls in das Gemeinschaftsvorhaben der Telekom und von Rheinmetall einfließen.


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